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Signa-Vorstand: „Die Innenstadt bleibt Lebenszentrum“

·Lesedauer: 2 Min.

In der Immobilienbranche wird diskutiert, wie man die deutschen Innenstädte wiederbeleben kann. Immobilienexperte Timo Herzberg macht dazu Vorschläge.

Zum Firmenimperium des Galeria-Karstadt-Kaufhof-Besitzers René Benko gehören auch Anteile an einer Immobiliengesellschaft, der Signa Prime Selection. Diese hält auch Immobilien, in denen Karstadt-Kaufhof Mieter ist – oder war. Signa-Vorstand Timo Herzberg ist für die Immobiliengeschäfte in Deutschland zuständig. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt der 44-Jährige seine Vorschläge zur Wiederbelebung der Innenstädte.

Warum treffen die Folgen der Pandemie die Städte so hart?
Vor allem im März und April haben die Menschen in den Ballungsräumen ihren Lebensstil kurzfristig verändert. Die Fragen, vor denen wir jetzt stehen, sind im Grunde nichts Neues. Die Veränderung der Innenstädte, die Entwicklung von Büroarbeitswelten, der Wandel im Handel – all das sind Prozesse, die schon lange laufen. Die Coronakrise beschleunigt den Prozess lediglich.

Experten sprechen davon, dass es jetzt darum geht, die Lücken zu schließen, die die Geschäftsschließungen in den Innenstädten hinterlassen. Wie kann das gelingen?
Es wäre naiv zu glauben, dass man jetzt im Handumdrehen unsere Innenstädte umbauen könnte. Aber die Frage, was wir künftig von unseren Innenstädten erwarten, ist sehr berechtigt. Es ist eine grundsätzliche Herausforderung: Man muss Entwicklungen frühzeitig erkennen und konzeptionell angehen. Wir müssen laufend in Städte investieren, um sie zu wandeln und damit ihre Anziehungskraft und Lebensfunktion auch in Zukunft zu erhalten.

Wie soll das aussehen?
Attraktiver Einzelhandel mit neuen Mischformen, Angebote aus dem kulturellen Bereich, aus der Gastronomie. Es geht darum, Arbeits- und Freizeitwelten miteinander zu verbinden. Die Innenstadt ist und bleibt das Zentrum des Lebens. Das erfordert vor allem neues Denken, zum Beispiel bei der Verkehrsinfrastruktur. Hier müssen wir alle gesellschaftlichen und sozialen Entwicklungen reflektieren.

Wen sehen Sie da in der Verantwortung?
Die Städte und die Eigentümer müssen gemeinsam die richtigen Rahmenbedingungen schaffen für die Nutzer der Innenstädte. Verwaltung und Politik brauchen hier die richtige Strategie. Und bei der Entwicklung von Leitlinien müssen die, die sie umsetzen sollen, also die Immobilieneigentümer, genauso beteiligt werden wie die Öffentlichkeit. Daran fehlt es heute noch oftmals. Wir bieten unsere Unterstützung an mit dem Ziel, nachhaltige und attraktive Innenstädte zu schaffen. Denn das ist die Sicht eines Investors, der 50, 60 oder 70 Jahre in der Stadt engagiert bleibt.

Was wollen Sie als Eigentümer der Immobilien beitragen?
Jeder Investor, der in dem Maßstab Projekte in die Innenstädte setzt und Quartiere entwickelt, wie wir das tun, hat eine wesentliche soziale Verantwortung für die Stadt. Und der wollen wir auch gerecht werden. Wir sind bereit, uns mit Öffentlichkeit und Verwaltung über das richtige Maß für die Nutzungsmischung abzustimmen und da zu einem Ergebnis zu kommen. Dazu gehört natürlich, dass es wirtschaftlich ausgewogen ist, denn wir können nur investieren, wenn sich das Investment rechnet. Diesen Zweiklang zu vermitteln ist anspruchsvoll.