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Turbulenzen an den Aktienmärkten - Korrektur oder Crash?

So kann das einfach nicht weitergehen – das ist zusammengefasst der Tenor einer Studie von Goldman Sachs, die vor zu viel Optimismus am Aktienmarkt warnt: Die Gewinnerwartungen, so Goldman, seien zu hoch, die Aktienbewertungen ebenfalls, das Rückschlagpotenzial enorm.

Wenn man sich den Verlauf des Dow Jones ansieht, so ist dieser Aktiendurchschnitt seit der Wahl Trumps so dynamisch gestiegen wie noch nie seit Ende der Finanzkrise. Auch S&P 500 und Nasdaq 100 haben mit Nachdruck neue Höhen erreicht. Der Aufschwung, den die Börsen derzeit erleben, wird also von der Breite des Marktes getragen.

Das ist zunächst ein gutes Zeichen. Es signalisiert, dass große Investoren unterwegs sind. Und die werfen nicht einfach von heute auf morgen ihre Bestände wieder über Bord, wenn es etwas wacklig wird. Profis sichern sich in solchen Fällen über die Terminmärkte ab.

Andererseits ändert das nichts daran, dass vom Markt selbst Signale kommen, die auf eine Überhitzung deuten. Das gilt mehr noch für den Dow Jones als für den Dax, wobei der Dow für die weltweite Grundtendenz die Richtung vorgibt.

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Durch den schnellen Anstieg der vergangenen Wochen hat sich die aktuelle Notierung des Dow Jones weit von seiner Durchschnittslinie der vergangenen 200 Börsentage entfernt. Derzeit beträgt der Abstand elf Prozent. Das letzte Mal, als der Dow Jones eine vergleichbare Konstellation aufwies, war im Frühjahr 2013. Damals kam es im Anschluss an diese Überhitzung zu einer sechsmonatigen Schwankungsphase, in der die Kurse zwischenzeitlich um bis zu sechs Prozent nachgaben, bevor sie danach dann ihren langfristigen Aufwärtstrend fortsetzten.

Ähnliche Marktkonstellation wie vor der Finanzkrise

Es gibt aber auch Situationen im Dow, in der die Überhitzung ähnlich ausgeprägt war, und danach kam es zu einem schweren Absturz: Im Frühjahr 2007 verlief der Dow ebenfalls etwa elf Prozent oberhalb seiner 200-Tage-Linie. Danach kam es im Sommer zu einer ersten Korrektur, der im Herbst noch einmal ein neues Hoch folgte – bevor dann die Finanzkrisenbaisse ihren Lauf nahm.

Übertragen auf die aktuelle Situation hieße das: Die Wahrscheinlichkeit einer Gegenbewegung an den Märkten hat sich mittlerweile deutlich erhöht. Läuft es nach dem Muster von 2013, dann ergäbe das jetzt eine Schaukelpartie bis in den Sommer hinein, bei der die Kurse etwa in den Bereich bis 19.500 nachgeben, danach aber den langfristigen Aufwärtstrend fortsetzen.

Das Kursmuster Finanzkrise sieht natürlich anders aus. In diesem Fall käme es wie 2007 zunächst zu einem Rückschlag von etwa acht Prozent (das wäre eine Korrektur bis gut 19.000), danach noch einmal eine letzte Hausse-Phase, bei der der Dow sogar im Sommer ein neues Hoch bei mehr als 21.000 Punkten erreichen könnte – bevor es dann in einer schweren Baisse nach unten ginge.


Vorübergehende Korrektur oder große Abwärtswende?

Welches Szenario sich dieses Mal durchsetzen wird, lässt sich jetzt noch nicht entscheiden. Ein Vorteil für Anleger ist, dass die Märkte vor allen großen Rückschlägen mehrere Monate auf der Stelle traten. Das war 2000/2001 vor der High-Tech-Baisse der Fall, 2007 vor der Finanzkrise – und auch im Sommer bis Herbst 1929 vor dem großen Crash. So gesehen besteht für Anleger im Augenblick trotz Turbulenzen noch kein Zeitdruck, die Aktienmärkte Hals über Kopf zu verlassen.

Theoretisch hätte der Dow Jones noch Spielraum bis auf 22.000 Punkte

Für den US-Markt, von dem auch die Grundtendenz des Dax abhängt, lässt sich damit folgendes Zwischenfazit ziehen: Im Bereich um 21.000 im Dow Jones ist die Überhitzung so ausgeprägt, dass zumindest eine mehrwöchige, vielleicht sogar mehrmonatige Korrektur immer wahrscheinlicher wird. Ob der Startpunkt dieser Gegenbewegung das bisherige Hoch um 20.800 wird, oder ob der Dow kurzfristig (also in den nächsten zwei bis drei Wochen) sogar erst noch etwas höher kommt, ist offen.

Theoretisch reicht das kurzfristige Potenzial im Dow Jones bis etwa 22.000 Punkte. Dieses Ziel ergibt sich, wenn es nach der ersten dynamischen Trump-Hausse (2000 Punkte Gewinn von November bis Dezember) dann im Februar bis März zur zweiten Hausse-Phase käme, die dann bei einem ähnlichen Ausmaß von 20.000 bis 22.000 gehen könnte. Die hohe Dynamik, die der Markt derzeit aufweist, spricht dafür, dass der Dow sein Potenzial ausreizen könnte.

Für den Dax bedeutet das: Geht dem Dow schon bei 20.800 die Luft aus, hat auch der Dax bei 12.000 erst einmal sein kurzfristiges Hoch gesehen. Die Rückschlaggefahr reicht dann zunächst bis 11.500.

Dass der Dax in diesem Fall allerdings das Hoch von 2015 verfehlen würde, wäre ein Warnsignal. Es deutet auf eine Schwäche des Marktes, die im späteren Verlauf des Jahres gefährlich werden könnte. Für den Fortbestand des großen Aufwärtstrends im Dax wäre es besser, wenn der Dow in die Nähe von 22.000 kommt und der Dax doch noch sein altes Hoch erreicht.

Vom Timing her ist übrigens der März im Dax ein typischer Wende-Monat: Am 7. März 2000 endete die High-Tech-Hausse, am 11. März 2003 war die Baisse zu Ende. Am 14. März 2009 markierte der Dax den Tiefpunkt in der Finanzkrise. Immerhin, auch auf politischer Ebene steht eine Entscheidung an, die in Europa mit Nervosität verfolgt wird: Am 15. März wird in den Niederlanden gewählt.