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ROUNDUP: BASF hofft bei dritter Gas-Notfallstufe auf Weiterbetrieb am Stammsitz

LUDWIGSHAFEN (dpa-AFX) - Der weltgrößte Chemiekonzern BASF <DE000BASF111> rechnet auch für die höchste Gas-Notstandsstufe mit genügend Erdgas für den Weiterbetrieb des Stammwerks in Ludwigshafen - zumindest im eingeschränkten Umfang. "Sollte die Bundesregierung die dritte und letzte Notstandsstufe ausrufen, gehen wir derzeit davon aus, dass BASF noch ausreichend Erdgas erhalten würde, um den Betrieb am Standort Ludwigshafen mit reduzierter Last aufrechtzuerhalten", sagte Konzernchef Martin Brudermüller in einer Telefonkonferenz am Mittwoch anlässlich der Vorlage detaillierter Zahlen zum zweiten Quartal.

BASF erwarte, dass große Teile der Chemie als systemrelevant gelten. Er könne aber nicht sagen, was in Extremfällen für den Standort Ludwigshafen passiert. "Wir gehen aber davon aus, dass wir es schaffen und dass wir nicht in die Abstellung kommen, aber garantieren kann es keiner", sagte der BASF-Manager. Ende April hatte er bereits gesagt, dass der Betrieb in Ludwigshafen notfalls heruntergefahren werden muss.

Zuversichtlich sei er mit Blick auf Schwarzheide, den zweitgrößten BASF-Standort in Deutschland. Hier könnte das Unternehmen zum Beispiel 100 Prozent des Strom- und Dampfbedarfs mit Heizöl erzeugen. Für die Produktionsstandorte des Konzerns außerhalb Europas werde es im Falle einer europäischen Gasverknappung kaum Auswirkungen geben.

Der Erdgasbedarf der von BASF in Europa lag laut Brudermüller 2021 bei 48 Terawattstunden. Davon seien 37 Terawattstunden in Ludwigshafen verbraucht worden, sagte er. Rund 60 Prozent des Erdgasbedarfs in Europa nutze BASF zur Strom- und Dampferzeugung, die restlichen 40 Prozent würden als Rohstoffe verwendet. Am Ludwigshafener Verbundstandort verteile es sich auf jeweils rund 50 Prozent. Wenn die Erdgasversorgung nicht unter etwa die Hälfte des maximalen Bedarfs falle, könnte das Unternehmen den Verbund in Ludwigshafen mit reduzierter Last weiter betreiben.

BASF habe bereits einige Maßnahmen ergriffen, um das Risiko zu mindern, sagte Brudermüller. Die Vorbereitungen, um Erdgas etwa durch Heizöl zu ersetzten, kämen - soweit technisch möglich - gut voran, ebenso dafür nötige Optimierungen der Anlagen. Zudem habe das Unternehmen Szenarien entwickelt und setze Maßnahmen zur Optimierung der Produktion an seinen europäischen Standorten um. Bei Anlagen, die große Mengen an Erdgas benötigen, werde BASF die Produktion reduzieren. Dazu zählten etwa die Ammoniakanlagen. Dies sei eine gängige Praxis in der chemischen Industrie, etwa bei unwirtschaftlichen Margen.

Rund ein Viertel des als Rohstoff benötigten Erdgases würde für die Herstellung von Ammoniak verwendet, erläuterte Brudermüller. Im Gegensatz zu einigen anderen Gasverbrauchern am Standort sei eine externe Beschaffung von Ammoniak möglich. Ammoniak spielt eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Düngemitteln und technischen Kunststoffen. Brudermüller geht davon aus, dass sich die Preise für Ammoniak und Düngemittel deutlich verteuern werden.

Der zweitgrößte Verbraucher ist Brudermüller zufolge die Acetylenanlage, gefolgt von der Synthesegasproduktion. Auf diese beiden Anlagen zusammen entfielen weitere nahezu 25 Prozent des gesamten Erdgasbedarfs als Einsatzstoff. BASF nutze auch sein globales Produktionsnetzwerk, sagte er. Einige der Materialien könnten von anderen Standorten außerhalb Europas kommen.

Für die Strom- und Dampferzeugung in Ludwigshafen könne BASF teilweise auf Heizöl umsteigen. "Damit können wir rund 15 Prozent des für die Strom- und Dampferzeugung benötigten Erdgases ersetzen", ergänzte er.

Die Mehrkosten für die europäischen BASF-Standorte beliefen sich dem Manager im Vergleich zum Vorjahr im zweiten Quartal auf 800 Millionen Euro. Um diese höheren Kosten abzufedern, habe BASF Preise erhöht und werde es auch weiter tun.

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