Deutsche Märkte geschlossen

Spitzenköche testen Brote und kommen zu einem überraschenden Ergebnis

Insgesamt elf Brote haben zwei Spitzenköche getestet – dabei gibt es einen Überraschungssieger. (Bild: ddp)

Für das Magazin „Stern“ haben die Spitzenköche Vincent Moissonnier und Eric Menchon Weizenmischbrote getestet. Teils vom Discounter, teils vom Bäcker – ohne zu wissen, woher das Brot kommt oder was es kostet. Mit diesem Testsieger hätte wahrscheinlich niemand gerechnet!

Insgesamt 11 Broten standen bei den Köchen des Zwei-Sterne-Restaurants „Le Moissonnier” in Köln auf dem Prüfstand. Die Kriterien: Aussehen, Konsistenz, Aroma, Geschmack und Mundgefühl. 1 Punkt bedeutet schlecht, 5 Punkte wären ein sehr gut. Und hinsichtlich der äußerst gemischten Herkunft der Brote ist das Ergebnis durchaus überraschend.

Am schlechtesten kamen die „Bauernschnitten“ von Aldi Süd in Köln davon. Mit einem Kilopreis von 1,18 Euro das billigste Brot im Test, dem die Köche folgendes Urteil ausstellten: ein langweiliges, klebriges Industriebrot, das zudem unangenehm riecht. Punkte: 1,4.

Lesen Sie auch: Warum Apfelsaft bald teurer wird

Mit vielen Gewürzen wie Nelken, Anis und Lavendel soll das „Weichardt-Spezial“ der Bäckerei Weichardt in Berlin punkten. Riecht gut, ist den Testern im Geschmack aber zu dominant, die Krume ist zu schwer, der Teig zu bröselig. Mit einem Kilopreis von 5,60 Euro bekommt das Brot 1,8 Punkte. Die „Medeweger Kruste“ der Mühlenbäckerei in Schwerin bringt es ebenfalls auf 1,8 Punkte. Was zunächst wie solides Bäckerhandwerk mit schöner Struktur aussieht, entpuppt sich als schwerer, säuerlicher und nicht durchgegarter Brocken. Macht ebenfalls 1,8 Punkte.

Mit 2 Punkten ist das „Immer wieder“ von Rewe in Köln einen Ticken besser – den Röstaromen sei Dank. Das Schnittbrot zum Kilopreis von 3,38 Euro hat aber eine gummiartige Kruste und wirkt insgesamt „total läppisch“. Ebenfalls vom Discounter, diesmal Edeka, ist „Weizen Mildes“, das im Kilo 1,99 Euro kostet. Das „typische Fabrikprodukt ohne Struktur“ bekommt 2,2 Punkte. Mit 2,4 Punkten ist das „Leipziger Lieblingsbrot“ der Bäckerei Wendl in Leipzig dem Gourmetgaumen schon eher zuträglich. 2,86 Euro kostet es pro Kilo, riecht angenehm, ist aber sehr weich und pampig.

3,6 Punkte verteilen die französischen Köche an das „Pfister Öko-Rustikal” von der Hofpfisterei in München. Optisch nicht gerade ansprechend, überzeugt es aber im Geschmack. Für 5,86 pro Kilo eine gute Grundlage für Käse oder Schwarzwälder Schinken.

Der Überraschungssieger: Brot vom Discounter Lidl

Mit vier Punkten ist die „Bauernkruste” vom Lidl in Köln der Überraschungssieger des Tests. Für nur 2,48 Euro pro Kilo bekommen die Kunden ein appetitliches Brot mit locker-luftigem Teig, schöner Kruste und richtig gutem Geschmack. Die Juroren konnten fast nicht glauben, dass es dieses Brot beim Discounter gibt.

Lesen Sie auch: Aldi ruft Champignons wegen Glassplittern zurück

Denn das einzige Brot, dass da mit derselben Punktzahl mithalten konnte, war die mit 5,60 Euro pro Kilo mehr als doppelt so teure „Ravensberger Kruste“ von der Bäckerei Backsüchtig aus Bielefeld. Mit ausreichend Zeit gefertigt und in einem richtigen Ofen goldgebacken, hat es ein mildes Aroma und wird im Mund nicht klebrig. Das Fazit: „gutes Handwerk“.

Sehen Sie auch: Aldi verrät, an welcher Kasse sich Kunden anstellen sollten