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US-WAHL: Verwirrung um Arizona - Wann Kandidaten zum Sieger erklärt werden

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WASHINGTON (dpa-AFX) - In den langen Stunden der Auszählung zur US-Präsidentschaftswahl hat viele Beobachter verwirrt, warum manche Medien einen Kandidaten in einem Staat als Sieger ausrufen und andere nicht. Besonders galt das für Arizona, wo der TV-Sender Fox News und die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) schon in den Stunden nach der Wahl den Demokraten Joe Biden zum Gewinner erklärten. Andere Medien hielten sich zurück. Während der detaillierten Auszählung lagen der republikanische Amtsinhaber Donald Trump und Biden tatsächlich sehr lange eng beieinander.

In den USA gibt es keine Bundeswahlleitung, stattdessen führen Meinungsforscher Nachwahlbefragungen durch. Die Nachrichtenagentur AP unterhält ein Netz von tausenden Helfern, die tatsächliche gemeldete Ergebnisse von lokalen Wahlhelfern zusammen führen. Üblicherweise wird die Präsidentenwahl auf der Basis von Prognosen großer Medienhäuser entschieden. Eine herausragende Stellung kommt dabei AP zu: Die Nachrichtenagentur wird für ihre Unabhängigkeit und Genauigkeit geschätzt. Sobald AP den Gewinner vermeldet, gilt die Wahl eigentlich als entschieden.

Die Unterschiede bei bereits prognostizierten Siegern liegen an unterschiedlichen Methoden von Hochrechnungen und Analysen. Sender und Agenturen richten "Decision Desks" ein, spezielle Teams mit Statistikern und Politikwissenschaftlern, die sich erste Ergebnisse und Nachwahlbefragungen anschauen. Sie wägen ab, ob sich auf dieser Basis und mit Blick auf noch ausstehende Stimmen mit Sicherheit ein Kandidat als Sieger hochrechnen lässt - allerdings hat jedes Medium andere Kriterien, um diese Entscheidung abzuwägen.

Die Nachrichtenagentur dpa orientiert sich bei ihren Ergebnismeldungen zur Wahl in den USA in erster Linie an AP. Prognosen und Zwischenstände meldet dpa auch auf Basis von zwei US-Sendern, wenn diese übereinstimmend berichten.