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VIRUS: Politiker kritisieren Krisenmanagement des EU-Parlaments

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Mehrere EU-Abgeordnete haben das Krisenmanagement des Europaparlaments angesichts der Coronavirus-Epidemie kritisiert. Das Parlament wäre gut beraten, die eigene Tätigkeit für eine Weile einzufrieren, um eine weitere Verbreitung von Sars-CoV-2 einzudämmen, sagte Philippe Lamberts, Vorsitzender der Grünen/EFA-Fraktion im EU-Parlament, am Dienstag in Brüssel. Es gebe viele technische Möglichkeiten, um die Arbeit des Parlaments trotzdem fortzusetzen, so Lamberts.

Das EU-Parlament tagt in dieser Woche nur einen statt wie gewohnt vier Tage. Außerdem wurde die Sitzung vom französischen Straßburg nach Brüssel verlegt. Das Europaparlament sei nun weitestgehend arbeitsunfähig und führungslos, sagte Linken-Fraktionschef Martin Schirdewan. "Wenn überall in Europa von größeren Menschenansammlungen abgeraten beziehungsweise diese sogar untersagt werden, müsste konsequenterweise der ordentliche Parlamentsbetrieb vorübergehend auch zwei Wochen ausgesetzt werden."

Das Europaparlament habe Nachholbedarf bei der Organisation in Krisenzeiten, sagte der deutsche Grünen-Abgeordnete Michael Bloss. Dafür müssten Protokolle vorbereitet werden. "Gerade ist es eher ein Fahren auf Sicht." Es werde das beste aus der Lage gemacht, betonte die Fraktionschefin der Sozialdemokraten, Iratxe García Pérez. Da sich die Lage rasch ändere, müssten Entscheidungen von Tag zu Tag getroffen werden. "Wir versuchen, so viel Normalität wie möglich zu gewährleisten", sagte García Pérez.