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Ich habe als Recruiterin über 1000 Bewerbungsgespräche geführt – diese eine Frage solltet ihr als Bewerber unbedingt stellen

Femke Huijbers arbeitet seit rund 18 Jahren Führungspositionen im HR-Bereich. - Copyright: Tellent, Getty Images; Collage: Dominik Schmitt
Femke Huijbers arbeitet seit rund 18 Jahren Führungspositionen im HR-Bereich. - Copyright: Tellent, Getty Images; Collage: Dominik Schmitt

Fachkräftemangel hin, Arbeitnehmermarkt her – wenn die Einladung zum Bewerbungsgespräch kommt, werden die meisten trotzdem nervös. Sei es, weil es der Traumjob wäre oder weil vorher mal wieder eine Absage reingeflattert ist. Und die schwächelnde Konjunktur dürfte den psychologischen Druck im Vorstellungsgespräch wohl eher erhöhen.

Anstatt sich nur darauf zu fokussieren, Stärken und Schwächen zu sammeln, und sich zu fragen, ob man nun viel lächeln sollte oder nicht, kann auch ein Perspektivwechsel dabei helfen, mit dem Druck umzugehen. Zu verstehen, was eigentlich das Ziel der Unternehmensseite im Gespräch ist, worauf sie achten – und was für Unternehmen wirklich Red Flags im Bewerbungsprozess sind.

Hier kann Femke Huijbers aushelfen. Sie bekleidet seit 18 Jahren HR-Führungspositionen in Startups und mittleren Unternehmen und ist sei März 2022 VP of People & Culture bei der HR-Tech-Plattform Tellent. Zu Beginn ihrer Karriere war sie im Recruiting tätig und hat eigenen Angaben zufolge über 1000 Bewerbungsgespräche geführt.

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Im Gespräch mit Business Insider erklärte sie, worum es im Bewerbungsgespräch geht, was ihre Red Flags bei Kandidatinnen und Kandidaten sind – und welche Frage ihr unbedingt stellen solltet.

Zwei Red Flags im Bewerbungsgespräch

Das Bewerbungsgespräch ist für Huijbers allen voran ein Kennenlernen – und zwar ein beidseitiges. Kandidatinnen und Kandidaten sind keine Bittsteller. Vielmehr beschreibt die HR-Expertin immer ein Treffen auf Augenhöhe.

Ihr sollt am Ende des Vorstellungsgesprächs einen klaren Eindruck vom Unternehmen, dem Team und der Rolle haben – und das Unternehmen einen authentischen Eindruck von euren Qualifikationen und davon, wie ihr euch im Arbeitsumfeld und in der Rolle verhalten würdet.

Entsprechend kann es einige Red Flags geben. Loben die Manager im Gespräch das eigene Unternehmen nur in den Himmel oder halten das Gespräch sogar nur auf Small Talk-Ebene, ohne dass sie etwas über euch oder ihr über das Unternehmen erfahrt, sollte euch das misstrauisch machen.

Doch auch bei den Kandidaten macht Huijbers konkret zwei Verhaltensweisen aus, die für sie Red Flags sind – und die ihr im Bewerbungsgespräch lieber vermeiden solltet:

  • „Mir ist es immer wichtig, dass Menschen Verantwortung übernehmen“, erklärt sie Business Insider. Es könne also sein, dass sie einen Kandidaten fragt, was er aus einem bestimmten Projekt gelernt und welche Fehler er gemacht habe. „Zeigt der Kandidat dann aber immer auf andere, anstatt selbst Verantwortung für das Projekt und sein Handeln zu übernehmen, ist das für mich eine klare Red Flag.

  • Eine weitere Red Flag ist für Huijbers fehlender kultureller Fit. Beispiel Tellent: Das Unternehmen beschäftigt etwa 300 Personen und ist damit kein Konzern. „Die Karriereleiter ist bei uns daher eher eine Karriere-Kletterwand“, sagt Huijbers. Es gehe nicht immer gerade hinauf, sondern auch mal nach rechts oder links über verschiedene mögliche Routen.
    Wenn ein Kandidat im Gespräch aber vor allem fragt, was seine nächsten Schritte in den kommenden zehn Jahren sein werden und wann er in die nächsthöhere Position befördert wird, passt er vermutlich nicht zu unserer Unternehmenskultur.“

Diese Frage solltet ihr im Vorstellungsgespräch unbedingt stellen

Was viele immer wieder vergessen: Auch ihr dürft – und solltet – im Bewerbungsgespräch Fragen an das Unternehmen stellen. Auch vor dem Gespräch – und vor der Bewerbung selbst – könnt ihr laut Huijbers die Recruiter mit Fragen löchern: „Neugier ist niemals falsch und als Bewerber zeigt ihr so Interesse.“

Eine Frage empfiehlt Huijbers allen Bewerbern. Auch, weil sie diese Frage selbst mal an ein Unternehmen gerichtet und so eine Führungsposition bekommen hat.

„Haben Sie irgendwelche Zeifel daran, dass ich in diese Rolle passe?“

In ihrem eigenen Bewerbungsgespräch hätte der einstellende Manager tatsächlich Zweifel gehabt, dass Huijbers die Stelle ausfüllen könnte. Während Huijbers aber der Überzeugung war, dass sie gut in die Rolle passe. Durch die Frage habe sie die Gelegenheit bekommen, das noch einmal zu begründen – und konnte nebenbei ein Missverständnis ausräumen, sagt sie.