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Sri Lanka: Politiker beißt in rohen Fisch

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

In der Krise helfen manchmal nur extreme Methoden. Ein Politiker aus Sri Lanka bewies vollen Körpereinsatz, um die Ungefährlichkeit von heimischem Fisch zu beweisen.

Fischerei ist ein enorm wichtiger Wirtschaftszweig in Sri Lanka. (Bild: REUTERS/Vivek Prakash)
Fischerei ist ein enorm wichtiger Wirtschaftszweig in Sri Lanka. (Bild: REUTERS/Vivek Prakash)

Dilip Wedaarachchi ist ein Oppositionspolitiker, der in seiner vorherigen Funktion zuständig für das Fischereiministerium Sri Lankas war. Bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Colombo wollte er nun die Bevölkerung davon überzeugen, dass sie ungefährdet den Fang heimischer Fischer kaufen können. Die Fischerei war in Verruf geraten, nachdem es auf dem zentralen Fischmarkt in Colombo zu einem Corona-Ausbruch gekommen war. Dadurch brachen die Verkaufszahlen der zweitwichtigsten Industrie des Landes rapide ein.

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Wedaarachchi dachte sich vermutlich, dass jede Beteuerung der Ungefährlichkeit nur verpuffen würde und beschloss, etwas praktischer vorzugehen. Vor laufenden Kameras nahm er also einen kräftigen Bissen von einem frisch gefangenen rohen Fisch. Dazu erklärte er den Zuschauern und anwesenden Journalisten: “Ich rufe die Menschen dieses Landes dazu auf, diesen Fisch zu essen.” Wedaarachchi versicherte: “Sie müssen keine Angst haben, das Coronavirus wird Sie nicht infizieren.”

Der Auftritt hatte zumindest den gewünschten Effekt, dass sich die einheimischen Medien auf das Thema stürzten und dem Inhalt so ihre Aufmerksamkeit schenkten. Sri Lanka befindet sich durch die Pandemie in einer wirtschaftlich extrem heiklen Lage. Auch der Tourismus ist weitestgehend als Einnahmequelle weggefallen. Nach dem Lockdown durch den heftigen Ausbruch mussten Händler der Märkte Frischware im Wert von Millionen verrotten lassen. Auch der Export war von den Einschränkungen betroffen, die Fischpreise sanken in den Keller. Mit seiner ungewöhnlichen Initiative will Wedaarachchi nun zumindest die einheimischen Käufer dazu bewegen, den Fischmärkten wieder zu vertrauen.

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Es ist nicht das erste Mal in diesem Krisen-Jahr, dass Politiker auf ungewöhnliche PR-Maßnahmen zurück greifen, um auf einbrechende Wirtschaftszweige in Sri Lanka hinzuweisen. Im September war ein Minister auf eine Palme geklettert, um die Menschen zum Kauf heimischer Kokos-Produkte anzuregen.

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