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ROUNDUP: Wann rollt der Castor-Transport Richtung Biblis?

·Lesedauer: 2 Min.

NORDENHAM (dpa-AFX) - Der Atommülltransport von der Nordsee nach Hessen rückt näher. Am Dienstag seien im Hafen Nordenham an der Weser die letzten zwei Castor-Behälter vom Schiff auf die Bahn geladen worden. Das sagte ein Sprecher der Transportfirma GNS gegen Mittag. Der Zug soll in ein Zwischenlager am stillgelegten Kernkraftwerk Biblis in Hessen rollen. Allerdings haben bislang weder die GNS noch die Polizei Angaben gemacht, wann der Transport abfahren soll. Atomkraftgegner sind in Nordenham vor Ort. Sie haben aber auch Proteste entlang der möglichen Fahrtstrecken nach Süden angekündigt.

Die Bundespolizei sicherte deshalb nach eigenen Angaben mehrere Bahnstrecken in Niedersachsen und Hessen, aber auch in Bremen und Nordrhein-Westfalen. Die Castor-Transporte waren in Vergangenheit oft von großen Protesten mit Blockaden der Gleise begleitet gewesen. Für Deutschland ist es der erste große Rücktransport von Atommüll in Castoren seit neun Jahren.

"Wir erwarten für die nächsten Stunden die Abfahrt des Zuges von Nordenham nach Biblis", sagte eine Sprecherin des Bündnisses Castor-stoppen in Nordenham der Deutschen Presse-Agentur. Der Protest richte sich gegen die ihren Worten nach verfehlte Atommüllpolitik der Bundesregierung. Auch im Zwischenlager Biblis könnten die Castoren nicht bleiben, ein Endlager für strahlenden Müll gebe es noch nicht.

Die Abfälle war in der britischen Atomanlage Sellafield bearbeitet worden. Nach Angaben der Bundesregierung muss Deutschland aufgrund internationaler Verpflichtungen seinen im Ausland aufbereiteten Atommüll zurücknehmen - aus Sellafield wie aus der französischen Anlage La Hague.

Das Spezialschiff "Pacific Grebe" hatte die sechs Castoren nach mehrtägiger Fahrt über die Nordsee am Montag nach Nordenham gebracht. Vier Container wurden noch am gleichen Tag auf die Eisenbahnwagen gehoben. Vor der Abfahrt sollten am Dienstag noch weitere Strahlungsmessungen erfolgen, sagte der GNS-Sprecher. Außerdem müsse der schwere Zug mit mehreren Diesellokomotiven, den Castor-Waggons und Begleitwaggons noch zusammengekoppelt werden.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) kritisierte die Proteste gegen den Castor-Transport. In der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" appellierte Lies mit Blick auf Corona an die Castor-Gegner, "doch einmal nachzudenken, ob es nicht sinnvoller wäre, auf mögliche Gegendemonstrationen zu verzichten - gerade weil wir eine pandemisch brenzlige Situation haben". Lies betonte, der Atomausstieg sei beschlossen, deshalb mache es keinen Sinn, die alten ideologischen Kämpfe wieder aufleben zu lassen.