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Vicky Safra: Die reichste Frau der Schweiz, die zwei Banken im Wert von 90 Milliarden US-Dollar erbte

·Lesedauer: 3 Min.
Joseph und Vicky Safra.
Joseph und Vicky Safra.

Der reichste Banker der Welt, Joseph Safra, sorgte vor seinem Tod dafür, dass sein Bankenimperium und Vermögen zu den wenigen gehört, die möglichst ohne Skandale in die dritte Generation übergeht. Dabei wird seine Frau, Vicky Sarfaty, weiterhin eine große Rolle spielen, denn nach Safras Tod im Dezember 2020 verwaltet sie mit ihren vier Kindern ein Vermögen von 90 Milliarden US-Dollar (74 Milliarden Euro).

Die 68-jährige Vicky Safra, die vor ihrer Ehe den Familiennamen Sarfaty trug, und ihre vier Kinder mit dem verstorbenen Banker erbten die Schweizer Bank J. Safra Sarasin und die brasilianische Banco Safra, die zusammen insgesamt 90 Milliarden US-Dollar verwalten, wie zuerst „Bloomberg“ berichtete. Zum Vermögen gehören auch zwei imposante Immobilien: Der bekannte Wolkenkratzer „The Gherkin“ im Londoner Finanzbezirk, sowie ein Hochhaus in New York an der Madison Avenue. Außerdem gehört die Hälfte des Unternehmens Chiquita Brands International der Safra Group, das sich auf den weltweiten Verkauf von Bananen und tropischen Früchten spezialisiert.

Wie schon ihr Mann versucht auch Vicky Safra möglichst wenig in der Öffentlichkeit von sich preiszugeben. Im Jahresbericht der J. Safra Sarasin Bank, der sich nach dem Tod Joseph Safras mehrere Seiten seinem Werdegang widmet, steht, dass sie den Banker mit 17 Jahren heiratete. Ihre Familie zog in den 1950ern aus Griechenland nach Brasilien, wo sie später Joseph Safra kennenlernte. „Es war Liebe auf den ersten Blick, die bis zum Ende seines Lebens hielt,“ liest man im Jahresbericht.

Sie teilten nicht nur eine Leidenschaft für Architektur, sondern waren beide aktive Philanthropen in den jüdischen Communities, den sowohl Vicky Sarfaty, als auch Joseph Safra angehörten. Vicky lebt laut Medienberichten in der Schweiz und hat 14 Enkelkinder. „Forbes“ schätzt ihr Vermögen auf 6,8 Milliarden Euro. Sie ist damit die reichste Frau der Schweiz.

Der Drogerieunternehmer Erwin Müller klagte 2017 gegen die Schweizerische Privatbank J. Safra Sarasin wegen Cum-Ex.
Der Drogerieunternehmer Erwin Müller klagte 2017 gegen die Schweizerische Privatbank J. Safra Sarasin wegen Cum-Ex.

Das Erbe, das sie nun verwalten wird, birgt nicht nur die Erfolgsgeschichte der syrischen Bankiersfamilie Safra, sondern auch eine mutmaßlich kriminelle Vergangenheit der Schweizer Sarasin Bank. Ende Dezember 2020 klagte die Staatsanwaltschaft Köln einen ehemaligen Kundenberater der J. Safra Sarasin Bank an, weil er sich an den sogenannten Cum-Ex-Deals beteiligt haben soll. Dabei wurden Aktiengeschäfte zulasten der Steuerzahler geführt und hochvermögenden Kunden hohe Renditen ausgezahlt aus der Rückerstattung nicht bezahlter Kapitalertragssteuern.

Die Cum-Ex-Geschäfte gingen noch vor Safras Beteiligung an der Schweizer J. Sarasin Bank los, doch sie sollen laut der Anklage auch noch 2011 zur Zeit der Übernahme nicht beendet worden. Drogerie-Gründer und Milliardär Erwin Müller sowie der Unternehmer Carsten Maschmeyer waren nur einige Kunden aus dem Kreis der deutschen Superreichen, die das Angebot der Bank zu steuergetriebenen Aktiendeals angenommen haben. Erwin Müller erreichte, dass die J. Safra Sarasin Bank ihm einen Schadenersatz zahlte und zugab, dass sie den Milliardär besser über die Risiken der Cum-Ex-Geschäfte hätten aufklären sollen.

Vicky Safra wird sich wohl kaum mit dieser Problematik beschäftigen müssen, weil sie keine operative Rolle in der J. Safra Sarasin Bank inne hat. Sie engagiert sich in der „Vicky and Joseph Safra Philanthropic Foundation“, die Stiftung, die sich auf Spenden im Bereich der medizinischen Versorgung fokussiert.

mo