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WDH/AKTIE IM FOKUS: Pläne für IT-Tochter geben Aktionären der Aareal Bank Mut

(Im ersten Absatz wurde klargestellt, dass einflussreiche Anteilseigner den Verkauf der Tochter gefordert hatten.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Für die schwer von der Corona-Pandemie gebeutelten Aktionäre der Aareal Bank <DE0005408116> hat es am Mittwoch einen kleinen Hoffnungsschimmer gegeben: Weil sich der Immobilienfinanzierer nun auf die Suche nach einem Partner für seine IT-Tochter Aareon macht, schnellte der Kurs in die Höhe. Einflussreiche Anteilseigner hatten sogar den Verkauf gefordert.

Bis zum späten Vormittag schafften die Anteilsscheine der Aareal Bank ein Plus von knapp 11 Prozent auf 16,76 Euro und hatten damit im Index der mittelgroßen Werte MDax <DE0008467416> klar die Nase vorn. Zwischenzeitlich war der Kurs sogar um fast 14 Prozent in die Höhe geschnellt und hatte den höchsten Stand seit Mitte April erreicht.

Der Aareal-Bank-Vorstand hatte beschlossen, mit ausgewählten, langfristig orientierten Finanzinvestoren in Gespräche über eine signifikante Minderheitsbeteiligung an der Tochtergesellschaft einzutreten. Der Immobilienfinanzierer will aber Mehrheitseigner von Aareon bleiben. Das Unternehmen bietet für Firmen aus der Immobilienbranche Dienstleistungen für die Verwaltung von Gebäuden und technischen Anlagen an.

Analysten bewerteten die Ankündigung des Aareal-Bank-Vorstandes überwiegend positiv. Ein Partner dürfte der Aareal Bank einen signifikanten Buchgewinn bescheren, schrieb etwa der Experte Benjamin Goy von der Deutschen Bank. Händler verwiesen in dem Zusammenhang auf Berichte, wonach die Tochter um die 750 Millionen Euro wert sein dürfte.

Der Fachmann Philipp Häßler vom Analysehaus Pareto Securities sprach von einem strategisch sinnvollen Schritt. Im aktuellen Umfeld allerdings könnte die Suche nach einem strategischen Partner schwieriger werden.

Die Aareal Bank als Immobilienfinanzierer treibt in der Corona-Krise die Sorge um mögliche Kreditausfälle um. Im ersten Quartal brach der Überschuss der Bank wegen einer hohen Risikovorsorge für faule Darlehen ein. Die Dividende wurde gestrichen.

Experte Andreas Pläsier vom Analysehaus Warburg Research hielt derweil an seiner Kaufempfehlung für die Aktien der Aareal Bank fest. Die Nachricht habe ihn zwar angesichts entsprechender Gerüchte zur Jahresmitte 2019 nicht überrascht, zeige aber gleichwohl, dass der Vorstand darauf fokussiert sei, das Wachstum von Aareon zu beschleunigen.

Ein möglicher Minderheitsaktionär von Aareon könnte vor allem zusätzliches Know-how in Bezug auf Transaktionen oder Branchenkenntnisse liefern, das für eine mögliche Beschleunigung von Übernahmeaktivitäten nötig sein dürfte, fuhr Pläsier fort. Die aktuelle Pandemie könnte derartige Möglichkeiten bieten, bei denen ein solches Fachwissen hilfreich sein würde.

Bereits im Februar hatte der Vorstandschef der Aareal Bank, Hermann Merkens, angekündigt, Aareon mit einer Reihe von Übernahmen zu stärken. Interessant seien generell Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette der Wohnungswirtschaft.

Der Kurssprung an diesem Mittwoch ist für die Aarea-Bank-Anleger derweil nur ein kleines Trostpflaster. Vor der Corona-Krise haben die Aktien noch teils mehr als 30 Euro gekostet, der Kurs hatte sich inzwischen fast halbiert. Der MDax hingegen hat seit der Eskalation der Krise am Rosenmontag (24. Februar) nur um rund 17 Prozent nachgegeben.

Aus charttechnischer Sicht indes stimmt zuversichtlich, dass der Aktienkurs inzwischen die 21- und auch die 50-Tage-Durchschnittslinien nach oben durchbrochen hat. Sie gelten als Indikator für den kurz- beziehungsweise mittelfristigen Trend.