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USA und Südkorea brechen Gespräche über Verteidigungskosten ab

Die USA verlangen von Südkorea höhere Verteidigungsausgaben. Verhandlungsgespräche wurden jetzt aber abgebrochen. Nordkorea will nicht über sein Atomwaffenprogramm verhandeln.

Die USA habe ihre Differenzen mit Südkorea über die Aufteilung der Kosten für die Stationierung von US-Soldaten in dem ostasiatischen Land bei neuen Verhandlungen nicht ausräumen können. Die Gespräche in Seoul seien am Dienstag vorzeitig abgebrochen worden, teilte das südkoreanische Außenministerium mit. Sie seien nicht wie geplant verlaufen. Die US-Seite habe von Südkorea eine deutliche Erhöhung seines Beitrags verlangt, die für die südkoreanische Seite inakzeptabel sei.

Der US-Chefunterhändler James DeHart warf Südkorea vor, keinen Vorschlag vorgelegt zu haben, der der Forderung nach einer „fairen und gerechten Lastenaufteilung“ entspreche. Seine Delegation habe die Gespräche abgebrochen, um „der koreanischen Seite Zeit zum Überdenken zu geben“, wurde DeHart von südkoreanischen Sendern zitiert.

Die USA verlangen seit längerem von ihrem asiatischen Verbündeten, mehr für die amerikanische Truppenpräsenz zu zahlen. Die Forderung hatte US-Verteidigungsminister Mark Esper zuletzt am Freitag bei einem Besuch in Seoul bekräftigt.

Washington will nach Berichten südkoreanischer und amerikanischer Medien, dass Seoul etwa fünf Milliarden Dollar jährlich für die Stationierung der US-Soldaten oder ungefähr das Fünffache des bisherigen Anteils aufbringt. Die Zahl wurde bisher nicht offiziell bestätigt. In Südkorea haben die USA gegenwärtig 28 500 Soldaten zur Abschreckung der selbst erklärten Atommacht Nordkorea stationiert.

Nordkorea: keine Verhandlungen über Atomwaffen

Nordkorea sieht in der Verschiebung eines Militärmanövers der USA mit Südkorea keinen Grund für die Rückkehr zu den Verhandlungen über sein Atomwaffenprogramm. „Wir fordern, dass die USA das Manöver ganz einstellen“, erklärte der Vorsitzende des koreanischen Asien-Pazifik-Friedenskomitees und frühere Geheimdienstchef Nordkoreas, Kim Yong Chol.

Er unterstellte Washington eine „feindselige Politik“. Neue Atomgespräche könnten erst stattfinden, wenn die USA diese Politik abstellten, sagte Kim am Dienstag Staatsmedien zufolge.

Es war die erste Reaktion Pjöngjangs auf die Ankündigung der USA und Südkoreas am Sonntag, ein für diesen Winter geplantes gemeinsames Manöver der Luftstreitkräfte zu verschieben. Nordkorea hatte gegen die Übungen protestiert und vor einer „schockierenden Strafe“ gewarnt. US-Verteidigungsminister Mark Esper hatte am Freitag in Seoul gesagt, die USA und Südkorea sollten bei den Manövern flexibel sein, um der Diplomatie im Atomstreit mit Nordkorea mehr Spielraum zu geben.

Die Forderung Kim Yong Chols steht in einer Reihe jüngster Erklärungen von nordkoreanisches Seite, an neuen Verhandlungen mit den USA nicht interessiert zu seien, solange die USA keine neue Vorschläge machten. Kim sprach von „Menschenrechts-Gedudel“, Sanktionen und Druck, auf die die USA bestünden, um Nordkorea zu unterdrücken.

In den Atomverhandlungen gab es seit dem gescheiterten Gipfeltreffen des US-Präsidenten Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Februar in Vietnam keine Fortschritte. Beide Seiten konnten sich nicht über den Abbau der nordkoreanischen Atomwaffen einigen. Pjöngjang verlangt eine Aufhebung der Sanktionen. Die US-Regierung will die Sanktionen jedoch bisher beibehalten, solange das mit dem nordkoreanischen Atomprogramm verbundene Risiko nicht gebannt ist.