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Die Welt kämpft gegen Corona – aber Trump geht lieber golfen

Brüggmann, Mathias
·Lesedauer: 3 Min.

Während führende Staatschefs über Mittel gegen die Pandemie reden, fährt Trump auf einen Golfplatz und twittert. Am Sonntag geht es beim G20-Gipfel dann ums Geld.

Kurzentschlossen hatte sich Donald Trump angekündigt. Er werde an der zweitägigen Videokonferenz der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) an diesem Wochenende teilnehmen, hatte er am Freitag mitgeteilt. Und tatsächlich schaltete er sich statt seines angekündigten Außenministers Mike Pompeo am Sonnabend zu. Lange hielt er es allerdings nicht aus: Nach Berichten mitreisender Journalisten verabschiedete sich der abgewählte US-Präsident bald zu einem seiner Golfplätze in Virginia.

Am Samstag übersprang die Zahl der Corona-Infektionen in den USA die Marke von zwölf Millionen. Das hielt Trump nicht davon ab, sein Pandemie-Management vor den anderen Staats- und Regierungschefs zu loben. Die US-Pharmafirmen Moderna und Pfizer hätten einen Corona-Impfstoff erforscht, sagte Trump. Dabei ließ er unerwähnt, dass für Pfizer die Mainzer Firma Biontech das Vakzin entwickelt hat und die Amerikaner vor allem für die Zulassungstests, den Vertrieb und die Produktion zuständig sind.

Eigentlich hätte der G20-Gipfel wegen der erstmaligen saudischen Präsidentschaft in Riad stattfinden sollen. Wegen der Coronakrise ist nun eine Videokonferenz daraus geworden. Die Eröffnungsrede hielt Saudi Arabiens sichtlich gealterter König Salman. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war auch ihr Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zugeschaltet. Aus gutem Grund: Den G20 geht es neben der medizinischen Bekämpfung der Pandemie vor allem um die Linderung der wirtschaftlichen und finanziellen Krise durch den globalen Virusausbruch.

„Um die Pandemie einzudämmen, muss der Zugang zur Impfung für jedes Land möglich und bezahlbar sein“, sagte Merkel in ihrer Videobotschaft. Die bisher zugesagten Mittel reichten dafür jedoch nicht aus. Die Kanzlerin erlaubte sich auch eine Aussage, die als Spitze gegen Trump verstanden werden kann: Multilaterale Zusammenarbeit sei der Schlüssel zur Corona-Bekämpfung, sagte sie und warb für eine Stärkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der globalen Impfinitiative Covax.

Merkel war nicht die einzige, die für eine staatenübergreifende Zusammenarbeit warb. Der mit Trump eigentlich eng verbundene saudische König Salman hatte in seiner Rede betont, dass „internationale Kooperation die optimale Antwort auf die Pandemie“ sei. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping sprach sich für eine Rückkehr zum Multilateralismus und für eine Stärkung der WHO aus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte eine „global koordinierte, auf internationaler Solidarität basierende“ Antwort auf die Pandemie. Und auch Kremlchef Wladimir Putin bot an, den in Russland entwickelten Impfstoff „Sputnik V“ ärmeren Staaten zur Verfügung zu stellen.

Die Abkehr von Trumps Isolations-Politik ist also schon in vollem Gange. Unter Trump hatten die USA ihre WHO-Mitgliedschaft und das Pariser Klimaabkommen aufgekündigt. Doch auch das wird sich voraussichtlich bald ändern. Trumps Nachfolger Joe Biden will in seiner Präsidentschaft zum Multilateralismus zurückkehren.

Am Sonntag geht es ums Geld

Am Sonntag wollen sich die Gipfel-Teilnehmer den katastrophalen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise widmen. Während einem außerordentlichen Gipfel im März diesen Jahres hatten sich die Staats- und Regierungschefs bereits verpflichtet, „alles zu tun, um die Pandemie zu überwinden und Leben, Arbeitsplätze und die Schwächsten zu schützen“.

Nach Riads Berechnungen haben die G20-Staaten bereits 21 Milliarden Dollar für den Kampf gegen die Covid-19-Pandemie, die Stärkung der Gesundheitssysteme und die Jagd nach einem Impfstoff aufgewendet. Dazu kommen mehr als 14 Milliarden Dollar Schuldenerlass für Entwicklungsländer.

Nun soll über weiteren Schuldenerlass beraten werden. Und darüber, wie auch ärmeren Ländern der Zugang zu Corona-Impfstoffen, Medikamenten und Tests gesichert werden kann. Alle Menschen sollten einen „bezahlbaren und gerechten“ Zugang zu den Mitteln bekommen, heißt es im Entwurf der Gipfel-Abschlusserklärung.

Am Ende der Konferenz soll dann noch der Kampf gegen den Klimawandel im Mittelpunkt stehen. Ziel ist es, eine saudische Klimaschutz-Initiative zu erarbeiten.