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Umweltministerin Lemke will stärker gegen Artensterben vorgehen

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BERLIN (dpa-AFX) - Bundesumweltministerin Steffi Lemke sieht im Kampf gegen das Artensterben eine ihrer Kernaufgaben in dieser Legislaturperiode. "Das Artenaussterben ist die zweite ökologische Krise neben der Klimakrise. Sie wird jetzt stärker ins Zentrum der Politik rücken", sagte die Grünen-Politikerin am Mittwochabend im Bundestag bei einer Debatte zu den Vorhaben ihres Ministeriums. "Wer beim Naturschutz allein an Zauneidechsen und Laubfrösche denkt, hat das Problem immer noch nicht begriffen."

Bis zu einer Million Arten seien innerhalb der kommenden Jahrzehnte vom Aussterben bedroht, sagte Lemke. "Es geht um unsere Lebensgrundlagen." Es sei nun an der Zeit, "nach Jahrzehnten der Naturzerstörung ein Zeitalter der Renaturierung einzuläuten" und Moore stärker zu schützen, betonte die Ministerin.

Zum Artenschutz gehöre auch eine Wende in der Landwirtschaft. "Wir brauchen eine Agrarwende, die Verbraucherschutz, Natur- und Tierschutz und die Wirtschaftsgrundlage für Landwirtinnen und Landwirte neu verbindet", sagte sie. Anfang kommender Woche wolle sie sich mit ihrem Parteikollegen und Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir über das Thema austauschen.

Als weiteren Schwerpunkt nannte Lemke die Vollendung des deutschen Atomausstiegs. Wie zuvor Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wies sie erneut auf die Gefahren "dieser Hochrisikotechnologie" hin. Bis Ende des Jahres sollen in Deutschland die letzten drei Atomkraftwerke abgeschaltet werden.

Auch Verbraucherrechte und den Ressourcenschutz wolle sie stärken, kündigte die Ministerin an. So versprach sie, etwa ein "Recht auf Reparatur" einführen zu wollen. Anders als zuvor ist nun auch der Komplex Verbraucherschutz in Lemkes Ministerium angesiedelt.

Mit Blick auf den Klimaschutz kündigte die Ministerin an, Maßnahmen zur besseren Anpassung an die Folgen des Klimawandels treffen zu wollen - etwa über ein neues Klima-Anpassungsgesetz. Sie sei zufrieden darüber, dass die Bundesregierung diesen Komplex nun "überall" und ressortübergreifend angehe, erklärte Lemke. Mit dem Start der neuen Regierung waren die Kompetenzen für den Klimaschutz größtenteils aus dem Umweltministerium gewandert und auf mehrere Ministerien verteilt worden - unter anderem auf das neue Klimaschutzministerium von Robert Habeck (Grüne).

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