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„Zieh den Rucksack aus, wenn ich mit Dir rede“

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„Zieh den Rucksack aus, wenn ich mit Dir rede“

Ob in der Bahn, im Geschäft oder auf dem Bürgersteig: Überall versperren Business-Rucksackträger den Weg. Völlig unklar ist ohnehin, wozu ein normaler Angestellter einen Rucksack braucht. Fest steht: Sie nerven!


Kennen Sie den Begriff Rucksacktourismus? Glaubt man Wikipedia, dann entstand dieser Begriff hier in Deutschland in den 70er Jahren.

Die Rucksacktouristen reisten nicht mit Koffer oder Reisetasche. Nein, sie trugen stattdessen Rucksäcke, voll bepackt mit dem Nötigsten, Brustbeutel und irgendwo baumelte noch eine Wasserflasche am Gürtel. Ja. so war das. Menschen, die die Welt bereisten.

Weltenbummler, mit keiner klaren Vorstellung, wo sie hin wollten, übernachten werden oder wollen. Es sollte auf jeden Fall preiswert und schon gar nicht in der Nähe von den Pauschaltouristen sein – sah sich der Rucksacktourist doch quasi selbst als Einheimischer.

Warum ich das heute schreibe? Nun ja. Ich wollte einfach wissen, wo der Ursprung des Übels liegt. Irgendwie lässt es ja nicht nach mit den Rucksäcken. Im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, es werden täglich mehr.


Und ich rede nicht von den coolen Rucksackträgern, die es ja doch auch gibt. Ich rede auch nicht von Frauen. Und ich rede erst recht nicht von Urlaub, wo man Rucksäcke ja eher selten sieht. Nein. Ich rede von ganz normalen (Arbeits-)Tagen in einer ganz normalen Stadt.

Was um Gottes Willen hat ein normaler Angestellter morgens um 7.30 Uhr bitteschön in seinem Rucksack? Also Wasser oder Wechselkleidung werden es ja hoffentlich nicht sein. Kekse? Astronautennahrung? Dosenfleisch? Ich frage das deshalb, weil die Rucksäcke ja nicht gerade am Rücken schlaff baumeln, nein, sie sind stets prall gefüllt. Es kann sich eigentlich nur um Isomatte oder wenigstens ein winziges Campingzelt handeln (man weiß ja nie, wie lange es abends wird…)

Nun gut. Es geht mich eigentlich auch nix an. Seinen Auftritt muss schon jeder für sich selbst entscheiden. Was mich etwas angeht ist, dass der Business-Rucksackträger das Teil auf seinem Rücken oftmals nicht unter Kontrolle hat. Die merken ja scheinbar nicht, dass sich der Radius aufgrund der Masse auf dem Rücken vergrößert und das nervt mich maßlos. Jede Drehung in Geschäften, in öffentlichen Verkehrsmitteln, vom Bürgersteig spreche ich gar nicht, wird zum Vollkontakt. Das nervt. Das geht gar nicht!

„Zieh den Rucksack aus, wenn ich mit Dir rede!“ – leider kommt dieser Satz nicht von mir, sondern von dem deutschen Rapper Kollegah.

Sabina Wachtel berät Manager. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive mit den Labels ManagerOutfit.de und MEMBER OF THE 55. Außerdem ist sie Autorin.