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Vaha-Gründerin verkauft Fitness-Spiegel an Münchener Ex-Basketballer

Nach der Übernahme ihres Startups Vaha will Gründerin Valerie Bures als Board Member aktiv bleiben
Nach der Übernahme ihres Startups Vaha will Gründerin Valerie Bures als Board Member aktiv bleiben

Ihr Fitness-Spiegel bekommt einen neuen Besitzer: Drei Jahre nach der Gründung hat Valerie Bures ihr Startup Vaha an den ehemaligen Basketball-Nationalspieler Vadim Fedotov verkauft. Der menschengroße Workout-Bildschirm gliedert sich in Fedotovs Unternehmen Bioniq ein, das Nahrungsergänzungsmittel herstellt. Der Profisportler übernimmt 100 Prozent der Anteile von Vaha und tritt dabei gleichzeitig Firmenanteile seines Startups Bioniq an Bures ab. Über die Kaufsumme wollen sich beide Seiten nicht äußern. Auch zur neuen Bewertung von Vaha will das Unternehmen gegenüber Gründerszene keine Angaben machen. Laut Bild soll diese bei etwa 150 Millionen Euro liegen.

Bislang konnten Nutzer mit dem Sport-Spiegel zuhause 2.000 Workouts und Live-Kurse von Yoga über Pilates bis zu Ausdauer- und Hantel-Training durchführen. Die individuellen Trainingspläne erstellen dabei Personal Trainer entsprechend der sportlichen Voraussetzungen und Ziele der Kunden. Die Zielgruppe der Fitness-Firma: berufstätige Eltern, die keine Zeit haben, ins Fitnessstudio zu gehen. Rund 60 Prozent des Kundenstamms seien weiblich, so das Unternehmen. Als Testimonial warb zudem Profi-Fußballer Manuel Neuer für den Fitness-Spiegel – im Jahr 2021 stieg er als Investor ein.

Hype um Peloton & Co. während Covid

Während der Corona-Lockdowns erlebten Heim-Fitnessgeräte wie etwa Peloton oder Mirror einen großen Hype. Mirror ist eine US-amerikanische Firma, die ebenfalls einen Fitness-Spiegel entwickelt –und schon etwas länger als Vaha am Markt ist. Seit die Covid-Beschränkungen größtenteils wieder aufgehoben sind, haben die Unternehmen mit einer stark sinkenden Nachfrage zu kämpfen.

Fitness-Spieglein an der Wand: Die Berliner Firma Vaha vertreibt smarte Sportgeräte für zuhause.
Fitness-Spieglein an der Wand: Die Berliner Firma Vaha vertreibt smarte Sportgeräte für zuhause.

Bures gelang es zuletzt Ende 2020 eine Finanzierungsrunde abzuschließen. Damals kam eine zweistellige Millionensumme zusammen. Neben den Bestandsinvestoren HV Capital und dem Rocket-Internet-Fonds Global Founders Capital, stiegen damals der Londoner VC Unbound und Porsche Ventures bei Vaha ein. Die beiden jüngsten Investoren sind auch an Fedotovs Startup Bioniq beteiligt.

Der Profisportler kündigt an, Vahas Konzept auf seiner globalen Gesundheits-Plattform mit dem Ernährungs-Service zusammenführen. Über Bioniqs erhalten Kunden personalisierte Vitamin-Präparate, können selbst Bluttests durchführen, Kontakt zu Ernährungswissenschaftlern aufnehmen und Daten zu ihrer Nährstoffzufuhr via App checken. Nun soll Heimtraining das Angebot erweitern. Mit Bioniqs befindet sich CEO Fedotov selbst auf Expansionskurs: In acht Ländern in Europa und im Nahen Osten ist er derzeit aktiv. Den Markteintritt in weiteren vier Ländern, darunter die USA, will das Unternehmen nach Medienberichten bis Ende nächsten Jahres schaffen.

Gründerin Bures bleibt als Vorstandsmitglied weiterhin in Fedotovs Unternehmen aktiv. Laut Linkedin arbeiten aktuell rund 50 Personen bei Vaha. Ein Großteil von ihnen soll übernommen werden. Dazu zählt auch Calin Popescu, der Vaha mitgründete und bisher als CTO tätig war.