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ROUNDUP: Zehntausende für Klimaschutz auf der Straße - Demos an gut 200 Orten

BERLIN/HAMBURG/KÖLN (dpa-AFX) -Mehrere Zehntausende Menschen haben am Freitag in Deutschland an weit mehr als 200 Orten für mehr Tempo und Ehrgeiz beim Klimaschutz demonstriert. Allein in Berlin zählte die Bewegung Fridays for Future etwa 24 000 Teilnehmer, die Polizei schätzte die Menge auf rund 12 000. "Wir sind überwältigt, wie viele Leute da sind. Es ist laut, es ist wütend", sagte die Aktivistin Luisa Neubauer in einem Instagram-Video. Ganze Schulen seien beim inzwischen 13. globalen "Klimastreik" am Start gewesen, berichtete sie. Der Druck auf die Politik sei da. "Die Menschen haben keinen Bock mehr darauf, dass Klimaziele verschleppt werden."

Auch in anderen deutschen Metropolen wie Hamburg, Köln, München, Frankfurt, Stuttgart und Leipzig schlossen sich insgesamt Zehntausende den Demozügen an. Auf Plakaten waren Slogans zu lesen wie "Tempolimit sofort!" oder "Ihr müsst handeln!".

Auch in anderen europäischen Staaten gab es Proteste, etwa in Stockholm, Dublin oder Wien, wo nach Angaben der Veranstalter etwa 20 000 Menschen zusammenkamen. Selbst am Nordpol gab es eine Aktion: Etwa 40 Klimaforscher in der Arktis, unterwegs mit dem Forschungsschiff "Polarstern", stellten sich für ein Foto hinter ein Banner mit der Aufschrift "We deliver the facts. It's time to act" (Wir liefern die Fakten. Es ist Zeit, zu handeln).

Rund um den Globus waren Hunderte Kundgebungen und sogenannte Klimastreiks an Schulen geplant - mit der Forderung eines zügigen Ausstiegs aus Kohle, Öl und Gas. Die Bewegung wurde vor fünf Jahren von der Schwedin Greta Thunberg ins Rollen gebracht.

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Die deutsche Aktivistin Carla Reemtsma zählte auf X (vormals Twitter) Gründe für die Klimaproteste auf: "Der heißeste Sommer jemals, Rekordemissionen durch Waldbrände, Billioneninvestitionen in Kohle, Öl und Gas, zehntausende Tote nach Überschwemmungen auf der ganzen Welt, die Welt auf 4-Grad-Kurs."

In Deutschland verlangt die Bewegung die Einführung eines Klimagelds und die Verschärfung des Klimaschutzgesetzes. Das sogenannte Klimageld ist im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP festgeschrieben. Es soll steigende Preise für den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen sozial ausgleichen. Das geltende Klimaschutzgesetz sieht vor, die klimaschädlichen Emissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Zurzeit beträgt die Minderung laut Umweltbundesamt rund 41 Prozent.

In Hamburg spielten unter anderem live Silbermond und Herbert Grönemeyer auf der Kundgebung, in Berlin war ein Auftritt der Popband Juli geplant.

Weltweit sind bis Sonntag Hunderte weitere Demonstrationen und Protestaktionen vorgesehen, zu denen die Veranstalter Millionen Menschen erwarten. Laut dem Climate Action Network richtet sich die "historische Mobilisierung" auch an einen Klima-Gipfel am 20. September in New York, zu dem UN-Generalsekretär António Guterres eingeladen hat.

Trotz aller Klimaschutz-Versprechen der vergangenen Jahre haben die weltweiten Emissionen nach Zahlen der Internationalen Energie-Agentur 2022 einen neuen Höchststand erreicht. Schon jetzt hat sich die Welt im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um etwa 1,1 Grad erwärmt, Deutschland sogar um 1,6 Grad. Die acht wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren die vergangenen acht.

Erst am Donnerstag hatte eine Studie ergeben, dass die Ausbeutung des Planeten durch den Menschen immer größere Risiken erzeugt. Demnach sind sechs von neun sogenannten planetaren Belastungsgrenzen schon überschritten - zum Teil deutlich. Dazu zählen unter anderem die Erderwärmung, die Zerstörung von Lebensräumen und die Belastung der Umwelt mit neuartigen Stoffen wie etwa Pestiziden, Mikroplastik und Atommüll. "Die Erde ist ein Patient, dem es nicht gut geht", sagte Ko-Autor Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.