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Startup-Investor Florian Fritsch: Ist er doch nicht so reich, wie er vorgibt?

Florian Fritsch  - Copyright: Pechmann / Wikipedia/ CC BY-SA 4.0
Florian Fritsch - Copyright: Pechmann / Wikipedia/ CC BY-SA 4.0

Der Investor Florian Fritsch galt in der Startup-Szene lange als schillernde Figur. „Als ehemaliger Rennfahrer weiß Fritsch, was es bedeutet, ans Limit zu gehen“, schreibt er über sich selbst in der dritten Person auf seiner persönlichen Website. Seinen Reichtum zu zeigen, das war ihm wichtig, berichten Wegbegleiter. Er habe teure Uhren geliebt, reiste gern mit dem Privatjet (angeblich seinem eigenen) an. Und er brüstete sich mit seinen Investments, wie etwa seiner frühen Beteiligung an dem E-Autobauer Tesla.

Dass er möglicherweise doch nicht ein so erfolgreicher und vermögender Geschäftsmann ist, wie er gern vorgab, das wurde in den vergangenen Monaten offenbar immer deutlicher. Auch Geschäftspartner scheinen sich von ihm distanziert zu haben. Sowohl bei dem Proptech Gropyus von Ex-Delivery-Hero-Gründer Markus Fuhrmann als auch bei der Spac-Firmenhülle, die er ursprünglich mit Gisbert Rühl und mit Josef Brunner aufgelegt hatte, schied er aus. In beiden Fällen wohl nicht ganz freiwillig.

Nun berichtete das Handelsblatt über interne Unterlagen, die im Zuge von Fritschs Übernahme der insolventen indischen Fluglinie Jet Airways aufgetaucht sind. Darin bestätigt ein Anwalt gegenüber dem indischen Konsulat, dass Herr Fritisch über ein „ungefähres Jahreseinkommen in Höhe von zehn Millionen Dollar“ verfüge. 2017 sollen sich seine Startup-Beteiligungen auf eine Summe von insgesamt 75 Millionen Euro belaufen haben. Außerdem gibt der Anwalt an, woher das Grundgerüst dieses Vermögen stammen soll – unter anderem von seiner Beteiligung an Tesla und an den Firmen Joulex und Relayr.

Sowohl Joulex als auch Relayr sind Firmen des Serienunternehmers Josef Brunner, der die Startups jeweils erfolgreich verkaufte. Brunner sagte gegenüber Gründerszene, dass Fritsch nie an Joulex beteiligt gewesen sei. Aus dem Umfeld von Relayr ist außerdem zu hören, dass Fritsch eine Beteiligung im einstelligen Prozentbereich an Relayr gehalten habe – einen deutlich geringeren Anteil als die 20 Prozent, die Fritschs Anwalt in dem Dokument an die indische Botschaft angegeben hatte.

„Die meisten Hürden, die ich überwinden musste, waren innere Ängste. Ich war unglaublich schüchtern“, sagt der erfolgsgekrönte Seriengründer Josef Brunner über seine Vergangenheit.
„Die meisten Hürden, die ich überwinden musste, waren innere Ängste. Ich war unglaublich schüchtern“, sagt der erfolgsgekrönte Seriengründer Josef Brunner über seine Vergangenheit.

Liechtensteiner Staatsanwaltschaft ermittelt

An Tesla war Fritsch zwar tatsächlich beteiligt. Wie das Handelsblatt berichtet, hat er für das Investment jedoch das Geld der Firma genutzt, bei der er zum damaligen Zeitpunkt Geschäftsführer war. Den Gewinn strich er dennoch für sich ein, es folgten jahrelange Rechtsstreitigkeiten mit den Gesellschaftern des Unternehmens.

Mittlerweile läuft laut dem Wirtschaftsmagazin gegen Fritsch sogar eine Ermittlung wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs und der Geldwäsche, die Staatsanwaltschaft Liechtenstein führte bereits Durchsuchungen durch.

Ein langjähriger Wegbegleiter zeigt sich enttäuscht von Fritsch. Auf die Frage, wieso Fritsch es gelang, solange zu spielen, seufzt dieser. „Er ist halt ein Menschenfänger“, sagt er schließlich.