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Siemens bleibt auf moderatem Wachstumskurs – die Blitzanalyse

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Siemens bleibt auf moderatem Wachstumskurs – die Blitzanalyse

Die kriselnde Kraftwerkssparte von Siemens macht kleine Fortschritte. Der Umsatz konnte leicht zulegen. Allerdings sank der Gewinn nach Steuern zuletzt.


Konzernchef Joe Kaeser hat zum Kapitalmarkttag die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 vorgelegt. Der Technologiekonzern geht in guter Verfassung in den weiteren radikalen Umbau. Hier die wichtigsten Fakten:

  • Der Umsatz des Konzerns stieg im zweiten Quartal um vergleichbar zwei Prozent auf 20,9 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte etwas stärker um vergleichbar vier Prozent auf 23,6 Milliarden Euro zu. Zum Vergleich: Der Schweizer Konkurrent ABB hatte die Erlöse im ersten Kalenderquartal um vergleichbar vier Prozent auf gut 6,8 Milliarden Dollar gesteigert. Der angeschlagene US-Rivale General Electric musste zum Start ins neue Jahr einen Umsatzrückgang um zwei Prozent auf 27,3 Milliarden Dollar hinnehmen.
  • Auch beim operativen Ergebnis im industriellen Geschäft machte Siemens kleine Fortschritte. Es verbesserte sich um sieben Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Das entsprach einer leicht verbesserten Umsatzrendite von 11,4 Prozent.
  • Der Gewinn nach Steuern sank leicht auf 1,9 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten Veräußerungsgewinne das Ergebnis aufpoliert. Bei ABB wurde das bereinigte operative Ergebnis um zwei Prozent auf 766 Millionen Euro gesteigert. Währungsbereinigt betrug das Plus bei den Schweizern zehn Prozent. GE musste einen Rückgang des angepassten operativen Gewinns um 14 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar hinnehmen. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft verdreifachte sich auf gut eine Milliarde Dollar.

Das fällt positiv auf

Die kriselnde Kraftwerkssparte „Power and Gas“, die in veränderter Zusammensetzung ausgegliedert und an die Börse gebracht werden soll, machte kleine Fortschritte. Zwar sank der Umsatz noch einmal um vergleichbar sechs Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Doch verbesserte sich das angepasste operative Ergebnis deutlich von 114 auf 156 Millionen Euro.

Damit erzielte die Kraftwerkssparte immerhin eine Umsatzrendite von 5,6 Prozent. Zulegen konnten auch unter anderem Siemens Gamesa und die Healthineers.

Das fällt negativ auf

In einigen Sparten verschlechterte sich die Profitabilität. In der Gebäudetechnik, der Bahntechnik und der Digitalen Fabrik fiel die Marge niedriger aus – allerdings teilweise auf hohem Niveau.


In der „Digitalen Fabrik“ zum Beispiel sank die Marge von stolzen 20,9 auf immer noch sehr gute 19,6 Prozent, bei Mobility von 12,0 auf 10,8 Prozent.

So geht es weiter

Siemens-Chef Kaeser bestätigte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Er erwartet ein moderates Wachstum auf vergleichbarer Basis. Für das industrielle Geschäft prognostiziert Siemens eine Ergebnismarge von elf bis zwölf Prozent. Am 1. April ging die neue Struktur „Vision 2020+“ an den Start. Nächstes Großprojekt ist die Ausgliederung der Energietechnik-Geschäfte.