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"Müssen härter werden": Gladbach patzt beim Angstgegner

SPORT1
·Lesedauer: 4 Min.

Patrick Herrmann raufte sich im Strafraum die Haare, Marco Rose schüttelte auf der Trainerbank den Kopf. Zwei Riesenchancen hatte sein Angreifer in den Schlussminuten vergeben - und Borussia Mönchengladbach damit die Generalprobe für den Showdown bei Real Madrid in der Königsklasse verpatzt.

Beim Angstgegner SC Freiburg hat sich das Team erneut einen Ausrutscher geleistet.

Der CHECK24 Doppelpass mit Jens Lehmann am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Die Gladbacher kamen bei den Breisgauern nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus und drohen als Tabellensiebter den Anschluss an die Spitzengruppe zu verlieren. (Tabelle der Bundesliga)

Rose: "Müssen härter werden"

Breel Embolos Treffer (23.) und ein Traumtor von Alassane Pléa (50.) reichten der Borussia nicht zum ersten Sieg im Oberhaus seit März 2002 in Freiburg. Die Fohlen müssen sich im "Endspiel" gegen das Starensemble um Nationalspieler Toni Kroos am Mittwoch (21.00 Uhr) deutlich steigern. Freiburg wartet trotz der Tore von Philipp Lienhart (32.) und Vincenzo Grifo (49., Foulelfmeter) weiter auf den zweiten Saisonsieg. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Wir hatten die Chancen, das 3:2 zu machen, leider ist uns das nicht gelungen", stellte Embolo fest.

Bei Gladbach haderte auch Trainer Marco Rose mit dem Remis. "Ich muss morgen schauen, wenn ich aufwache, ob wir einen Punkt gewonnen oder zwei verloren haben. Ein Sieg wäre wichtig gewesen, aber jetzt fahren wir mit einem Punkt weg, der sich im Moment so anfühlt als wäre er okay", sagte er. "In der Weiterentwicklung geht es darum, dass wir in solchen Phasen noch härter werden uns selbst gegenüber, um solche Spiele auch zu gewinnen."

Grifo: "Haben uns am Ende nicht belohnt"

Auf der Gegenseite sah die Gemütslage anders aus.

"Wir waren sehr eklig und dreckig. Am Ende haben wir uns dafür belohnt, aber leider nicht die drei Punkte hier behalten", sagte Grifo bei Sky. SC-Trainer Christian Streich ergänzte: "Gladbach war gut, aber wir waren auch gut. Und dann ist es für Gladbach auch schwer. Wir sind vorne wie die Verrückten angelaufen. Wir sind insgesamt nicht belohnt worden. Und am Ende brauchst du noch Glück, damit du nicht verlierst. Das wäre absolut ungerecht gewesen."

Die Freiburger warten zwar weiterhin seit dem 1. Spieltag auf einen Sieg, landeten mit dem hochverdienten Punktgewinn gegen den Champions-League-Teilnehmer aber zumindest einen Achtungserfolg. Die Gastgeber waren dem Dreier durchaus näher, sowohl Lucas Höler (15.) als auch Grifo (78.) scheiterten am Pfosten. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Gladbachs schwarze Serie in Freiburg hält an

Der letzte Gladbacher Sieg in Freiburg datiert vom 23. März 2002, es war zugleich der einzige in jetzt 19 Bundesliga-Gastspielen im Breisgau. "Wir hatten schon viele Räume, aber wir haben es schlecht ausgespielt und hatten keine Tiefe. Die zweite Halbzeit war sehr gut, aber wir haben beim Elfmeter ein bisschen geschlafen und waren fahrlässig. Danach haben wir eine gute Reaktion gezeigt. Am Schluss ist es ein gerechtes Unentschieden", sagte Embolo.

Abwehrchef Matthias Ginter haderte mit den Standard-Gegentoren: "Das zieht sich ein bisschen durch die Saison, dass wir bei Standards nicht hellwach sind."

Rose verzichtete im Breisgau auf große Wechselspiele. Im Vergleich zur Niederlage gegen Inter Mailand (2:3) unter der Woche nahm der Borussen-Coach einzig Marcus Thuram und Valentino Lazaro aus der Startelf, zudem musste der angeschlagene Tony Jantschke passen. Denis Zakaria, Breel Embolo und Hannes Wolf rotierten dafür in die Mannschaft.

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Vor dem Anpfiff hatte Rose vor "unangenehmen" Freiburgern gewarnt - nicht ohne Grund. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich startete vielversprechend, zeigte sich griffig in den Zweikämpfen und setzte die Gladbacher Abwehr um Ersatz-Innenverteidiger Christoph Kramer früh unter Druck.

Höler verpasst Freiburg-Führung - Santamaría legt artistisch vor

Lucas Höler (15.) vergab allerdings die Riesenchance zur Führung: Der SC-Stürmer lief alleine auf Yann Sommer zu, traf nur den Pfosten und beförderte den Abpraller unglücklich über das Tor. Nach dem Weckruf schlugen die Gladbacher mit ihrer ersten durchdachten Offensivaktion zu, Embolo vollendete nach sehenswertem Zusammenspiel mit Kapitän Lars Stindl flach ins Eck.

Am behäbigen Auftreten der Gäste änderte dies aber nichts. Gladbach enttäuschte offensiv weiter und offenbarte große Lücken in der Defensive. Bei den Abschlüssen von Ermedin Demirovic (27.) und Vincenzo Grifo (31.) rettete Sommer noch, gegen Lienharts Kopfball nach einer Fallrückzieher-Vorlage von Baptiste Santamaria war er jedoch machtlos.

Grifo lässt Freiburg nur kurz jubeln - Pléa trifft sehenswer

Nach dem äußerst glücklichen Remis zur Pause hatten Stindl und Co. zunächst auch nach der Pause Probleme. Grifo belohnte Freiburg per Elfmeter, nachdem Stefan Lainer den starken Nicolas Höfler gefoult hatte. Die Antwort hatte Plea parat: Der Franzose schlenzte den Ball von der Strafraumkante in den Winkel.

Gladbach agierte in der Folge etwas offensiver, die besten Chancen vergaben Oscar Wendt (61.) und Patrick Herrmann (84., 90.+1) aus kurzer Distanz. Die Freiburger, die von Streich weiter angepeitscht wurden, blieben aber unbequem und hatten neben Grifos Pfostenschuss noch durch Nils Petersen (84.) und Roland Sallai (89.) gute Möglichkeiten auf den Siegtreffer.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)