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UBS-Investmentbanking-Co-Chef Novelli wechselt zu Euronext

Blume, Jakob
·Lesedauer: 2 Min.

Die schweizerische Großbank UBS schafft die Doppelspitze in der Investmentbank ab. Der Investmentbanking-Co-Chef Piero Novelli tritt zurück.

Prominenter Abgang im Vorstand der UBS: Der Co-Chef des Investmentbankings, Piero Novelli, verlässt die Schweizer Großbank Ende März, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Novelli wird neuer Aufsichtsratschef von Euronext, wie der Börsenbetreiber weiter mitteilte. Der Manager ist zudem schon jetzt Dozent am Imperial College in London, am MIT in den USA sowie einer Universität in Rom.

Die Personalie ist ein Zeichen für den Umbau, den der neue UBS-Chef Ralph Hamers vorantreibt. Er schafft damit die seit 2018 amtierende Doppelspitze ab. Der gegenwärtige Co-Chef des UBS-Investmentbankings, Robert Karofsky, werde alleiniger Leiter des Geschäfts, teilte die UBS weiter mit. Er kommt aus dem Aktienhandel, Novelli aus dem Fusionsgeschäft.

Die Leitung des Investmentbankings übernahmen die beiden im September 2018, nachdem Andrea Orcel die Firma verlassen hatte, um Chef des spanischen Geldhauses Santander zu werden. Doch die Spanier zogen ihr Angebot zurück, weil sich beide Seiten nicht auf das Gehalt einigen konnten. Daraufhin verklagte Orcel Santander. Orcel soll Mitte April den Chefposten bei der italienischen Großbank Unicredit übernehmen.

Karofsky und Novelli hatten das UBS-Investmentbanking umgebaut und das Geschäft stärker mit anderen Teilen der Bank verzahnt. Nach einem Verlust im vierten Quartal 2019 erwirtschaftete die Investmentbank 2020 rund 2,5 Milliarden Dollar Gewinn vor Steuern bei einer Eigenkapitalrendite von fast 20 Prozent.

Sowohl das Handelsgeschäft als auch das Geschäft mit Aktienemissionen und der Fusionsberatung wuchsen gegenüber 2019 deutlich zweistellig. Allerdings kam eine Analystenstudie der Investmentbank RBC Anfang Januar zu dem Ergebnis, dass der Rückgang der Gebühreneinnahmen im Investmentbanking der UBS im vierten Quartal 2020 prozentual höher war als bei der US-Konkurrenz.

Doppelstrukturen im Fokus

Die Zusammenlegung des Geschäfts mit Fusionen und Übernahmen sowie Aktienemissionen mit dem klassischen Handelsgeschäft noch unter Hamers’ Vorgänger Sergio Ermotti hatte dazu geführt, dass Karofsky und Novelli Co-Chefs wurden. Hamers, der im vergangenen Herbst den Chefposten bei der Großbank übernommen hat, will am Wertpapierhandel und der Beratung von Unternehmen bei Firmenzusammenschlüssen und Börsengängen festhalten. Doch der Niederländer trimmt die UBS auf Effizienz und baut Doppelstrukturen ab.

Im internen Wettbewerb musste sich Novelli nun geschlagen geben. „Unsere Investmentbank ist zentral für den Erfolg unserer Konzernstrategie“, erklärte CEO Hamers. „Ich bin überzeugt, dass Rob Karofsky die richtige Führungspersönlichkeit ist, die uns dabei unterstützt, unsere gemeinsamen strategischen Ambitionen zu erreichen.“

Der frühere ING-Chef hat sich bei Neubesetzungen von Spitzenpositionen bisher zurückgehalten. Im Dezember ernannte er Sabine Keller-Busse zum 1. Februar zur Leiterin des Geschäfts im Heimatmarkt.

Mit Material von Reuters.