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Was hinter der Steuer-App Zasta steckt

Alex Hofmann
·Lesedauer: 2 Min.
Versprechen sich von „Die Höhle der Löwen“ nicht nur Geld, sondern auch Aufmerksamkeit: die Zasta-Gründer Jörg Südkamp und Michael Potstada (v.l.)
Versprechen sich von „Die Höhle der Löwen“ nicht nur Geld, sondern auch Aufmerksamkeit: die Zasta-Gründer Jörg Südkamp und Michael Potstada (v.l.)

Manchmal kommt es Schlag auf Schlag. „Eigentlich saßen wir im Spätsommer 2016 in Berlin nur zum Feier-Dinner mit Freunden zusammen“, wie Michael Potstada im Gespräch mit Gründerszene erzählt. Gerade hatte er sein kleines Software-Startup Bajomi Analytics verkauft. Schon kam die nächste Idee ins Spiel: Weil Steuerberater mit am Tisch sitzen, werden die vielen Millionen Deutschen zum Thema, die keine Steuererklärung abgeben und sich damit oftmals Steuerrückzahlungen entgehen lassen.

Potstada wittert einen großen Markt: „Wenn man solche Menschen auf einfache Weise mit einem Steuerberater zusammenbringt, kann man neues Marktpotenzial erschließen.“ Die Idee für Zasta war geboren. Die weitere Geschichte erzählt Potstada so: Er erinnert sich an Jörg Südkamp, den er an der Uni Mannheim kennenlernte. Südkamp hatte es ebenfalls in die Hauptstadt verschlagen, erst zu Rocket Internet, dann zum Putz-Startup Helpling. Das Duo schließt sich zusammen und gründet im Juni 2017 eine GmbH.

Weil keiner der beiden aber Ahnung hat, machen sie zunächst ein Praktikum in einer Steuerkanzlei. Was sie dort vorfinden, macht sie noch sicherer ein gutes Geschäft aufbauen zu können, erinnert sich Potstada: Zwar existiert viel Software, allerdings ist der Alltag dominiert von bunten Haftnotizen und dem Gepiepse von Faxgeräten. Offenbar sei eine Steuererklärung selbst für Profis eine sehr zerfledderte Angelegenheit, habe er sich gedacht. Potstada und Südkamp sind deshalb bestätigt: Keine vermeintlich einfache Selbstmach-Software werde es werden. Stattdessen muss es ums „machen lassen“ gehen, Zasta soll Steuerberater mit denen zusammenbringen, die sich sonst nicht um Steuerangelegenheiten kümmern wollen.

Im gelben Ford durch Meckpomm

Seitdem ist viel passiert. Drei Finanzierungsrunden haben die beiden Gründer für Zasta durchgeführt. Weil unter anderem die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern eingestiegen ist, musste das Startup in das Bundesland umziehen. „Jörg uns ich haben uns deshalb ein Auto gemietet und uns drei interessante Städte angeschaut: Schwerin, Stralsund und Rostock.“ In letzterer befindet sich heute der Firmensitz.

Als gut zehn Mitarbeitende das Produkt entwickelten und vertrieben, sei es Zeit geworden für weiteres Kapital, erzählt Potstada. „Da ist uns die Vox-Fernsehshow ,Die Höhle der Löwen' eingefallen.“ Ihr Kalkül: Dort ließe sich ja vielleicht nicht nur neues Kapital bekommen. Sondern auch Aufmerksamkeit in der Breite. Unter den Zuschauern findet sich aus Sicht der beiden Gründer die Klientel für ihre Software. „Es sind nämlich insbesondere die Normalverdiener, die davon ausgehen, ohnehin keine Rückzahlung bekommen zu können.“

„Eine große Strategie für die Fernsehshow haben wir nicht entwickelt“, sagt Potstada im Gespräch mit Gründerszene noch. Nur eines hätten sie sich vorgenommen: vor den Juroren Ralf Dümmel, Judith Williams, Nico Rosberg, Carsten Maschmeyer, Dagmar Wöhrl, Georg Kofler und Nils Glagau selbstbewusst aufzutreten. Und besonders mit dem Argument zu punkten, dass sich über Zasta Rückzahlungen für die letzten vier Jahre zurückholen lassen. Ob das die Löwen von ihrem Startup Zasta und ihren Vorstellungen eines angemessenen Deals überzeugt hat?