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Siltronic lässt Zweifel an Milliardenübernahme aufkommen

·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Der Münchener Waferhersteller Siltronic AG hat Zweifel an der geplanten 4,6 Milliarden Euro schweren Übernahme durch die taiwanesische GlobalWafers Co. aufkommen lassen. Bisherige Rückmeldungen des Wirtschaftsministeriums seien nicht eindeutig gewesen und enthielten keine klare Lösung für außenwirtschaftliche Bedenken.

Siltronic fielen zum Handelsstart in Frankfurt um bis zu 11% auf 123,50 Euro, den niedrigsten untertägigen Kurs seit Dezember 2020. Die Übernahmepläne der GlobalWafers waren Ende November 2020 erstmals bekanntgegeben worden.

Vertreter der Unternehmen hätten bislang “keine Angaben dazu erhalten, ob und unter welchen Umständen eine außenwirtschaftsrechtliche Unbedenklichkeitsbescheinigung für die öffentliche Übernahme” erteilt werden könne, teilte die Siltronic am späten Freitag mit. Offenbar sei “eine Sicherheitsvereinbarung im vorliegenden Fall nicht geeignet, Bedenken im Hinblick auf die Transaktion zu beseitigen.”

Die Stellungnahme folgte auf einen Bericht von Bloomberg über Zugeständnisse, die die Firmen vorgeschlagen haben. Dazu gehören Sonderstimmrechte für den Bund mittels goldener Aktien sowie Möglichkeiten, die Transaktion rückgängig zu machen oder wichtige Vermögenswerte an Deutschland zurückzuverkaufen, berichten Personen, die nicht namentlich genannt werden wollten.

Globalwafers versicherte in einer Mitteilung, man habe “alle Bedenken, die geäußert wurden, konstruktiv und umfassend ausgeräumt” und der Deal sei “immens vorteilhaft” für Deutschland und Europa.

Das Bundeswirtschaftsministerium prüft den Deal seit mehr als einem Jahr, eine Frist läuft Ende dieses Monats ab. Liegt die Unbedenklichkeitsbescheinigung bis dahin nicht vor, kann die Transaktion nicht vollzogen werden, sagte Siltronic.

“Investitionsprüfverfahren beinhalten häufig sehr komplexe Fragestellungen und Materien, die einer genauen Prüfung bedürfen”, teilte das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage am Freitag mit. “Es gelten die in der Außenwirtschaftsverordnung genannten Fristen für die Prüfung und die dort genannten Vorgaben für die Investitionsprüfung.”

Robert Habeck, der neue Bundeswirtschaftsminister, war die ersten Wochen im Amt damit beschäftigt, Weichenstellungen vorzunehmen, um die industrielastige deutsche Volkswirtschaft in diesem Jahrzehnt auf grüne Energie umzustellen. Der geplante Verkauf von Siltronic an den taiwanesischen Technologieriesen stellt ihn und sein Ministerium nun vor eine Bewährungsprobe beim Entscheid über ein Übernahmeprojekt, das geopolitische und wirtschaftliche Folgen haben könnte.

Vor dem Hintergrund der andauernden Spannungen zwischen China und Taiwan ist die Übernahme politisch heikel. Deutschland hat in der Vergangenheit versucht, diesbezügliche Konflikte mit der Führung Chinas zu vermeiden. Die Volksrepublik sieht Taiwan als unabtrennbaren Bestandteil des chinesischen Territoriums an.

Außer in Deutschland steht nur noch in China eine behördliche Genehmigung für den Deal aus. Die Zertifizierungsbehörde SAMR (State Administration of Market Regulation) der Volksrepublik habe signalisiert, dass sie mit den von den Unternehmen vorgeschlagenen kartellrechtlichen Zugeständnissen weitgehend einverstanden sei und in Kürze eine formelle Entscheidung treffen könnte, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen in dieser Woche gegenüber Bloomberg. Damit wäre der Ball fest im deutschen Spielfeld.

Überschrift des Artikels im Original:

GlobalWafers Offers Germany Veto Power to Secure Siltronic Deal

(Neu: Kursreaktion im zweiten Absatz)

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