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Ärger um ihre Doktorarbeit: SPD-Politikerin Giffey tritt als Bundesfamilienministerin zurück

·Lesedauer: 1 Min.
Franziska Giffey
Franziska Giffey

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) tritt zurück. Sie hat am Mittwochvormittag Kanzlerin Angela Merkel (CDU) während der Kabinettssitzung der Bundesregierung um ihre Entlassung gebeten, bestätigt inzwischen auch ihr Ministerium.

Hintergrund ist der Ärger um ihre Doktorarbeit. Wie Business Insider vor einer Woche enthüllt hatte, hat sich die Prüfungskommission der Freien Universität (FU) nach einer wiederholten Prüfung ihrer Arbeit für die Aberkennung des Doktortitels ausgesprochen.

Giffey erklärt ihren Schritt in einer persönlichen Erklärung damit, dass sie damit das "andauernde und belastende" Diskussion beenden wolle und – unabhängig vom Ausgang des Verfahren – sie Klarheit schaffen wolle. Zu dem Votum der Prüfungskommission sagt sie aber nichts.

Die persönliche Erklärung von Franziska Giffey
Die persönliche Erklärung von Franziska Giffey

Die Universität hatte seit Januar dieses Jahres erneut Plagiatsvorwürfe gegen die Politikerin geprüft, nachdem Kritik an der ersten Entcheidung von Oktober 2019 laut geworden war, Giffey für zahlreiche Plagiate lediglich eine Rüge zu erteilen. Selbst mehrere FU-Gutachten waren zu dem Schluss gekommen, dass eine Rüge unzulässig sei. Daraufhin kündigte die FU eine erneute Prüfung an.

Nun kommt die Prüfungskommission dem Vernehmen nach zu einem anderen Ergebnis. Abschließend entscheidet das Präsidium der FU. Giffey hat noch bis Anfang Juni Zeit für eine Stellungnahme.

Giffey hatte immer betont, dass sie nicht bewusst kopiert, sondern sie die Arbeit „nach bestem Wissen und Gewissen verfasst“ habe. Aufgekommen sind die Plagiatsvorwürfe durch die Website VroniPlag. Demnach seien 119 Textstellen auf 76 der 205 Seiten von Giffeys Doktorarbeit Plagiate, so die Seite.

Zugleich hatte Giffey in der Vergangenheit erklärt: Sollte die FU ihr den Titel abnehmen wollen, tritt sie als Ministerin zurück. Nun offenbar hat sie wirklich die Konsequenzen gezogen. Giffey will aber weiterhin Spitzenkandidatin der SPD in Berlin für die Abgeordnetenhauswahl bleiben.

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