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ROUNDUP: Continental senkt Prognose wegen Chipmangels - Aktie an Dax-Spitze

·Lesedauer: 3 Min.

HANNOVER (dpa-AFX) - Beim Autozulieferer und Reifenhersteller Continental <DE0005439004> haben sich die Aussichten mit dem Teilemangel in der Autoindustrie wie erwartet noch einmal eingetrübt. Weil die weltweite Autoproduktion sich in den vergangenen Monaten deutlich schwächer entwickelt hat als zuvor angenommen, rechnet Conti-Chef Nikolai Setzer in diesem Jahr nun mit weniger Umsatz und Gewinn, wie der Konzern am Freitag in Hannover mitteilte. Die Conti-Aktie geriet nur kurz unter Druck und lag am Nachmittag deutlich im Plus an der Spitze des Dax <DE0008469008>.

Überraschend kommt die Prognosesenkung nicht, nachdem führende Marktforschungsinstitute ihre Schätzungen für die weltweite Autoproduktion in den vergangenen Monaten scharf nach unten korrigiert hatten. Wegen Chipmangels und Lieferstau im Welthandel fehlten Teile und in vielen Werken standen die Bänder still.

Vor allem in der Autozuliefersparte machen die Probleme dem Konzern aus Hannover Ärger. So hatte auch der französische Rivale Faurecia <FR0000121147> seine Erwartungen an das Geschäft im laufenden Jahr gedämpft. Die deutschen Autobauer von Daimler <DE0007100000> über Volkswagen <DE0007664039> bis BMW <DE0005190003> lieferten in den Monaten Juli bis September allesamt deutlich weniger Autos an die Kundschaft aus als im Vorjahreszeitraum.

Conti erwartet nun auch nicht mehr, dass das schwache und von Corona-Lockdowns hart getroffene Vorjahr bei der weltweiten Produktion von Autos und leichten Nutzfahrzeugen 2021 spürbar übertroffen wird. Das Management rechnet im schlechten Fall sogar mit einem nochmaligen Rückgang um ein Prozent - und auch im besseren Szenario dürfte es nur ein Plus von höchstens einem Prozent im Vergleich zu 2020 werden. In der Autozuliefersparte hängt Conti von der tatsächlichen Produktion der Autobauer ab. Aber auch die Erstausstattung mit Reifen ist betroffen.

Im Gesamtkonzern erwartet Setzer nun nur noch 32,5 bis 33,5 Milliarden Euro Umsatz. Bisher stand am unteren und oberen Ende der Spanne jeweils eine Milliarde Euro mehr im Plan. Auch die Profitabilität leidet: Vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten dürften nur noch 5,2 bis 5,6 Prozent des Umsatzes als Gewinn übrig bleiben. Bisher sollte diese Marge 6,5 bis 7 Prozent erreichen.

Der Kurs der Conti-Aktie sackte nach der Mitteilung kurz ins Minus. Zuletzt lag das Papier aber wieder als stärkster Wert im Dax mit rund drei Prozent im Plus. Analysten hatten bereits mehrheitlich mit einer Senkung der Prognose gerechnet. Von Anfang Juni bis zur Abspaltung des Konzernteils mit den Antriebssträngen hatte das Papier auch schon deutlich an Wert eingebüßt.

Im dritten Quartal rutschte der Umsatz der Autozuliefersparte, zu der Conti die via Spin-Off in die neue Gesellschaft Vitesco <DE000VTSC017> abgespaltene Antriebstechnik nicht mehr dazuzählt, um gut 17 Prozent ab. Dabei sind Wechselkursveränderungen sowie der Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen bereits herausgerechnet. Zudem wurde die Sparte, die unter anderem Elektronik, Bremsen und Vernetzungskomponenten herstellt, nach den roten Zahlen des zweiten Quartals noch defizitärer.

Aber auch im wichtigen Reifen- und Kunststoffgeschäft ließ Conti Federn: Der Erlös legte gegenüber dem Vorjahresquartal zwar leicht zu, die Marge ging aber deutlich zurück.

Insgesamt schnitt Conti im dritten Quartal dennoch besser ab als von Experten zuletzt befürchtet. Der Konzernumsatz sank laut vorläufigen Zahlen um 7,4 Prozent auf 8,04 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Marge lag bei 5,2 Prozent, 3,2 Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor. Analysten hatten allerdings im Schnitt sogar einen Wert von unter 4 Prozent befürchtet. Endgültige Geschäftszahlen und das Nettoergebnis für den abgelaufenen Dreimonatszeitraum will das Unternehmen am 10. November vorlegen.

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