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Der tiefe Fall des Dele Alli

Einst galt Dele Alli als Heilsbringer des englischen Fußballs. Nun will ihn kein Team aus einer Topliga mehr. Der Offensivstar hat einen tiefen Fall hinter sich und braucht einen Neustart.

Der tiefe Fall des Dele Alli
Der tiefe Fall des Dele Alli

Bereits mit 21 Jahren war Dele Alli einer der großen Stars des englischen Fußballs. Bei Tottenham zauberte er gemeinsam mit Harry Kane in der Offensive und kam 2016/2017 auf satte 18 Treffer und neun Assists in der Premier League.

Damit standen dem Rechtsfuß alle Türen offen. Klubs wie Real Madrid oder der FC Barcelona warben intensiv um Alli. Inzwischen kann Alli von solchen Offerten nur noch träumen.

Er steht laut Daily Mail mit seinen 26 Jahren kurz vor einem Wechsel in die Türkei zu Besiktas Istanbul.

Es ist die verzweifelte Suche nach einem Neustart. Denn eines steht fest: Der 37-malige Nationalspieler Englands hat einen tiefen Fall hinter sich.

Dabei verlief die Karriere zunächst wie im Märchen.

Tottenham: Alli überzeugte in Debütsaison

2015 verpflichtete Tottenham Hotspur den damals 19 Jahre alten Alli für fast sieben Millionen Euro von den MK Dons aus der dritten englischen Liga. Dort hatte er „The Dons“ mit 16 Toren und neun Assists in seinen 39 Einsätzen zum Aufstieg in die Championship geschossen.

Bei den Spurs startete Alli direkt durch. Unter Trainer und Förderer Mauricio Pochettino etablierte er sich schnell im Mittelfeld der Nord-Londoner und brachte es bereits in seiner Debütsaison auf 19 Torbeteiligungen.

Pochettino sah sogar Ähnlichkeiten mit Ronaldinho. „Sein Charisma ist seine größte Stärke. Die Leute lieben ihn, wenn er Tore schießt. Mit Ronaldinho war es bei PSG ähnlich“, erzählte der Argentinier: „Und so ist es auch bei Dele. Als er Tore schoss, liebten ihn die Kinder, als wäre er Ronaldinho.“

Belohnt wurde Alli mit der Auszeichnung zum Young Player oft he Season 2016, den er auch im folgenden Jahr wieder gewann. Am 9. Oktober 2015 lief er mit 18 Jahren unter Trainer Roy Hodgson erstmals für die „Three Lions“ auf, 36 weitere Einsätze folgten.

Alli erntet Ronaldinho- und Maradona-Vergleiche

Diese rechtfertigte er auch weiter mit außergewöhnlichen Leistungen für die Spurs. In den nächsten beiden Spielzeiten der Premier League (2016/2017 und 2017/2018) war der offensive Mittelfeldspieler an 47 Toren beteiligt.

In der Saison 2018/19 erreichte er sogar das Finale der Champions League (0:2 gegen Liverpool). Als der Coach in der folgenden Saison dann für José Mourinho weichen musste, ging es für Alli dann bergab. Vom Portugiesen wurde er vollkommen ausgebootet, weil ihm Mourinho mangelnden Einsatz und zu wenig Konstanz vorwarf.

Alli im freien Fall unter Mourinho

Der Stammplatz geriet von Woche zu Woche in weitere Ferne. Stattdessen nahm Alli immer wieder auf der Bank Platz.

Das änderte sich auch nicht, als Mourinho entlassen und durch Nuno Espirito Santo abgelöst wurde.

Als Antonio Conte dann im vergangenen November angeheuert wurde, war für Alli dann Endstation.

Bereits im Januar dieses Jahres wurde er an den FC Everton abgegeben - zum Nulltarif trotz gültigen Vertrags!

Everton-Trainer Frank Lampard hatte große Pläne: „Er hat ein Talent, das sich von dem anderer Spieler im Kader unterscheidet und uns sehr, sehr hilfreich sein kann.“

Bei Everton gescheitert - Türkei als Chance?

Bei Everton, das sich im absoluten Abstiegskampf befand, kam Alli aber nur auf elf Einsätze in der Rückrunde und schaffte keine Torbeteiligung.

Besserung bei Everton ist kaum in Sicht. In beiden Ligaspielen war der Engländer nur Joker. Nun sucht Alli in der Türkei wohl die Wende.

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