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Darum plädiert Hitzfeld für Matthäus als Löw-Nachfolger

SPORT1
·Lesedauer: 7 Min.
Darum plädiert Hitzfeld für Matthäus als Löw-Nachfolger
Darum plädiert Hitzfeld für Matthäus als Löw-Nachfolger

Joachim Löw hat am Dienstag für einen Paukenschlag gesorgt.

Der Bundestrainer wird sein Amt nach der Europameisterschaft im Sommer aufgeben.

"Ich gehe diesen Schritt ganz bewusst, voller Stolz und mit riesiger Dankbarkeit, gleichzeitig aber weiterhin mit einer ungebrochen großen Motivation, was das bevorstehende EM-Turnier angeht", wurde Löw in einer Pressemitteilung zitiert.

SPORT1 zeigte erste Reaktionen auf den DFB-Hammer.

Fritz Keller (DFB-Präsident): "Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung von Joachim Löw. Der DFB weiß, was er an Jogi hat, er ist einer der größten Trainer im Weltfußball. Jogi Löw hat den deutschen Fußball wie kaum ein anderer über Jahre hinweg geprägt und international zu höchstem Ansehen verholfen. Nicht nur aufgrund seiner sportlichen Errungenschaften, sondern auch wegen seiner Empathie und Menschlichkeit. Dass er uns frühzeitig über seine Entscheidung informiert hat, ist hoch anständig. Er lässt uns als DFB somit die nötige Zeit, mit Ruhe und Augenmaß seinen Nachfolger zu benennen."

Alles zum Löw-Beben ab 19.30 Uhr in den SPORT1 News im TV und im Stream

Oliver Bierhoff (Direktor Nationalmannschaften und DFB-Akademie): "Joachim Löw und ich haben fast 17 Jahre lang eng zusammengearbeitet. Wir durften gemeinsam so viel erleben und auch zusammen durchstehen. Es ist schon ein besonderes Verhältnis, das vor allem von absolutem Vertrauen geprägt ist. Unter Jogi stand die Nationalmannschaft wieder für Spielfreude und attraktiven Offensivfußball, diese Mannschaft und ihre Spieler haben sich unglaublich mit ihm entwickelt. Ich bedauere, dass sich nach der EURO unsere Wege beruflich voneinander trennen. Persönlich werden wir verbunden bleiben. Daran aber denke ich im Moment nicht, zumal ich weiß, dass Jogis volle Konzentration und Energie in den nächsten Wochen und Monaten einzig und allein der Vorbereitung auf die Europameisterschaft gelten. Uns verbindet im Sommer weiterhin ein großes gemeinsames Ziel."

Ottmar Hitzfeld (früherer Bayern- und Dortmund-Trainer):

"Es hat sich nicht angedeutet. Aber der öffentliche Druck in Deutschland stieg permanent nach den zuletzt schwachen Resultaten. Aber ich denke, Jogi Löw hat die richtige Entscheidung getroffen. Nun kann er sich voll konzentrieren und erfolgreich abtreten. Er gehört sowieso zu den Legenden als Weltmeister-Trainer." Über den geeigneten Nachfolgekandidaten sagte Hitzfeld dem Blick: Ich kann mir Lothar Matthäus vorstellen. Ich sehe keinen besseren als ihn. Er war Weltklassespieler, kennt Fußball wie kein Zweiter, ist ein Top-Experte. Er hat sich bei Sky extrem verbessert und sich profiliert. Ja, ich bin für Lothar Matthäus."

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Es hat mich auch überrascht. Eine traurige Nachricht. Aber noch ist er im Amt und macht ein großes Turnier an der Seitenlinie. Er hat einen extremen Impact auf den deutschen Fußball gehabt, speziell bei der Nationalmannschaft. Er hat viele Erfolg gehabt und eine Epoche geprägt. Ich hoffe, dass seine Karriere beim DFB einen glorreichen Abschluss findet. Wir haben im Sommer eine Mannschaft, die um den Titel mitspielen kann. Ich bin gespannt, wo er als nächstes seine Fußstapfen hinterlassen wird."

über die Kriterien eines möglichen Nachfolgers: "Ich bin der Letzte, der sich darum kümmert, wer DFB-Trainer wird. Ich glaube nicht, dass mich jemand danach fragt. Ich würde die Frage wahrscheinlich auch nicht beantworten, wenn mich jemand danach fragt. Jürgen Klopp ist ein herausragender Trainer, aber ich glaube, dass sowohl der FC Liverpool als auch Jürgen Klopp extrem zufrieden sind mit dem jeweiligen Partner. Der DFB hat einen recht großen Stab, der die Trainerfindung voranschreiten lassen wird."

Rummenigge lobt Löw

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer BVB): "Joachim Löws Entscheidung verdient viel Respekt, weil es sich um eine Entscheidung der eigenen Stärke handelt. Löw hat in seiner Zeit als Bundestrainer Großartiges für den deutschen Fußball geleistet. Alle im deutschen Fußball sind nun dazu aufgerufen, ihren Teil beizutragen, um Joachim Löw im Sommer jenen großen Abschluss zu ermöglichen, den er verdient."

Wolfgang Niersbach (früherer DFB-Präsident) beim SID: "Unsere gemeinsame Zeit mit dem Höhepunkt Brasilien 2014 war überragend, weil zwischen uns absolutes Vertrauen herrschte. Jogi hat eine Ära geprägt."

Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzender FC Bayern): "Er hat eine enorm erfolgreiche Ära des deutschen Fußballs geprägt, mit dem Gewinn der WM 2014 in Brasilien als Höhepunkt. Der DFB ist ihm zu großem Dank verpflichtet. Der FC Bayern wünscht ihm zum Ausklang seiner großartigen Bundestrainer-Karriere eine erfolgreiche EM. Er hat sich einen würdigen Abschluss verdient."

Bastian Schweinsteiger (Weltmeister von 2014): "Mein Respekt gilt Joachim Löw. Auch ich habe ihm persönlich viel zu verdanken. Ich wünsche ihm und dem Team zum Abschluss den EM-Titel."

Klopp steht nicht zur Verfügung

Jürgen Klopp (Trainer des FC Liverpool und Nachfolge-Kandidat): "Jogi hat einen großartigen Job gemacht, er ist der beste Coach, den wir jemals hatten. Ich werde im oder nach diesem Sommer nicht als möglicher Bundestrainer zur Verfügung stehen. Ich habe ja einen Job. Im Leben geht's immer um Timing. Wenn es nicht passt, muss man sich nicht aufregen, sondern mit den Umständen umgehen. Das ist mir noch nie schwer gefallen."

Lothar Matthäus (Rekordnationalspieler/bei Sky): "Das ist eingeschlagen wie eine Bombe. Aber es hätte keinen besseren Zeitpunkt geben können. Er nimmt den Druck von der Mannschaft, es wird nicht mehr über Neuaufbau gesprochen. Jetzt kann man sich wieder auf das konzentrieren, was auf dem Platz passiert. Ich sehe viele Leute, die diese Position gerne machen und gut ausfüllen können. Ich sehe Ralf Rangnick als großen Favoriten. Ich weiß, dass mein Name gespielt wird, aber ich beschäftige mich mit diesem Thema absolut nicht."

Berti Vogts (ehemaliger Bundestrainer/Rheinische Post): "Er ist einer der größten Bundestrainer. Der WM-Titel von 2014 ist für mich mit dem WM-Triumph von 1954 in der Schweiz zu vergleichen. Kein anderer europäischer Trainer hat es geschafft, in Südamerika eine WM zu gewinnen. Klopp gehört definitiv auf die Liste der möglichen Löw-Nachfolger. Er hat internationale Erfahrung durch die Arbeit in England, das ist für mich ein sehr wichtiger Aspekt. Für ihn wäre es ein Ausweg, vor allem aber der nächste Schritt. Und für den deutschen Fußball ein Gewinn."

Joseph S. Blatter (früherer FIFA-Präsident): "Joachim Löw ist eine große Persönlichkeit. Aber wie viele erfolgreiche Menschen bekam er plötzlich mehr Kritik als Lob zu hören – wohl, weil er an seinem eigenen Leistungsausweis gemessen wurde. Wegen seiner Vergangenheit in Winterthur, Schaffhausen und Frauenfeld genießt Löw auch in der Schweiz große Sympathien. Dank ihm stand uns die deutsche Nationalelf noch näher."

Kramer: "Überragenden Job gemacht"

Rudi Völler (Sport-Geschäftsführer Bayer Leverkusen und ehemaliger Teamchef): "Jogi Löws Entscheidung verdient Respekt. Er hat uns mit seinen jeweiligen Mannschaften bei vielen Turnieren tollen Fußball geboten und durch den Titelgewinn bei der WM 2014 Großartiges für den deutschen Sport geleistet. Jetzt hat Jogi die Chance, befreit in die EM in diesem Sommer zu gehen und einen wunderbaren Abschluss zu schaffen. Dafür werden wir alle ihm die Daumen drücken."

Alexander Rosen (Sportchef TSG Hoffenheim): "Jogi Löw hat eine Ära geprägt, die als eine der erfolgreichsten Phasen in die Geschichte der Nationalmannschaft und des deutschen Fußballs eingegangen ist. Eine herausragende Leistung mit dem WM-Titel als bisherigen Höhepunkt. Vor seiner Entscheidung habe ich großen Respekt und wünsche ihm und dem deutschen Fußball eine erfolgreiche EM als Abschluss."

BVB - Sevilla: Der Fantalk zur Champions League am Dienstag ab 20.15 Uhr LIVE auf SPORT1

Frank Kramer (Trainer Arminia Bielefeld und ehemaliger DFB-Nachwuchscoach): "Es war eine hervorragende Zusammenarbeit. Wir haben uns hervorragend verstanden - und ich kann nur noch einmal sagen, der Jogi ist ein absoluter Fußball-Experte. Das ist jemand, der einen überragenden Job gemacht hat. Alles andere verbietet sich. Von außen sollte man so fair sein und diese Arbeit über so viele Jahre auf diesem Topniveau einfach anzuerkennen und den nötigen Respekt walten zu lassen."

Horst Heldt (Sport-Geschäftsführer 1. FC Köln): "Ich habe Jogi Löw in all den Jahren - und zwar nicht nur als Nationaltrainer - als zuverlässigen, authentischen Menschen kennengelernt und gute Gespräche mit ihm geführt. Mit ihm geht eine extrem erfolgreiche Ära zu Ende. Seine Entscheidung gilt es zu respektieren. Damit hat der DFB genug Zeit, sich personell neu auszurichten."