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Theodor Weimer bleibt bis Ende 2024 Chef der Deutschen Börse

Der Aufsichtsrat hat den Vertrag des Vorstandschefs bis an die Grenze des Möglichen verlängert. Eine andere Personalie ist indes weiter offen.

Theodor Weimer soll noch knapp fünf Jahre Vorstandschef der Deutschen Börse bleiben. Der Aufsichtsrat verlängerte den Ende des Jahres auslaufenden Kontrakt des Vorstandschef am Freitag um weitere vier Jahre.

„Ich werde alles daran setzen, die Deutsche Börse, die mir in kurzer Zeit ans Herz gewachsen ist, weiter strategisch und operativ voranzubringen“, sagte Weimer, der am Ende seiner Vertragslaufzeit 65 Jahre alt sein wird.

Mit der Verlängerung hat der Aufsichtsrat die Regularien der Deutschen Börse maximal ausgereizt. Deren Geschäftsordnung empfiehlt eigentlich, dass Vorstandsversträge ab dem Alter von 60 nur noch um jeweils ein Jahr verlängert werden – bis maximal 65.

Diese Altersgrenze ist jedoch „ausdrücklich weich formuliert, um dem Aufsichtsrat volle Flexibilität bei seinen Bestellungsentscheidungen zu belassen“, heißt es im Geschäftsbericht. Und bei einem Vorstandschef, der im Mai eine Strategie für die kommenden Jahre vorstellen will, hätte ein Verlängerung um jeweils ein Jahr wenig Sinn ergeben.

Weimer steht seit Anfang 2018 an der Spitze der Deutschen Börse. Er sorgte dafür, dass der Börsenbetreiber nach der geplatzten Fusion mit der London Stock Exchange und dem turbulenten Abgang seines Vorgängers Carsten Kengeter wieder in ruhigeres Fahrwasser kam.

Auch das Geschäft entwickelte sich gut. Der Gewinn ist in den vergangenen beiden Jahren kräftig gestiegen – Details zu 2019 wird das Unternehmen am Montagabend verkünden. Der Aktienkurs markiert ein Rekordhoch nach dem anderen.

Die Vertragsverlängerung von Weimer war somit unstrittig, auch wenn er mit seinen Äußerungen und seiner direkten Art hin und wieder aneckt. „Theodor Weimer hat seit seinem Amtsantritt vor etwas mehr als zwei Jahren die Deutsche Börse in überzeugender Weise geführt“, erklärte Aufsichtsratschef Joachim Faber am Freitag.

Weimer habe das Wachstum des Unternehmens vorangetrieben, den Aktienkurs erheblich gesteigert und die Belegschaft neu motiviert, erklärte Faber. Zudem genieße er ein hohes Ansehen in der Politik und der Gesellschaft. „Mit der Verlängerung des Vertrages spricht der Aufsichtsrat ihm sein höchstes Vertrauen aus, diesen Erfolgskurs fortzusetzen.“ 

Suche nach einer neuen Vorstandsfrau

Eine andere wichtige Personalie ist dagegen nach wie vor nicht geklärt. Hauke Stars, die im Vorstand für den Aktienhandel, Wachstumsfinanzierung und Personal zuständig ist, will ihren Ende 2020 auslaufenden Vertrag nicht verlängern und das Unternehmen verlassen.

Die Deutsche Börse möchte auf jeden Fall eine Frau als Nachfolgerin, ist bisher allerdings nicht fündig geworden. Abhängig vom Profil der neuen Vorständin könnte es 2020 auch zu einer Neuordnung der Kompetenzen im Führungsgremium kommen.

Innerhalb der Deutschen Börse halten es viele für denkbar, dass der Aktienhandel an das Ressort von Thomas Book angedockt wird, der für alle andere Handelssegmente zuständig ist. Vermutlich müssten dann jedoch andere Vorstände Teile ihrer Zuständigkeiten abgeben, um für die Neuverpflichtung ein attraktives Ressort zu schaffen.

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