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Umweltverbände: Fangstopp für Hering und Dorsch hätte kommen müssen

·Lesedauer: 1 Min.

HAMBURG (dpa-AFX) - Deutschen Umweltverbänden reicht die von den EU-Fischereiministern beschlossene Kürzung der Fischfangmengen für die Ostsee im Jahr 2021 nicht aus. "Ein sofortiger Fangstopp für Hering und Dorsch für die nächsten Jahre wäre richtig gewesen", sagte der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Die EU sollte vor allem den handwerklichen Küstenfischern Überbrückungsfinanzierungen zahlen und sie auch bevorzugt mit Quoten ausstatten, wenn wieder mehr Fischerei möglich sei. Greenpeace machte die Trawler der "Industrieflotten" hauptsächlich für die Überfischung in der Ostsee verantwortlich.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Initiative Our Fish nannten die Entscheidung der EU-Fischereiminister einen ersten Schritt in Richtung nachhaltige Fangquoten. Sie kritisierten jedoch, dass den Empfehlungen von Wissenschaftlern für eine Null-Quote für westlichen Hering und östlichen Dorsch nicht gefolgt wurde. Damit würden diese Bestände weiter überfischt. Der Dorsch der östlichen Ostsee hat auch noch für Vorpommerns Fischer Bedeutung. Zudem müssten Lebensräume, Nahrungsgrundlagen und Laichplätze besser gesichert werden. Die Fischerei müsse besser überwacht und kontrolliert werden.

Der WWF bewertete die Einigung der Fischereiminister zwar weitgehend positiv, bemängelte aber ebenfalls, dass kein Fangstopp für den westlichen Hering verhängt wurde. "Der Bestand ist mittlerweile so klein, dass er sich verdoppeln müsste, um rein rechnerisch eine Überlebenschance zu haben. Dafür wäre nicht nur ein Fangstopp in der Ostsee nötig, sondern auch in der Nordsee, wo er mitgefangen werde.

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