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ROUNDUP: Kochboxen-Versender Hellofresh wird für laufendes Jahr vorsichtiger

BERLIN (dpa-AFX) - Der Kochboxen-Versender Hellofresh <DE000A161408> wird wegen größerer Unsicherheiten infolge des Ukraine-Krieges und einer schlechteren Verbraucherstimmung skeptischer. Zwar lief das zweite Quartal besser als von den Analysten erwartet. Aber weil sich das konjunkturelle Umfeld seit der ursprünglichen Prognose im vergangenen Dezember deutlich eingetrübt hat und sich zudem die Inflation bemerkbar macht, rechnet der Vorstand für 2022 nun mit einem geringeren Wachstum bei Umsatz und operativen Gewinn. An der Börse ging es für die Hellofresh-Aktie am Mittwoch daraufhin letztlich bergab.

Zunächst waren die Händler kurz nach Bekanntwerden der Nachricht noch uneins, ob das besser als erwartet verlaufene Quartal oder doch die Prognosesenkung entscheidender ist. Zuletzt ging es aber um über 10 Prozent auf 29,69 Euro abwärts, womit die Aktien das Schlusslicht im Dax <DE0008469008> waren. Damit haben sie seit Jahresbeginn über die Hälfte ihres Wertes verloren. Und selbst Anleger, die Hellofresh-Papiere vor zwei Jahren gekauft und seitdem gehalten haben, beklagen gut ein Drittel weniger im Depot.

Der Konzernerlös solle 2022 währungsbereinigt nur noch um 18 bis 23 Prozent steigen, teilte das im Dax <DE0008469008> notierte Unternehmen überraschend in Berlin mit. Zuvor hatte sich der Vorstand einen Wert von 20 bis 26 Prozent vorgenommen. Ausgehend vom Vorjahresumsatz von knapp sechs Milliarden Euro rechnet Konzernchef Dominik Richter nun also mit einem Erlös von rund 7,07 bis 7,37 Milliarden Euro.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll noch bei 460 bis 530 Millionen Euro liegen. Hellofresh wollte ursprünglich im laufenden Jahr einen operativen Gewinn von 500 bis 580 Millionen Euro erzielen. Im Vorjahr hatte der Wert bei 527,6 Millionen Euro gelegen.

Jefferies-Experte Sebastian Patulea schrieb in einer ersten Reaktion, die Prognosesenkung sei nicht so stark ausgefallen wie von ihm befürchtet. Er rechnet nicht damit, dass Hellofresh im laufenden Jahr noch ein weiteres Mal die Ziele kappen wird.

Analyst William Woods von Bernstein Research kommentierte, die Kappung der Jahresziele zeige, auf welch instabilen Beinen das Geschäftsmodell stehe. Zudem merkte er an, dass Hellofresh im zweiten Quartal mit bedeutsamem Gegenwind wegen der Dollar-Stärke zu kämpfen gehabt habe.

Insgesamt lief es für die Berliner im zweiten Geschäftsquartal rund. Auf Basis vorläufiger Erkenntnisse dürfte der operative Gewinn (Ebitda) zwischen 140 und 150 Millionen Euro liegen. Zwar wäre das in jedem Fall weniger als im Vorjahr, allerdings hatten Analysten noch schlechtere Zahlen erwartet. Der Umsatz hingegen dürfte bei fast zwei Milliarden Euro liegen, nach 1,56 Milliarden im Vorjahr. Auch hier übertraf Hellofresh die durchschnittlichen Erwartungen. Den Bericht zum zweiten Quartal sowie dem ersten Halbjahr will das Management am 15. August vorlegen.

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