Deutsche Märkte öffnen in 3 Stunden 53 Minuten

Sieben Dinge, die für Anleger heute wichtig sind

Das Coronavirus breitet sich weiter aus und beeinflusst zunehmend die Wirtschaft. Der Dax wird zum Handelsstart deutlich im Minus erwartet.

Anleger sorgen sich derzeit um die Auswirkungen des Coronavirus. Foto: dpa

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist weltweit auf mehr als 6000 gestiegen. Am Donnerstag werden die Anleger die Entwicklungen weiter beobachten. Der deutsche Leitindex Dax liegt am Donnerstagmorgen auf außerbörslichen Handelsplattformen vor dem Handelsstreit in Frankfurt deutlich im Minus. Am Mittwoch schloss der Dax 0,2 fester bei 13.345 Punkten.

Am Mittwoch machten sich vor allem die Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft bemerkbar. So verkündeten Fluggesellschaften wie die Lufthansa oder British Airways zunächst ihre Flüge aus und nach China einzustellen. Außerdem gingen chinesische Ökonomen davon aus, dass das Wachstum in der Volksrepublik durch den Virus gebremst werden könnte.

Andere Firmen haben Fabriken und Filialen geschlossen oder verzichten auf Dienstreisen in die betroffene Region. Nach ersten Einschätzungen könnte auch der Tourismus in Europa einen Dämpfer bekommen, wenn die zahlreichen Gäste aus Fernost für längere Zeit ausbleiben sollten.

Besonders beschäftigen dürfte Anleger heute die Deutsche Bank und die DWS, die ihre Jahreszahlen präsentieren. Die Deutsche Bank steckt mitten in einem Konzernumbau. Am Mittwoch verkündete der Vorstand auf die Hälfte seines Bonus zu verzichten. Für Bewegung an den Märkten könnte zudem auch die Bekanntgabe der Zahlen zum US-Wirtschaftswachstum sorgen. Dabei wird auch für das vierte Quartal von einem Wachstum um die zwei Prozent ausgegangen.

1 – Vorgaben aus den USA

An der Wall Street in New York versetzten überzeugende Firmenbilanzen die Anleger zunächst in Kauflaune. Diese ebbte jedoch im Handelsverlauf ab, nachdem die Notenbank Fed den Leitzins unverändert beließ. Zudem machte sie klar, dass sie an ihrem Kurs festhalten und nicht – wie etwa von Präsident Donald Trump wiederholt gefordert – eine laxere Geldpolitik verfolgen werde. Die Anleger versuchten zudem, den Ausbruch des Coronavirus zu verdauen, sagten die Analysten der Investmentbank Jefferies.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss kaum verändert bei 28.734 Punkten. Der breiter gefasste S & P 500 fiel 0,1 Prozent auf 3273 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 0,1 Prozent auf 9102 Stellen.

2 – Vorgaben aus Asien

Die asiatischen Anleger werden weiterhin von der Angst vor den wirtschaftlichen Folgen der Ausbreitung des Coronavirus in Schach gehalten. Im Handelsverlauf machte sich zudem die Fed-Entscheidung bemerkbar. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,9 Prozent tiefer bei 22.937 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,7 Prozent und lag bei 1671 Punkten.

3 – Deutsche Bank und DWS präsentieren Jahreszahlen

Bereits seit dem vergangenen Sommer ist klar, dass das Sanierungsprogramm, das Vorstandschef Christian Sewing der Deutschen Bank verordnet hat, zu einem milliardenschweren Verlust führen wird. Eine Konsensschätzung, die die Bank auf ihrer Webseite veröffentlicht hat, zeigte, dass die Analysten im Schnitt ein Minus von rund fünf Milliarden Euro erwarten.

Eine der spannendsten Fragen wird sein, ob es Sewing gelingt, die seit Jahren anhaltende Erosion der Erträge zu stoppen oder zumindest zu bremsen. Im Schnitt sagen die Analysten für 2019 Erträge von rund 23 Milliarden Euro voraus – etwa acht Prozent weniger als im Vorjahr.

4 – Inflations- und Arbeitslosenzahlen in Deutschland

Am Morgen werden die Arbeitslosenzahlen in Deutschland für den laufenden Monat vorgestellt, die etwas stärker erwartet werden. Am Nachmittag folgen die Verbraucherpreise. Hier rechnen Beobachter mit keiner Veränderung, nachdem die Inflationsrate im Vormonat bei 1,5 Prozent gelegen hatte.

5 – Britische Notenbank entscheidet vor dem Brexit über Leitzins

Kurz vor dem britischen EU-Austritt entscheidet die Notenbank heute (Donnerstag) über den Leitzins. Da Zentralbank-Chef Mark Carney die Investoren auf eine Senkung in diesem Jahr eingestimmt hat, wird die Sitzung an den Finanzmärkten mit besonderer Spannung verfolgt. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten mehrheitlich, dass die Währungshüter den Leitzins von derzeit 0,75 Prozent aber noch nicht antasten werden. Doch rechnen sie damit, dass drei der neun Führungsmitglieder der Notenbank die Hand für eine Senkung heben werden.

6 – Zahlen zum US-Wirtschaftswachstum werden bekanntgegeben

Die US-Regierung veröffentlicht die erste Schätzung für das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal des vergangenen Jahres. Die handelspolitische Annäherung der USA und China dürfte sich allerdings noch nicht positiv in den Zahlen widerspiegeln. In den drei Monaten bis einschließlich September war die US-Wirtschaft aufs Jahr betrachtet um 2,1 Prozent gewachsen. Die Prognosen von Ökonomen für das vierte Quartal bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau.

7 – Amazon berichtet über das vierte Quartal

Nach Börsenschluss in den USA wird an diesem Donnerstag der Onlinehändler seine Zahlen fürs vierte Quartal seines Geschäftsjahres vorlegen. In der Nacht zum Mittwoch veröffentlichte bereits Konkurrent Ebay die Bilanz seines Weihnachtsquartals: Der Plattform setzte die Konkurrenz durch Amazon in dieser Zeit enorm zu. Die Erlöse fielen verglichen mit dem Vorjahreswert um zwei Prozent, der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft ging mehr als ein Viertel zurück. Ebay blickt daher verhalten aufs laufende Quartal.


Termine Unternehmen am 30. Januar

  • 07:00 Uhr Schweiz: Roche, Jahreszahlen (Pk 10.00 h)
  • 07:00 Uhr Deutschland: Deutsche Bank, Jahreszahlen (Pk 10.00 h)
  • 07:00 Uhr Deutschland: DWS, Jahreszahlen
  • 07:20 Uhr Schweden: Volvo AB, Q4-Zahlen
  • 07:30 Finnland: Stora Enso, Jahreszahlen
  • 08:00 Uhr Niederlande: Unilever, Jahreszahlen
  • 08:00 Uhr Großbritannien: Shell, Q3-Zahlen
  • 08:00 Uhr Großbritannien: BT Group, Q3-Zahlen
  • 08:00 Uhr Großbritannien: Diageo, Halbjahreszahlen
  • 08:00 Uhr Schweden: Svenska Cellulosa, Jahreszahlen
  • 08:00 Uhr Schweden: Hennes & Mauritz, Jahreszahlen (endgültig)
  • 08:00 Uhr Japan: Nintendo, 9Monatszahlen
  • 08:30 Finnland: UPM Kymmene, Jahreszahlen
  • 12:55 Uhr USA: Coca-Cola, Q4-Zahlen
  • 13:00 Uhr USA: UPS, Q4-Zahlen
  • 13:00 Uhr USA: Verizon Communications, Q4-Zahlen
  • 14:00 Uhr USA: DuPont de Nemours, Q4-Zahlen
  • 16:00 Uhr Deutschland: VW-Pressegespräch und Werkführung zur Digitalisierung der Fertigung mit Andreas Tostmann, Vorstand für Produktion und Logistik der Marke VW, und Stefan Loth, Leiter des Werks Wolfsburg
  • 22:01 Uhr USA: Amazon.com, Q4-Zahlen

Termine Unternehmen ohne Zeitangabe am 30. Januar

  • Schweiz: Swatch Group, Jahreszahlen
  • USA: Electronic Arts, Q3-Zahlen
  • USA: Northrop Grumman, Q4-Zahlen
  • USA: Biogen, Q4-Zahlen
  • USA: Visa, Q1-Zahlen
  • USA: Blackstone, Q4-Zahlen
  • USA: Valero Energy, Q4-Zahlen
  • USA: International Paper, Q4-Zahlen
  • USA: Eli Lilly, Q4-Zahlen
  • USA: Altria Group, Q4-Zahlen
  • USA: Amgen, Q4-Zahlen

Termine Konjunktur am 30. Januar

  • 09:00 Uhr Österreich: BIP Q4/19 (vorläufig)
  • 09:00 Uhr Deutschland: Verbraucherpreise Sachsen 01/20
  • 09:00 Uhr Schweiz: KOF Konjunkturbarometer
  • 09:55 Uhr Deutschland: Arbeitslosenzahlen 01/20
  • 10:00 Uhr Deutschland: Verbraucherpreise Brandenburg, Hessen, Bayern 01/20
  • 10:00 Uhr Italien: Arbeitslosenquote 12/19 (vorläufig)
  • 10:30 Uhr Deutschland: Verbraucherpreise Nordrhein-Westfalen 01/20
  • 11:00 Uhr EU: Wirtschaftsvertrauen 01/20
  • 11:00 Uhr Belgien: Arbeitslosenquote 12/19
  • 11:00 Uhr EU: Verbrauchervertrauen 01/19 (endgültig)
  • 11:00 Uhr EU: Arbeitslosenquote 12/19
  • 13:00 Uhr Großbritannien: BoE, Zinsentscheid
  • 14:00 Uhr Deutschland: Verbraucherpreise 01/19 (vorläufig)
  • 14:30 Uhr USA: BIP Q4/19 (vorab)
  • 14:30 Uhr USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 15:00 Uhr Belgien: BIP Q4/19 (vorläufig)

Sonstige Termine

  • Deutschland: Bund-Länder-Treffen im Kanzleramt zur Energiewende, Berlin
  • 09:00 Uhr Deutschland: Abgabe einer Regierungserklärung im Bundestag durch Bundeswirtschaftsminister Altmaier zum Jahreswirtschaftsbericht 2020, Berlin
  • 09:00 Uhr Deutschland: BGH prüft Klausel in Maklervertrag: Darf sich der Auftrag ohne Kündigung automatisch immer weiter verlängern?, Kalrsruhe
  • 10:00 Uhr Deutschland: Symposium "Wettbewerb & Regulierung im Eisenbahnsektor" u.a. mit DB-Chef Richard Lutz, Berlin
  • 10:30 Uhr Belgien: Jahrespressekonferenz der Europäischen Investitionsbank (EIB), Brüssel
  • 11:00 Uhr Deutschland: Bundesgerichtshof verhandelt Klage der Verbraucherzentralen zur Einwilligung in Cookies
  • 12:00 Uhr Deutschland: Neujahrsempfang des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit GDV-Präsident Wolfgang Weiler und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), Berlin
  • Deutschland: Zweite Runde der Tarifverhandlungen für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Baden-Württemberg
  • 17:00 Uhr Deutschland Neujahrsempfang des Bundesverbands Erneuerbare Energien
  • + Reden Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Grünen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock
  • 18:00 Uhr Deutschland: Boehringer Ingelheim präsentiert Konjunkturausblick 2020. Es handelt sich um eine Veranstaltung der die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V., der Deutschen Bank AG, Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) sowie von Mitgliedsunternehmen Boehringer Ingelheim.
  • 18:30 Uhr Deutschland: Neujahrsempfang des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB)

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