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Im schlimmsten Fall 2,5 Jahre ohne neue Finanzierungsrunde – so will Flink Geld sparen

Manche der Flink-Warenlager sind nie in Betrieb gegangen  - Copyright: Flink SE
Manche der Flink-Warenlager sind nie in Betrieb gegangen - Copyright: Flink SE

230 Quadratmeter in Berlin-Kreuzberg für 10.000 Euro im Monat, 503 Quadratmeter in Mannheim für knapp 9.000 Euro im Monat. Insgesamt 40 Ladenflächen in ganz Deutschland hat der Quick-Commerce-Anbieter Flink inseriert, die er loswerden will. Verfügbar ab sofort. Zusammengerechnet würde der Lieferdienst so monatliche Mietkosten von mehr als 210.000 Euro einsparen – über 2,5 Millionen Euro pro Jahr.

„Expansionsstrategie angepasst“

Ursprünglich hatte Flink diese Flächen angemietet, um neue Warenlager zu eröffnen. Warum will das Unternehmen sie jetzt wieder loswerden? Ein Sprecher von Flink sagt dazu auf Anfrage von Gründerszene: „Die Lager waren Teil unserer ursprünglichen Expansionsstrategie für das Jahr 2022. Diese haben wir aufgrund der makroökonomischen Situation angepasst.“ Laut dem Sprecher hat das Unternehmen die meisten der Flächen nie genutzt, nur einige wenige seien kurzfristig in Betrieb gewesen.

Dies bedeute jedoch nicht, dass das Unternehmen den Betrieb in Städten ganz einstellen wird. Der Betrieb soll an den bestehenden Standorten lediglich mit einem weniger dichten Abdeckung an Warenlagern aufrechterhalten werden. Zuletzt hat sich das Unternehmen im Mai aus einzelnen Städten zurückgezogen, so wie etwa aus Oberhausen oder Moers. Der Sprecher betont, dass Flink dennoch im Jahr 2022 weiter gewachsen sei – bloß nicht in dem Maße wie ursprünglich geplant.

Durchhalten auch ohne frisches Kapital

Die Entscheidung, Lagerflächen abzustoßen, ist Teil eines größeren Sparkurses der Firma. Wie Gründerszene aus Unternehmenskreisen erfahren hat, versucht Flink aktuell seine Kosten so herunterzufahren, dass der Betrieb auch ohne neue Finanzierungsrunde noch bis zu 2,5 Jahre lang fortgeführt werden könnte.

Seit Anfang dieses Jahres hat sich das Funding-Klima für Startups deutlich abgekühlt. Insbesondere für schnell wachsende Firmen, die noch keine schwarzen Zahlen schreiben, so wie etwa die Quick-Commerce-Anbieter.

Auch Flink-Konkurrent Gorillas ist es bis dato nicht gelungen, eine lange angekündigte Finanzierungsrunde abzuschließen. Gorillas fährt deshalb ebenfalls einen straffen Sparkurs: Das Unternehmen trennte sich im Mai von etwa der Hälfte seiner Belegschaft aus dem Headquarter, zog sich aus mehreren Ländern wie etwa Belgien oder Italien zurück und schloss zuletzt auch mehrere Standorte in Deutschland, vor allem in Nordrhein-Westfalen.

Sowohl Flink als auch Gorillas haben sich darüber hinaus von ihrem 10-Minuten-Lieferversprechen verabschiedet. Stattdessen setzen beide Anbieter verstärkt darauf, kosteneffizienter zu werden, indem sie mehrere Bestellungen in einer Lieferung bündeln – und dafür eine längere Lieferzeit in Kauf nehmen.