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Die tatsächlichen Todesfälle in Indien in Verbindung mit Covid-19 könnten bis zu zehnmal höher sein als in der offiziellen Statistik angegeben

Sophia Ankel
·Lesedauer: 3 Min.

Medizinische Experten und Mitarbeiter an vorderster Front bezweifeln die offizielle Zahl der Covid-19-Toten in Indien, wie mehrere Berichte zeigen. Das Land hatte am Donnerstag offiziell die Marke von 200.000 Toten überschritten.

Indien, das sich inmitten einer verheerenden zweiten Coronavirus-Welle befindet, meldete nach Angaben des Gesundheitsministeriums am Donnerstag 3.498 Todesfälle. Es war der dritte Tag in Folge, an dem das Land mehr als 3.000 Todesfälle pro Tag verzeichnete. Aber medizinische Experten und Mitarbeiter an vorderster Front befürchten, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer noch viel höher sein könnte.

„Es ist ein komplettes Daten-Massaker“

Eine Untersuchung der „New York Times“, die diese Woche veröffentlicht wurde, fand „zunehmende Beweise“ dafür, dass Todesfälle von der Regierung „übersehen oder heruntergespielt“ werden. „Es ist ein komplettes Daten-Massaker“, sagte Bhramar Mukherjee, Epidemiologe an der Universität von Michigan, der „Times“. „Allen Modellierungen zufolge, die wir gemacht haben, glauben wir, dass die wahre Zahl der Todesfälle zwei- bis fünfmal höher ist als die berichtete.“ Von Reuters befragte Experten haben angedeutet, dass die Zahl der Todesopfer sogar fünf- bis zehnmal höher sein könnte, als berichtet wird.

Eine Untersuchung von Sky News fand heraus, dass mehrere Krematorien der Hauptstadt Neu Dehli weniger Todesfälle berichten würden, als sie verzeichnen. Und Bestattungsunternehmer erzählten Sky News, dass sie „von höheren Behörden angewiesen wurden, [niedrigere] Zahlen zu nennen“. Dr. Manas Gumta, der Generalsekretär der Vereinigung der Ärzte des Gesundheitsdienstes in Westbengalen, sagte diese Woche dem „Observer“: „Eine riesige, vermutlich Covid-positive Bevölkerung hält sich sicherlich von den Tests fern. Ich glaube, die tatsächliche Zahl der Menschen, die an Covid sterben, ist zwei- bis dreimal höher als das, was die Regierung berichtet.“

https://twitter.com/AFP/status/1387030016580624385?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1387030016580624385%7Ctwgr%5E%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.businessinsider.com%2Findia-covid-19-death-toll-could-be-10-times-higher-2021-5

Krematorien sind überlastet

Angesichts der zunehmenden Zahl von Todesfällen im Land, berichten die Mitarbeiter der Krematorien, dass sie überlastet sind. Einige Städte haben Parks und Parkplätze in behelfsmäßige Krematorien verwandelt, um mit den vielen Leichen Schritt zu halten. Im Seemapuri Krematorium in Neu Dehli war das Personal so überwältigt, dass sie ein Ticket-System eingeführt haben, berichtete CNN.

Jitender Signh Shunty, der einen Service in Neu Dehli betreibt, erzählte, dass er nachts aktuell nur zwei Stunden schläft. „Um 7 Uhr morgens komme ich hierher und fange an, Krankenwagen zu disponieren. Oder ich sorge dafür, dass eine Leiche abgeholt wird, und lasse sie dann einäschern.“

Shunty hat nach eigenen Angaben früher etwa zehn Leichen pro Tag eingeäschert. Jetzt schätzt er die Zahl auf etwa 90. „Ich kann 21 von 24 Stunden am Tag arbeiten — ich bin nicht die Art von Mensch, die leicht zusammenbricht“, fügte Shunty hinzu. „Aber bei dieser Welle des Coronavirus habe ich die Leichen von kleinen Kindern gesehen — und Frauen, die in jungen Jahren Witwen geworden sind. Sie alle sind ohne guten Grund gestorben.“

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wurden in Indien seit Beginn der Pandemie mehr als 19,1 Millionen Fälle und mehr als 211.000 Todesfälle durch das Coronavirus gemeldet, so ein Tracker der Johns Hopkins University.

Dieser Artikel wurde von Steffen Bosse aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.