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Spotify-Chef Daniel Ek will Arsenal London kaufen – schon als Kind war er Fan des Vereins

Klemens Handke
·Lesedauer: 3 Min.
Spotify-Chef Daniel Ek.
Spotify-Chef Daniel Ek.

Der Schwede Daniel Ek revolutionierte mit der Gründung seines Streaming-Dienstes Spotify das Musikgeschäft. Heute zählt der Anbieter 345 Millionen aktive Nutzer — 155 Millionen davon als zahlende Abonnenten. Der Spotify-Chef hat nun ein neues Ziel vor Augen, das ihm zufolge eine Herzensangelegenheit ist. Ek möchte den Londoner Fußballklub FC Arsenal vom US-Unternehmer Stan Kroenke kaufen. Doch dieser schließt eine Übernahme durch den Selfmade-Milliardär bisher aus.

Seitdem er denken kann, ist Ek Fan vom FC Arsenal, beteuert der Spotify-Chef und Mitbegründer auf Twitter. Falls Kroenke die Anteile am Klub veräußern möchte, sei er bereit, schreibt der Schwede weiter. Arsenal wird vom Wirtschaftsmagazin "Forbes" mit 2,8 Milliarden US-Dollar bewertet. Eine riesige Summe — auch für den Milliardär Ek, dessen Vermögen auf 4,4 Milliarden Dollar geschätzt wird.

https://twitter.com/eldsjal/status/1385667437929062403

Wie ernst meint es Ek also mit seinem Angebot? Glaubt man dem 38-Jährigen, liegen ihm der traditionsreiche Klub aus dem Norden Londons und seine zahlreichen Fans am Herzen. Doch die Anteile am Klub hält aktuell das Investment-Unternehmen Kroenke Sports & Entertainment. Kroenke ist bekannt dafür, in große Sportvereine zu investieren, um an ihrem Erfolg zu verdienen. So gehören dem US-Unternehmer auch der Baseballklub Colorado Rapids, der NBA-Klub Denver Nuggets, der Eishockeyverein Colorado Avelanche und die Los Angeles Rams aus der NFL.

Kroenke stieg 2011 bei Arsenal ein und wollte den Klub mit seinen Investitionen wieder an die europäische Fußballspitze führen. Die letzte englische Meisterschaft liegt nun schon 17 Jahre zurück. International kann der Klub nur den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger von 1994 vorweisen. In der Liga steht Arsenal aktuell im grauen Mittelfeld der Tabelle auf Platz 10 — weit entfernt von den ertragreichen Europastartplätzen.

Fans fordern: Kroenke raus!

Die neusten Pläne des Klub-Eigners endeten ebenfalls im Debakel. Zusammen mit elf weiteren europäischen Topklubs aus England, Spanien und Italien wollte der FC Arsenal eine eigene Super League gründen. Die veröffentlichten Pläne unter der Schirmherrschaft des Real-Madrid-Präsidenten Florentino Perez wurden nicht nur von der UEFA, sondern auch von Sportfans auf der ganzen Welt stark kritisiert.

Seit Tagen versammeln sich Fans des FC Arsenal vor dem Emirates Stadium und der Geschäftsstelle des Vereins. Die Super-League-Pläne liegen vorerst auf Eis, doch die Proteste halten an. Die Fans fordern: Kroenke raus!

Spotify-Chef Daniel Ek witterte seine Chance. Er will die Wogen glätten und das verlorene Vertrauen in die Führung des Vereins wieder aufbauen, sagte er in einem Gespräch mit dem US-Sender "CNBC". Ek würde sich auch dazu bereit erklären, länger um die Übernahme des Vereins zu kämpfen. Das Engagement soll kein Sprint, sondern ein Marathon werden.

Doch Kroenke zeigt sich einer Übernahme durch Ek in der Öffentlichkeit weniger aufgeschlossen. Der US-Unternehmer werde Arsenal zu keinem Preis verkaufen, sagte er der britischen Tageszeitung "The Guardian". Beim FC Arsenal seien bisher keinerlei Angebote eingegangen, teilte der Klub mit.

Fußballstars unterstützen Ek

Geht es nach den Fans, könnte Ek gar nicht schnell genug das Ruder beim erfolglosen Premier-League-Klub übernehmen. Kroenke war bereits vor den veröffentlichten Plänen einer Super League alles andere als beliebt bei der Anhängerschaft. Sein Interesse an dem, was bei Arsenal auf dem Platz geschieht, hielt sich ebenfalls in Grenzen. Nur selten wurde Kroenke bei Spielen in der Loge des Emirates Stadiums gesichtet.

Die Hoffnung der Anhänger ist nun, dass sich all dies unter einem neuen Besitzer, der sich auch noch als einer von ihnen ausgibt, endlich ändern wird. Da hilft es Ek auch, dass Klub-Legenden wie Thiery Henry, Dennis Bergkamp und Patrick Vieira hinter ihm stehen und für den neuen Investor werben.

Dabei ist klar, das Ek in erster Linie nicht nur ein angeblicher Fan des Vereins ist, sondern vor allem ein Geschäftsmann. Am Ende des Tages wird auch Ek als möglicher Investor beim FC Arsenal immer mehr an dem Gewinn als den Sorgen der Fans interessiert sein. Im durchgetakteten Profifußballgeschäft, bei dem Millionen-Summen hin und her geschoben, Weltmeisterschaften in Katar und eine europäische Super League geplant werden, ist kein Platz mehr für Fußball-Romantik.