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Umfrage zur Lohnfortzahlung: Jeder zweite Ungeimpfte würde seinem Arbeitgeber verschweigen, wenn er in Quarantäne müsste

·Lesedauer: 2 Min.

Lange Zeit hatte der Staat die Lohnfortzahlung garantiert, falls Menschen wegen eines Coronaverdachts in Quarantäne mussten. Arbeitgeber gingen in Vorleistung und konnten sich das Geld im Nachhinein zurückholen. Für Ungeimpfte soll damit ab dem ersten November Schluss sein. Darauf einigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Mittwoch. Einige Bundesländer wie Baden-Württemberg waren bereits vorgesprescht und hatten die Lohnfortzahlungen schon ab dem 15. September ausgesetzt.

Das Meinungsforschungsinstitut Yougov hat nun im Auftrag der Jobplattform Indeed erhoben, wie geimpfte und nicht geimpfte Erwerbstätige diese neue Regelung einschätzen. In der repräsentativen Umfrage wurden die 2.216 Teilnehmer daher nach ihrem Impfstatus und ihrer Meinung zur Aussetzung der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte gefragt. Insgesamt gaben 77 Prozent der Befragten an, geimpft zu sein, während 13 Prozent eine Impfung ablehnten. Der Rest war unentschieden oder bereits entschlossen, sich in Zukunft impfen zu lassen.

Wenige Erwerbstätige zeigen Verständnis für ungeimpfte Kollegen

Die Mehrheit der geimpften Erwerbstätigen zeigte in der Umfrage kein Verständnis für ihre nicht geimpften Kollegen. 66 Prozent von ihnen gaben an, die Impfskepsis nicht nachvollziehen zu können. Bei den Über-55-Jährigen war das Unverständnis mit 75 Prozent sogar noch größer.

Dementsprechend fallen auch die Antworten auf die Frage nach weiteren Lohnfortzahlungen aus. Während 91 Prozent der nicht geimpften Erwerbstätigen finden, dass sie im Quarantänefall weiterhin Lohnfortzahlungen erhalten sollten, lehnten 60 Prozent der Geimpften das ab. Nur 32 Prozent von ihnen zeigten Verständnis und befürworteten eine Verlängerung der Zahlungen für ihre Kollegen im Quarantänefall.

Fast die Hälfte der Ungeimpften würde ihrem Arbeitgeber eine Quarantäne verschweigen

Die Hoffnung, dass sich Ungeimpfte in Folge des erhöhten Drucks doch noch impfen lassen, scheint sich allerdings nicht zu erfüllen. Nur elf Prozent von ihnen erklärten, dass ein Ende der Lohnfortzahlungen sie zu einer Impfung bewegen könnte. Und 44 Prozent von ihnen ziehen demnach sogar in Erwägung, ihrem Arbeitgeber eine verordnete Quarantäne einfach zu verschweigen.

Indeed-Geschäftsführer Frank Hensgens bezeichnet diese Haltung als „zutiefst unsolidarisch“. Während bei der Vorbereitung auf den zweiten Corona-Herbst die Sicherheit und Gesundheit der Menschen an erster Stelle stehe, nehme die kleine Minderheit der Impfunwilligen „eine Gefährdung von Kollegen und Kolleginnen billigend in Kauf“. Hensgens appelliert daher an den Gemeinschaftssinn: „Nur gemeinsam können wir die Pandemie überwinden und auch wieder zu einer neuen Normalität im Arbeitsleben kommen.“

sb

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