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ROUNDUP: Libyen-Gespräche sollen in einer Woche fortgesetzt werden

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TUNIS/TRIPOLIS (dpa-AFX) - Die Libyen-Gespräche über einen Weg aus dem langjährigen Bürgerkrieg sollen in einer Woche virtuell weitergehen. Die UN-Libyenbeauftragte Stephanie Williams zog am Sonntagabend nach dem Abschluss einer ersten Gesprächsrunde am Rande der tunesischen Hauptstadt Tunis ein positives Fazit. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Diskussion", sagte sie. Es sei viel erreicht worden. "Zehn Jahre Konflikt können nicht in einer Woche gelöst werden."

Die 75 von den UN ausgewählten Teilnehmer hatten sich in der vergangenen Woche unter anderem auf Wahlen innerhalb von 18 Monaten geeinigt. Als Wahltermin legten sie den 24. Dezember 2021 fest. Es gelang ihnen jedoch noch nicht, sich auf eine neue Übergangsregierung zu einigen. Bei der nächsten Sitzung werde man sich auf die Auswahlmechanismen für die Exekutivbehörde einigen, sagte Williams.

Die Gespräche unter UN-Vermittlung hatten vor einer Woche begonnen. Sie sind ein erneuter Versuch, den Konflikt in dem nordafrikanischen Land zu lösen. Alle bisherigen Initiativen dazu blieben erfolglos.

Ein wichtiger Streitpunkt sind auch die libyschen Ölanlagen. Am Montag einigten sich Vertreter der Konfliktparteien nach Gesprächen im Küstenort Brega, diese mit geeinten Kräften zu schützen. Dafür soll eine neue Schutztruppe aus Militärs und Zivilsten gebildet werden, sagte der Chef der Staatlichen Ölgesellschaft NOC, Mustafa Sanalla, laut Medienberichten. Die Ölproduktion wurde über Monate ausgesetzt, weil Verbündete des Generals Chalifa Haftar Ölfelder und

-terminals besetzt hatten. Inzwischen läuft die Produktion laut NOC

wieder auf dem Niveau von vor Beginn der Blockade.

Der Krieg im ölreichen Libyen war nach dem mit westlicher Hilfe erfolgten Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 ausgebrochen. Befeuert wird er von ausländischen Staaten, die trotz eines UN-Embargos Waffen und Söldner ins Land schicken.

Die international anerkannte Regierung in der Hauptstadt Tripolis konkurriert mit einer Gegenregierung im Osten des nordafrikanischen Landes um die Macht. Der einflussreiche General Chalifa Haftar und seine selbst ernannte Libysche Nationalarmee (LNA) hatten im vergangenen Jahr eine Offensive auf Tripolis begonnen, um die Regierung zu stürzen, wurden aber zurückgeschlagen. Ende Oktober einigten sich die Konfliktparteien auf einen Waffenstillstand.

Parallel zu den Gesprächen in Tunis verhandeln auch Militärvertreter der Konfliktparteien über eine Umsetzung des Waffenstillstandes. Zuletzt einigten sie sich auf den Abzug ausländischer Söldner.