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ROUNDUP/Wegen Corona: US-Demokraten planen Nominierungsparteitag um

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MILWAUKEE (dpa-AFX) - Wegen der andauernden Corona-Pandemie halten die US-Demokraten ihren für August geplanten Parteitag zur Nominierung ihres Präsidentschaftskandidaten in abgeänderter Form ab. Zwar soll Ex-Vizepräsident Joe Biden die Nominierung als Kandidat bei der Wahl im November in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin entgegennehmen, wie das Demokratische Nationalkomitee (DNC) am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Die Delegierten aus den Bundesstaaten sollten aber wegen Risiken für die öffentliche Gesundheit nicht nach Milwaukee reisen.

Es werde an einem Verfahren gearbeitet, das es allen Delegierten ermöglichen soll, ihre Stimme virtuell abzugeben, hieß es. Die viertägige Veranstaltung wird demnach von der Arena Fiserv Forum in das kleinere Tagungszentrum Wisconsin Center verlegt.

Biden gilt seit April nach dem Ausscheiden seiner Mitbewerber bereits als designierter Kandidat der Demokraten. Anfang Juni hatte er sich nach eigenen Angaben bei Vorwahlen die nötigen Delegiertenstimmen für die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei gesichert. Damit erscheint sicher, dass er bei der Wahl am 3. November für die Demokraten gegen den Republikaner Donald Trump antreten wird, der sich um eine zweite Amtszeit bemüht. Biden war unter Präsident Barack Obama Vizepräsident gewesen.

Auch die Republikaner hatten ihr ursprüngliches Programm wegen der Corona-Pandemie über den Haufen geworfen - allerdings aus anderen Beweggründen. US-Präsident Donald Trump soll statt in North Carolina nun in Florida als Kandidat gekürt werden. In der Stadt Jacksonville soll auch eine mit der Nominierung verbundene Feier stattfinden.

Trump hatte die Verlegung mit fehlenden Garantien des Gouverneurs von North Carolina, Roy Cooper, begründet. Dieser hatte in einem Schreiben an die Republikaner erklärt, dass der geplante Parteitag mit rund 19 000 Delegierten in einem Stadion angesichts der Coronavirus-Pandemie nur mit Einschränkungen durchführbar wäre. Ein Parteitag ohne Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen von Masken und einer geringeren Teilnehmerzahl erscheine derzeit "sehr unwahrscheinlich", schrieb Cooper.

Florida war einer der US-Bundesstaaten, die vergleichsweise früh Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus gelockert hatten. Derzeit verzeichnet der republikanisch regierte Staat einen dramatischen Anstieg an Corona-Neuinfektionen. Ob sich dies auf die Pläne der Republikaner auswirken wird, ist unklar.