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Verwirrung um Masken in Flugzeugen: Lufthansa-Tochter Swiss weist online auf Maskenpflicht hin, setzt sie aber an Bord nicht durch – das gilt wirklich

Die Flugbegleiter der Swiss tragen noch Masken wie zu Beginn der Corona-Pandemie.
Die Flugbegleiter der Swiss tragen noch Masken wie zu Beginn der Corona-Pandemie.

Die Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss scheint nicht bei allen Flügen nach Deutschland die hierzulande gesetzlich vorgeschriebene Maskenpflicht einzuhalten. Das hat der "Spiegel" am Montag berichtet. Spiegel-Redakteur Claus Hecking erzählt von zwei Swiss-Flügen vom vergangenen Sonntag: Einem von Hamburg nach Zürich und einem von Berlin nach Zürich. Die Flugbegleiterinnen der Swiss sollen die Passagiere kein einziges Mal auf die Maskenpflicht hingewiesen haben.

Auf dem Flug von Hamburg nach Zürich sollen rund 40 Prozent der 200 Passagiere keine Maske getragen haben. Claus Hecking zitiert eine Flugbegleiterin, die – auf die Gäste ohne Maske angesprochen – gesagt haben soll: "Wir haben bei Swiss keine Maskenpflicht mehr". Dies habe die Swiss so entschieden, so die Flugbegleiterin. Die Flugbegleiter selbst dagegen sollen Maske getragen haben.

Swiss: Angaben auf Website und offizielle Aussagen widersprechen sich

Das Infektionsschutzgesetz schreibt vor, dass Passagiere und Mitarbeiter Flugzeuge nur benutzen dürfen, wenn sie eine "Atemschutzmaske (FFP2 oder vergleichbar) oder eine medizinische Gesichtsmaske (Mund-Nasen-Schutz) tragen". Das Bundesgesundheitsministeriums hatte dem "Spiegel" gesagt, dass die Maskenpflicht für alle Flüge gelte, die in Deutschland starten und landen.

Die Swiss wiederum hatte dem "Spiegel" auf Anfrage mitgeteilt: "Die Maskentragepflicht gilt auf Flügen an (sic!) Destinationen, wo diese vorgeschrieben ist. Somit müssen unsere Gäste beispielsweise die Maske auf Flügen nach Deutschland tragen, auf Flügen in die Schweiz jedoch nicht. Unsere Flugzeuge sind in der Schweiz immatrikuliert, somit gilt an Bord auch die Schweizer Gesetzgebung."

Das widerspricht allerdings den eigenen Angaben auf der Homepage der Swiss. Dort findet sich eine Tabelle mit den Maskenregularien an Bord. Mit Stand vom 20. Mai 2022 heißt es in der Tabelle, dass für alle Flüge mit Destination Deutschland eine Maskenpflicht an Bord gilt. Die Schweiz ist in der Tabelle gar nicht aufgeführt. In einem Hinweis zur Tabelle steht: "Bei allen nicht aufgeführten Destinationen gilt die Maskentragpflicht an Bord und am Flughafen."

Kurios: Eine Maskenpflicht an den jeweiligen Flughäfen gelte in Deutschland demnach nur noch in Hamburg. Das stimmt aber gar nicht. Laut der offiziellen Website des Flughafens Hamburg wird das Tragen einer Maske lediglich "empfohlen".

Airlines fordern, Maskenpflicht in Flugzeugen abzuschaffen

Die in den europäischen Ländern unterschiedlich gehandhabten Corona-Maßnahmen sorgen also für Chaos bei den Airlines. Vor gut anderthalb Wochen hatte Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) eine europaweit einheitliche Regelung gefordert und dafür plädiert, die Maskenpflicht "insbesondere im Flugverkehr" aufzuheben.

Der Forderung schloss sich der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) an. Geschäftsführer Matthias von Randow sagte: "Das Ansteckungsrisiko an Bord eines Flugzeugs ist aufgrund hochleistungsfähiger Lüftungssysteme sowie HEPA-Filter sehr viel geringer als in den meisten anderen Lebens- und Arbeitsbereichen. Ausgerechnet hier weiter an der Maskenpflicht festzuhalten, während in fast allen Lebensbereichen auf Freiwilligkeit gesetzt wird, ist nicht nachvollziehbar."

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte Business Insider, die Bundesregierung solle jetzt rasch handeln und die Maskenpflicht an Bord von Flugzeugen abschaffen. "Viele andere Länder haben das bereits gemacht. Wir brauchen hier einheitliche Vorgaben." Die unterschiedlichen Regelungen seien für Passagiere längst nicht mehr nachvollziehbar.

Welche Erfahrungen habt ihr in letzter Zeit mit der Maskenpflicht auf euren Flügen gemacht? Schreibt mir eine Mail.

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