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Trotz Corona-Krise: Hunderttausende in Belarus bei Arbeitseinsatz

MINSK (dpa-AFX) - Hunderttausende Menschen haben in Belarus (Weißrussland) trotz Kritik an einem zu lockeren Umgang mit der Corona-Krise an einem freiwilligen Arbeitseinsatz teilgenommen. Mehr als 2,3 Millionen Bürger, vor allem Beamte, waren etwa zum Bäumepflanzen und Aufräumen der Parks unterwegs, wie Vize-Regierungschef Wladimir Kucharjow am Samstag der Agentur Belta in Minsk sagte. Am sogenannten Subbotnik, dem traditionellen Tag für diesen Arbeitseinsatz aus Sowjetzeiten, nahm auch Staatschef Alexander Lukaschenko teil. Er half auf einem Landstrich mit, auf dem Kiefern gepflanzt werden sollten.

Der autoritär regierende Lukaschenko hatte das Virus bislang als "Psychose" kleingeredet. Er ist auch international in die Kritik geraten, weil kaum Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen wurden. Selbst Fußball-Spiele wurden weiter ausgetragen. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO mahnte strengere Maßnahmen an. In der Ex-Sowjetrepublik gibt es nach offiziellen Angaben rund 9600 Corona-Fälle; rund 70 Menschen sind bislang gestorben.