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Shavent: Was steckt hinter dem plastikfreien Rasierer?

·Lesedauer: 3 Min.
Gründerteam Vater und Tochter: Armin Lutz Seidel und Romy Lindenberg
Gründerteam Vater und Tochter: Armin Lutz Seidel und Romy Lindenberg

„Den Prototypen hat mein Papa auf seinem 3D-Drucker gemacht, den ich ihm 2018 zu Weihnachten geschenkt habe“, erzählt Romy Lindenberg. Sie ist Gründerin des noch jungen Startups Shavent, das es mit den ganz großen der Welt aufnehmen will: Mit ihrem Edel-Rasierer stellt sie sich der Marktdominanz von Konzernen wie Gillette oder Wilkinson Sword gegenüber. Und das, indem sie das Geschäft auf den Kopf stellt. Denn Geld verdienen will Lindenberg nicht mit dem Verkauf von teuren Wechselköpfen.

Stattdessen bietet ihr Startup einen edlen Rasierergriff an, der mit günstigen Rasiermesser-Klingen auf Gesicht und Körper mindestens ebenso gute Ergebnisse bieten soll – und dabei deutlich nachhaltiger ist, sagt Lindenberg im Gespräch mit Gründerszene. Denn die Ersatzklingen kommen nicht mehrfach in Plastik eingeschweißt und verpackt, sondern in einer Pappbox. Damit werde nicht nur weniger Müll produziert, wirbt die Gründerin. Auch die laufenden Kosten sollen für die Kunden niedriger ausfallen: Sieben Euro kostet ein Nachfüllpack mit 100 Klingen, pro Austausch werden drei davon gebraucht.

Made in Germany – mit viel Handarbeit

„Wir produzieren den Shavent Rasierer komplett in Deutschland“, sagt Lindenberg. Dazu hat sie einen Partner in Thüringen gefunden. Der habe nichts mit der kleinen Klingen-Fabrik zu tun, die dem US-Rasiererstartup Harry’s zum Milliarden-Exit verholfen hatte. Das Erfolgsstartup setzt auf einen vollkommen anderen Ansatz als Lindenberg mit Shavent. Aber es hat gezeigt, dass durchaus ein Markt existiert für moderne Rasierprodukte.

Das Potenzial des Gesamtmarktes ist riesig, aber auch Lindenberg ist bewusst, dass ihr Produkt keines für den Massenmarkt ist. Dafür ist der Preis zu hoch: Mehr als 100 Euro kostet einer der Shavent Rasierer. Auch weil bei der Produktion des Schwingkopfes, der gegenüber anderen Alternativ-Rasierern ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal sein soll, viel Handarbeit nötig ist. Selbst wenn sich später Kosten sparen lassen sollten – zu diesem Einstiegsinvestment wird Lindenberg ihre Käuferinnen und Käufer erst einmal überreden müssen.

Viel Aufklärungsarbeit nötig

Damit das möglichst einfach wird, hat sie sich erst einmal Verkaufsorte ausgesucht, wo sich eine geneigte Kundschaft findet. Mit dem Aspekt der Nachhaltigkeit will sie etwa in Unverpackt-Läden punkten. Partner wie Manufactum oder Douglas könnte sie sich auch vorstellen. „Da geht man mit der nötigen Preis-Einstellung hin“, sagt sie. Und auf ihrer Webseite erklärt Lindenberg das Rasierer-Konzept natürlich – derzeit passieren 90 Prozent der Verkäufe auf diesem Weg.

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Derzeit ist Shavent noch ein ganz kleines Unternehmen. Neben Lindenberg und ihrem Vater, der Maschinenbau-Ingenieur ist und mit dem sie die Firma gegründet hat, arbeiten nur vier Werksstudierende an Produkt, Webseite und Marketing. Um weiter wachsen zu können, haben sich Lindenberg und ihr Vater bei der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ beworben. Dort hoffen sie auf Geld – aber auch auf Vertriebs Know-how der DHDL-Investoren. Startup-Erfahrung hat die Gründerin bereits zu Genüge gesammelt: als Geschäftsführerin beim Lebensmittelversender Hellofresh oder als Managerin beim Fitness-Startup Bodychange.

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