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Die skurrile "Effenberg-Bank": Wie diese Volksbank mit Fußball-Finanzierung und Bafin-Stress immer wieder für Schlagzeilen sorgt

Die Effenberg-Bank hat ihren Sitz in Thüringen. - Copyright: picture alliance / Geisler-Fotopress | Burkhard Schubert/Geisler-Fotopr
Die Effenberg-Bank hat ihren Sitz in Thüringen. - Copyright: picture alliance / Geisler-Fotopress | Burkhard Schubert/Geisler-Fotopr

Bei der "Effenberg-Bank" scheint keine Ruhe einzukehren. Wie der "Spiegel" berichtete, trat der gesamte Aufsichtsrat des Thüringer Kreditinstituts zurück. Mit dem Rücktritt seien die 16 Mitglieder offenbar ihrer Abberufung zuvorgekommen. Dem Rücktritt seien Fragen der Bafin zu riskanten Kreditgeschäften, dubiosen Geldflüssen sowie mangelnder Kooperationsbereitschaft vorausgegangen. Ein Sonderbeauftragter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) solle jetzt die Aufgaben des Aufsichtsrats übernehmen. Und es ist nicht das erste Mal, dass die Bank mit Schlagzeilen auffällt.

Die "Effenberg-Bank" heißt eigentlich Volks- und Raiffeisenbank Bad Salzungen Schmalkalden und war lange Zeit eher wenigen Menschen außerhalb der Region bekannt. Den Spitznamen verdankt das Thüringer Kreditinstitut einem prominenten Mitarbeiter, denn Ende 2018 wurde der ehemalige Fußballprofi Stefan Effenberg eingestellt, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete. Fußball spielt auch bei den Geschäften der Bank eine Rolle. Das Kreditinstitut setzt auf das Geschäftsfeld Fußballfinanzierung und hat in der Vergangenheit Kredite an bekannte Fußballvereine vergeben – etwa zehn Millionen Euro an den spanischen Club Atlético Madrid.

Liquiditätsprobleme und risikofreudige Investments

Doch die Bank hat nicht nur aufgrund ihres prominenten Mitarbeiters von sich reden gemacht. So kämpfte sie schon in den vergangenen Monaten mit Liquiditätsproblemen, wie der MDR berichtete. Ihr wurden eine "zu geringe Eigenkapitalquote und risikofreudige Investments" vorgeworfen. Die Bafin habe daher eine Erhöhung der Eigenkapitalquote von acht auf 14 Prozent gefordert, um Zahlungsausfälle zu vermeiden.

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Zudem habe die Aufsichtsbehörde die VR-Bank dazu angehalten, ihr aufgrund "ungewöhnlich hoher Mittelabflüsse" täglich Bericht über ihre Liquiditätssituation zu erstatten, wie der "Spiegel" berichtete. Neben der Bafin habe auch der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) das Geldinstitut kritisch betrachtet und Lücken im Überwachungssystem sowie eine "kritische wie ungeklärte Risikolage" moniert.

Die Bafin überprüfte die "Effenberg-Bank" schon häufiger

Schon vor dem Vorfall hatte die "Effenberg-Bank" bereits mehrfach Kontakt mit der Bafin. Im Jahr 2022 hat die Aufsichtsbehörde laut der "WirtschaftsWoche" in Erwägung gezogen, die Bank zu einer Erhöhung der Kapitalreserven aufzufordern. Grund seien "festgestellte Mängel bei der Art und Weise, wie die Bank ihre Risiken managt" gewesen, die im Rahmen einer Überprüfung im Auftrag des BVR festgestellt worden seien. Das Kreditinstitut habe demnach Risiken von Krediten falsch eingestuft und in Risikogruppen eingeordnet, die günstiger waren.

Doch damit nicht genug: Auch in den Jahren seit 2018 hatte die "Effenberg-Bank" bereits Ärger mit der Finanzaufsicht. In dem damaligen Fall forderte die Bafin die Abberufung des Vorstandschefs der Bank, wie das "Handelsblatt" berichtete. Zudem habe die Staatsanwaltschaft Mühlhausen wegen des Verdachts auf Untreue gegen ihn ermittelt. Das Verfahren wurde jedoch im Herbst 2021 gegen eine Geldauflage von 240.000 Euro eingestellt.