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ROUNDUP: Industriestimmung in der Eurozone auf Einjahreshoch

LONDON (dpa-AFX) - Die Stimmung in der Industrie der Eurozone hat sich im Februar trotz Corona-Krise deutlich aufgehellt. Wie das Institut Markit am Montag in London mitteilte, stieg der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex gegenüber Januar um 1,3 Punkte auf 49,2 Zähler. Das ist der höchste Stand seit einem Jahr. Der Wert einer ersten Erhebungsrunde wurde leicht nach oben korrigiert. Die Talfahrt der Industrie habe sich trotz Schwierigkeiten infolge der Corona-Krise verlangsamt, kommentierte Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Die jüngsten Auswirkungen der Virus-Krise sind in der Umfrage nicht oder allenfalls ansatzweise erfasst. Die Befragung fand vom 12. bis 21. Februar statt. Dennoch nennt Markit erste Folgen der Krise wie Lieferengpässe. Zurückzuführen seien diese auf Firmenschließungen in China, wo sich das Virus als erstes ausbreitete. "In sämtlichen von der Umfrage erfassten Ländern kam es zu Lieferschwierigkeiten, am stärksten davon betroffen waren die Niederlande."

Trotz dieser Probleme hellte sich die Gesamtstimmung auf. Am deutlichsten war die Verbesserung in Deutschland, das in den vergangenen Monaten am härtesten von verschiedenen Entwicklungen getroffen worden war. Vor allem der Handelsstreit zwischen den USA und China hatte die exportorientierte Industrie Deutschlands besonders belastet. Dieser Belastungsfaktor ist aufgrund einer Teileinigung zwischen den beiden Wirtschaftsriesen zuletzt etwas weniger ins Gewicht gefallen.

Markit-Chefökonom Williamson äußerte jedoch die Sorge, dass die Lieferverzögerungen infolge der Virusausbreitung in den nächsten Monaten die Produktion bremsen könnten. Darüber hinaus könnte die hohe Risikoscheu der Unternehmen zu einer Verringerung der Investitionen führen.

Die Daten im Überblick:

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Region/Index Februar Prognose Vorläufig Vormonat

EURORAUM

Verarb. Gew. 49,2 49,1 49,1 47,9

DEUTSCHLAND

Verarb. Gew. 48,0 47,8 47,8 45,3

FRANKREICH

Verarb. Gew. 49,8 49,7 49,7 51,1

ITALIEN

Verarb. Gew. 48,7 49,0 --- 48,9

SPANIEN

Verarb. Gew. 50,4 48,9 --- 48,5°

(Angaben in Punkten)