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ROUNDUP: Preiserhöhungen treiben Covestro an - Gewinnziel angehoben

·Lesedauer: 3 Min.

LEVERKUSEN (dpa-AFX) - Der Kunststoffkonzern Covestro <DE0006062144> wird nach einem deutlichen Wachstum im dritten Quartal optimistischer für den Gewinn im Gesamtjahr. Dabei profitiert der Konzern von der Knappheit vieler Produkte in der Branche, die die Preise in den vergangenen Monaten stark nach oben getrieben hat. Zugleich spüren die Leverkusener die Folgen eigener Produktionsprobleme, die den Absatz ausbremsten. Die Anleger an der Börse taten sich mit einer Beurteilung der Resultate schwer: Nach zunächst deutlicheren Gewinnen drehte der Kurs der Covestro-Aktie am Montagvormittag ins Minus.

Für 2021 kalkuliert Konzernchef Markus Steilemann jetzt mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 3,0 und 3,2 Milliarden Euro, nachdem er bislang bestenfalls 3,1 Milliarden Euro in Aussicht gestellt hatte. Wegen Materialmangels dürften die Mengen im Kerngeschäft nun allerdings nur noch um 10 bis 12 Prozent wachsen - und damit nicht ganz so stark wie bislang mit 15 Prozent am oberen Ende der Spanne geplant. Dabei soll das vom Konkurrenten DSM übernommene Geschäft mit nachhaltigen Beschichtungsharzen weiterhin 6 Prozentpunkte beisteuern.

In den Monaten Juli bis September stieg der Umsatz im Jahresvergleich um mehr als die Hälfte auf 4,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verdoppelte sich nahezu auf 862 Millionen Euro. Covestro konnte hohe Rohstoffpreise somit auffangen. Unter dem Strich blieben mit 472 Millionen Euro gut 160 Prozent mehr hängen als vor einem Jahr.

Erstmals berichtete Covestro nun in der Anfang Juli eingeführten Konzernstruktur. Sieben operative Einheiten werden dabei in zwei Geschäftsbereichen zusammengefasst: Performance-Materialien rund um das Massengeschäft mit Standard-Polycarbonaten, Standard-Urethankomponenten sowie Basischemikalien auf der einen Seite und das Spezialitätengeschäft auf der anderen. Dieses umfasst sechs Einheiten: Maßgeschneiderte Urethankomponenten, Beschichtungen und Klebstoffe, Technische Kunststoffe, Spezialfolien, Elastomere sowie Thermoplastische Polyurethane.

Aufgrund der im Vergleich deutlich kürzeren Vertragslaufzeiten konnte Covestro bei den Performance-Materialien die zuletzt stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise schneller auf seine Kunden umlegen als in der Sparte Solutions & Specialties. Dort seien mehr Effekte von Preiserhöhungen im Schlussquartal zu erwarten, erklärte Steilemann im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Einen deutlichen Sprung dürfte es ihm zufolge im kommenden Jahr geben.

Dass Covestro zuletzt vor allem von höheren Verkaufspreisen profitierte, während der Absatz stockte, ist für Steilemann kein Grund zur Sorge. Es sei schlicht nicht mehr Material zum Verkaufen dagewesen. So litt der Konzern unter einem ungeplanten Produktionsausfall im Werk in Brunsbüttel. Zudem füllte er die Lager mit eigenen Produkten auf, um sich für geplante Wartungsstillstände im kommenden Jahr zu wappnen - seine Kunden also auch dann versorgen zu können.

Die Nachfrage war Steilemann zufolge derweil quer durchs Angebot hoch. Auch das wichtige Geschäft mit Autobauern, die wegen einer Knappheit an Elektronikchips ihre Produktion zuletzt teils deutlich kürzen mussten, lief noch ordentlich. Es dürfte sich dem Manager zufolge 2021 deutlich besser halten die Autobranche selbst, also weniger stark schrumpfen. Der Grund: "In der Elektromobilität verkaufen wir mehr Material pro Fahrzeug als in der klassischen Verbrennertechnologie."

Analyst Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan wertete die Gewinnentwicklung im abgelaufenen Quartal in einer ersten Einschätzung positiv. Das gelte vor allem angesichts der hohen Energiekosten, die der Konzern verdauen musste. Der Experte verwies aber auch auf den freien operativen Mittelzufluss, der wegen des Anstiegs des Betriebskapitals geringer gelegen habe als von ihm erwartet.

Covestro selbst kappte denn auch den Ausblick für den Free Operating Cashflow im Jahr 2021 auf 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro. Bis hatte er 1,6 bis 2,0 Milliarden Euro erreichen sollen. Der Unterschied liegt allerdings vor allem in einer höheren Bewertung von Rohstoffen, die der Konzern auf Lager hält.

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