Deutsche Märkte öffnen in 7 Stunden 4 Minuten

ROUNDUP: Hessen lockert Corona-Beschränkungen - Kontaktverbot verlängert

WIESBADEN (dpa-AFX) - Die hessische Landesregierung hat weitere Lockerungen der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie angekündigt. Geschlossene Gaststätten, Hotels und Campingplätze sollen noch im Mai wieder öffnen dürfen. Das sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch nach einer Schalte der Regierungschefs von Bund und Ländern. Über den genauen Zeitpunkt für die Öffnung werde das hessische Corona-Kabinett an diesem Donnerstag entscheiden. Die umfassenden Kontaktbeschränkungen sollen hingegen bis zum 5. Juni verlängert werden, auch dabei ist aber eine Lockerung geplant. So sollen sich etwa Familien aus zwei Haushalten treffen dürfen.

Auch Geschäfte in Hessen sollen unabhängig von der Quadratmeterzahl ihrer Verkaufsfläche wieder öffnen dürfen, erläuterte der Regierungschef. Es gelten allerdings Beschränkungen, wie viele Kunden sich gleichzeitig in einem Laden aufhalten können. Bislang durften nur Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder öffnen, ausgenommen davon waren etwa Buchhandlungen und Autohäuser. Freizeitsport im Freien solle auch wieder möglich werden. Fitnessstudios sollen noch im Mai öffnen können, auch hier komme es auf das Hygienekonzept an. Das Land will zudem Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern wieder unter Auflagen zulassen.

WIRTSCHAFTHILFEN

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hat der hessischen Wirtschaft zugesichert, die Betriebe auch nach den Corona-Lockerungen beim Wiederanfahren ihrer Geschäfte zu unterstützen. Das Land werde auch an den Stellen ergänzen, wo Konjunkturprogramme des Bundes dann Lücken lassen, sagte der Minister am Mittwoch im hessischen Landtag. Diese Unterstützung gelte auch für die Gastronomie, die Kultur und Kreativwirtschaft sowie gerade für die Ausbildung. Bislang habe es mehr als 120 000 Anträge auf staatliche Soforthilfen in der Corona-Krise für kleinere Betriebe mit Finanznot in Hessen gegeben. 89 000 dieser Anträge seien bewilligt und damit 815 Millionen Euro an hessische Betriebe, Freiberufler und Soloselbstständige ausgezahlt worden.

MASKENPFLICHT

Hessens oberstes Verwaltungsgericht hat die Maskenpflicht in der Corona-Pandemie bestätigt. Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel wies am Mittwoch den Eilantrag eines Klägers ab, der sich gegen die entsprechenden Vorgaben des Landes gewehrt hatte. Zwar seien Selbstisolierung, Händehygiene, Husten- und Niesregeln sowie das Abstandhalten nach wie vor die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen, erklärten die Richter. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sei jedoch ein weiterer Baustein zur Bekämpfung der Pandemie. Der Beschluss ist unanfechtbar. (Aktenzeichen: 8 B 1153/20.N)

LEHRER-KLAGE ABGEWIESEN

Lehrer müssen auch ohne einen ausgefeilten Hygieneplan in die Schulen zurückkehren. Das Frankfurter Verwaltungsgericht lehnte ein sogenanntes Eilrechtsschutzbegehren einer Grundschullehrerin ab. Die Entscheidung der für Beamtenrecht zuständigen Kammer wurde am Mittwoch zugestellt. Die verbeamtete Lehrerin wollte verhindern, dass sie zum Präsenzunterricht herangezogen wird. Sie argumentierte, Land und Schulamt hätten bisher keinen hinreichenden Hygieneplan und kein hinreichendes Arbeitsschutzkonzept vorgelegt. Die Klägerin kann gegen den Beschluss Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel einlegen. (Aktenzeichen 9 L 1127/20.F)

Fraport <DE0005773303> RECHNET MIT VERLUST

Der weitgehende Stopp der Passagierflüge infolge der Corona-Pandemie hat den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport im ersten Quartal in die roten Zahlen gerissen. Auch für das Gesamtjahr rechnet Fraport-Chef Stefan Schulte jetzt mit einem Verlust, wie das im MDax <DE0008467416> gelistete Unternehmen in Frankfurt mitteilte. Angesichts der Ungewissheit, wann der reguläre Flugverkehr wieder losgeht, wagt der Vorstand weiterhin keine genauere Prognose für 2020. Nach den ersten drei Monaten des Jahres stand unter dem Strich ein Verlust von 29 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Fraport noch einen Gewinn von 30,5 Millionen Euro erzielt.

MESSEN ABGESAGT

Die Frankfurter Messegesellschaft hat die für September geplanten Großmessen "Light + Building" und "Automechanika" abgesagt. Nach den jüngsten Ankündigungen der Regierung zur Corona-Pandemie könne keine Garantie gegeben werden, dass Großveranstaltungen zu diesem Zeitpunkt stattfinden könnten, hieß es zur Begründung. Unnötige Kosten für Besucher und Aussteller müssten vermieden werden. Derzeit sind in Deutschland bis Ende August Großveranstaltungen untersagt.

INFEKTIONSZAHLEN

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus liegt in Hessen aktuell bei 8678. Das waren 93 Fälle mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium in Wiesbaden am Mittwoch (Stand 14.00 Uhr) mitteilte. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Verbindung gebracht wird, erhöhte sich um vier auf 388. In der Corona-Statistik werden nur solche Fälle erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer elektronischen Datenbank erfasst werden.