Deutsche Märkte öffnen in 3 Stunden 45 Minuten

US-Börsen beenden die Woche uneinheitlich – Nvidia-Bilanz stützt Nasdaq

Zahlen von Chipherstellern und Online-Portalen sorgen für Käufe, aber das Coronavirus drückt die Stimmung. Auch Konjunkturdaten fallen gemischt aus.

Die US-Börsen haben zum Wochenausklang uneinheitlich geschlossen. Zwar lastete am Freitag erneut die Coronavirus-Epidemie auf der Stimmung an der Wall Street. Allerdings zogen die Kurse im späten Handel nach einem Bericht des Senders CNBC an, die US-Regierung könne durch Steueranreize versuchen, mehr Amerikaner zum Kauf von Aktien zu bewegen.

Auch ein positiver Ausblick des Chipherstellers Nvidia stützte die Kurse. Experten sprachen davon, dass die Investoren sich gelassen zeigten: „Das scheint ein Teflon-Markt zu sein, bei dem alles Negative – ob das Coronavirus oder was auch immer – abgeschüttelt wird“, sagt der geschäftsführende Direktor Michael James von Wedbush Securities.

Der Leitindex Dow Jones verlor knapp 0,1 Prozent auf 29.398 Punkte. Der technologielastige Nasdaq notierte 0,2 dagegen Prozent höher bei 9731 Punkten. Der breiter gefasste S & P 500 schloss ebenfalls 0,2 Prozent im Plus mit 3380 Punkten.

Auf Wochensicht legte der S & P 500 um etwa 1,6 Prozent zu, der Dow ein Prozent und die Nasdaq 2,2 Prozent. In Europa waren zuvor der Dax mit 13.744 Punkten und der EuroStoxx50 faktisch auf der Stelle getreten.

Konjunkturdaten aus den USA fielen gemischt aus: So stiegen die Einzelhandelsumsätze im Januar um 0,3 Prozent. „Reallohnsteigerungen und erhöhte Nettovermögen lassen die Konsumperspektive weiterhin freundlich erscheinen“, bewerten die Analysten der Landesbank Helaba diese Zahlen. Ihrer Meinung nach dürfte sich die US-Notenbank Federal Reserve nach diesen Zahlen weiterhin mit Zinssenkungen zurückhalten. Die US-Industrie hat dagegen einen schwachen Jahresauftakt erwischt. Sie stellte 0,1 Prozent weniger her als im Vormonat, wie die Fed mitteilte.

Im Februar hellte sich indes die Stimmung der US-Konsumenten überraschend auf. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen stieg auf 100,9 Zähler von 99,8 Punkten im Januar, wie die Universität Michigan auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 99,5 Punkte gerechnet. Die Verbraucher bewerteten ihre derzeitige Lage etwas schlechter und schauten zugleich optimistischer nach vorn.

Der private Konsum gilt als Säule der US-Konjunktur. Er steuert rund 70 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei.

Blick auf die Einzelwerte

An der Dow-Spitze knüpften die Aktien von Visa an ihren jüngsten Rekordlauf an und stiegen um gut ein Prozent. Zwischenzeitlich hatten die Papiere des Kreditkartenkartenanbieters ein Rekordhoch erreicht. Schlusslicht waren die Anteilscheine des Computer-Urgesteins IBM mit einem Minus von mehr als zwei Prozent.

Auch stach Nvidia hervor mit einem Plus von sieben Prozent. Der Chiphersteller hatte am Vorabend einen um 41 Prozent höheren Umsatz erzielt, mehr als von Experten erwartet. Dies weckte die Hoffnung ein Wiedererstarken der Chip-Branche. Intel-Titel lagen gegen den Trend ebenfalls im Plus.

Einen Satz nach vorn hingegen machten die Papiere des Reiseportal-Betreibers Expedia. Mit Zuwächsen von rund 11 Prozent zeigten die Anleger ihre Begeisterung für den Unternehmensausblick für starkes Gewinnwachstum im Jahr 2020. Damit setzten sich die Aktien an die Spitze des Nasdaq 100. Im Kielwasser dessen stiegen die Anteilscheine des Wettbewerbers Booking Holdings um 1,6 Prozent.

Unter den weiteren Einzelwerten fielen die Aktien des Bewertungsportals Yelp nach schwachen Ergebnissen im vierten Quartal um 3,5 Prozent, nachdem sie zwischenzeitlich sogar um mehr als 10 Prozent eingebrochen waren. Die Experten von Barclays und RBC hatten sich kritisch zu den Papieren geäußert.

Der Eurokurs bewegte sich weiter auf dem tiefsten Niveau seit drei Jahren und notierte zuletzt bei 1,0837 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0842 (Donnerstag: 1,0867) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9223 (0,9202) Euro. Am Anleihenmarkt gewannen richtungweisende zehnjährige Papiere 9/32 Punkte auf 99 6/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,59 Prozent.