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Sparkasse umgarnt Top-Bankerinnen mit Teilzeit-Chef-Angebot

·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Stadtsparkasse Düsseldorf will einige Teams künftig von zwei Chefs führen lassen, die dann jeweils in Teilzeit arbeiten. Der Schritt soll helfen, talentierte Frauen für Führungsposten zu gewinnen, für die sie sich sonst wegen familiärer Pflichten nicht beworben hätten. Noch immer wird die deutsche Bankenbranche von männlichen Managern dominiert.

“Wir hoffen, mehr Frauen für Führungsposten begeistern zu können”, erklärte Karin-Brigitte Göbel, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, in einem Interview mit Bloomberg. Letztlich gehe es bei dem Projekt um die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, aber auch um das Aufspüren von Talenten. Für Männer gelte das Angebot gleichermaßen.

Seit ein paar Wochen ist das Projekt intern ausgeschrieben, nachdem der Vorstand grünes Licht für das Vorhaben gegeben hatte. Los geht es zunächst mit der untersten Führungsebene, also der Gruppenleitung. Hier übernehmen Chefs typischerweise die Verantwortung für bis zu einem Dutzend Kollegen. Bisher haben sich drei Interessenten gemeldet.

Göbel, die ihre Karriere einst bei der Deutsche Bank AG begonnen hatte, rechnet noch für dieses Jahr mit den ersten Führungstandems. “Wir können uns vorstellen, das später bis auf die Bereichsleitungsebene auszudehnen. Das ist die Ebene unter dem Vorstand”, sagte sie.

Solche Initiativen haben angesichts mangelnder Diversifikation einen ernsten Hintergrund. Bei den 100 größten deutschen Banken ist beispielsweise der Frauenanteil in den Vorständen extrem niedrig. Im Herbst 2020 lag die Quote laut einer DIW-Studie bei rund 11%, ein Zuwachs von weniger als einen Prozentpunkt gegenüber 2019.

Für die Führungsposten in Teilzeit plant die Sparkassen 110%-Stellen ein. Das heißt, es gibt eine zeitliche Überlappung der beiden Chefs. Diese sollen sie für Abstimmungen nutzen, etwa für Beurteilungen von Kollegen, erklärte Göbel. “Denn es ist wichtig, dass das Führungsteam den Mitarbeitenden gegenüber geschlossen auftritt und es nicht zu einem Ausarbitrieren kommt.”

Ihren Worten zufolge dürfte der Digitalisierungsschub während der Pandemie zum Erreichen dieses Ziel beitragen. Viele Informationen seien inzwischen digital verfügbar und stünden damit jederzeit beiden Mitgliedern eines Führungstandems zur Verfügung.

Durch die zeitweise Doppelbesetzung von Stellen wird das Projekt für die Sparkasse auch zu einer finanziellen Investition. Doch Göbel glaubt, dass sich das lohnt. Denn die Förderung von Frauen sei längst nicht der einzige Vorteil. Auch das Institut selbst profitiere.

So hofft Göbel etwa auf höhere Produktivität, wenn Führungskräfte weniger unter Zeitdruck stehen und mehr Spaß an der Arbeit haben. Die Chefs in Teilzeit könnten sich außerdem die Aufgaben nach Kompetenzen aufteilen, was die Effizienz steigere. Und nicht zuletzt laufe die Sparkasse durch die Doppelstrukturen weniger Gefahr, Knowhow auf einen Schlag zu verlieren, sollte ein Chef von Bord gehen.

(Neu: Digitalisierung im 7. Absatz)

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©2021 Bloomberg L.P.

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