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Ermittler durchsuchen deutsche Mitsubishi-Standorte

Gegen den japanischen Autobauer besteht der Verdacht, illegale Abschalteinrichtungen verbaut zu haben. Auch Continental-Standorte wurden durchsucht.

Auch der japanische Autobauer Mitsubishi droht in Deutschland vom Dieselskandal erfasst zu werden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt durchsuchte am Dienstag bundesweit Geschäftsräume des Konzerns wegen möglicher Abgasmanipulationen. Gegenstand der Untersuchungen seien Fahrzeuge der Marke Mitsubishi mit 1,6– und 2,2 Liter-Dieselmotoren der Abgasnormen Euro 5 und Euro 6, teilte die Behörde mit.

Es bestehe der Verdacht, dass die Motoren mit illegalen Abschalteinrichtungen versehen seien, die dafür sorgen, dass die zulässigen Grenzwerte für Stickoxide zwar auf dem Prüfstand, nicht jedoch im Realbetrieb eingehalten würden. Kunden, die seit 2014 ein entsprechendes Mitsubishi-Modell erworben haben, sollen sich als Zeugen bei ihren örtlichen Polizeidienststellen melden.

Gegen wie viele Personen sie ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft unterdessen nicht mit, sondern lediglich, dass sich der Betrugsverdacht gegen verantwortliche Personen eines internationalen Automobilkonzerns, einer Tochter eines internationalen Autohandelskonzerns und zwei internationaler Automobilzulieferer richte.

Am frühen Abend bestätigte Mitsubishi die Ermittlungen. Die deutsche Vertriebsniederlassung sowie Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Deutschland seien durchsucht worden, man werde mit den Ermittlern kooperieren.

Bundesweit wurden insgesamt zehn Objekte in Hessen, Niedersachsen, Bayern sowie Nordrhein-Westfalen durchsucht. Darunter befanden sich auch Geschäftsräume von Continental in Hannover, Frankfurt und Regensburg.

Der Konzern bestätigte dies, betonte gleichzeitig aber, man werde in dem Verfahren als Zeuge geführt und kooperiere voll. Gleichwohl soll die Durchsuchung bei Continental nach Informationen des Handelsblatts auch dazu beitragen, einen etwaigen Tatbeitrag von Verantwortlichen des Zulieferers bei dem vorgeworfenen Betrug zu klären. Ob dabei Conti-Verantwortliche namentlich beschuldigt sind, ist allerdings nicht bekannt. Ein Sprecher wollte dies auf Nachfrage nicht kommentieren.

Durchsucht haben soll die Staatsanwaltschaft Frankfurt ebenfalls die Geschäftsräume des Zulieferers Denso. Das berichtet die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf Insider. Ein Sprecher in den Niederlanden äußerte sich auf Anfrage des Magazins nicht dazu.

Mit den Ermittlungen bei Mitsubishi stehen immer mehr Autobauer im Verdacht der Dieselmanipulation. Volkswagen hatte bereits vor vier Jahren in den USA zugegeben, eine illegale Abschalteinrichtung in Dieselautos eingebaut zu haben. Die Aufarbeitung der millionenfachen Schummelei hat die Wolfsburger bisher mehr als 30 Milliarden Euro gekostet. Auch bei Daimler und Fiat Chrysler werden Abgasmanipulationen vermutet.
Mit Agenturmaterial