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ROUNDUP: Börse feiert höhere Margenprognose von SAF-Holland

·Lesedauer: 4 Min.

BESSENBACH (dpa-AFX) - Der Nutzfahrzeugzulieferer SAF-Holland schaut trotz anhaltender Corona-Belastungen etwas optimistischer nach vorn. Nach einem Verlust im zweiten Quartal schrieb das SDax-Unternehmen im dritten Jahresviertel wieder schwarze Zahlen, wie SAF-Holland am Mittwoch zur Vorlage seiner endgültigen Zahlen mitteilte. Bereits am Vorabend hatte der Vorstand um Konzernchef Alexander Geis seine Margenziele für das Jahr angehoben. Die Anleger an der Börse trieben den Kurs zum ersten Mal seit Mitte 2019 auf mehr als 10 Euro.

Die Aktie schoss am Morgen mit zeitweise mehr als 19 Prozent Kursplus auf das höchste Niveau seit dem Sommer 2019. Zuletzt betrug das Plus noch rund 17 Prozent auf 10,08 Euro. Seit dem Corona-Tief bei knapp 3,17 Euro hat sich der Wert der Aktie damit mehr als verdreifacht. Auch seit Jahresbeginn ist die Bilanz klar positiv: Das Papier hat mehr als ein Drittel zugelegt.

SAF-Holland hatte bereits mit den vorläufigen Zahlen vor rund einem Monat angedeutet, womöglich höhere Margen im Jahr zu erreichen als zuvor gedacht. "Im Oktober hat sich die in den Vorwochen eingetretene Erholung des Geschäftsumfelds weiter fortgesetzt", begründete Konzernchef Geis nun die neue Prognose.

Demnach peilt SAF-Holland für das Gesamtjahr eine bereinigte Ebit-Marge (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von fünf bis sechs Prozent an. Zuvor hatte die Erwartung bei drei bis fünf Prozent gelegen. Der Vorstand begründete seine gestiegene Zuversicht mit der weiteren Erholung der Trailer- und Truckmärkte in Nordamerika und Europa sowie mit dem Hinzugewinn von Marktanteilen. Auch baut das Unternehmen auf die deutlichen Einsparungen in Vertrieb und Verwaltung sowie das Ersatzteilgeschäft, das weniger konjunkturabhängig und margenstärker sei.

Die neuen Ziele stehen allerdings unter der Prämisse, dass sich in den verbleibenden Wochen des Geschäftsjahres 2020 keine neuen, unerwarteten Auswirkungen der weiterhin andauernden Covid-Pandemie auf die Produktions- und Lieferketten ergeben.

Der Zulieferer SAF-Holland hatte vor allem im ersten Halbjahr unter dem weltweiten Rückgang der Truckproduktion gelitten. Im dritten Quartal aber ging es in Europa wieder etwas bergauf, was auch der Konzern positiv zu spüren bekam. Zudem hat der Vorstand der Pandemie bisher den Rotstift entgegengesetzt und sein bereits im vergangenen Jahr aufgesetztes Sparprogramm konsequent fortgeführt.

Mit rund 3100 Beschäftigen zählte das Unternehmen Ende September rund ein Fünftel weniger als noch vor einem Jahr. Der Personalabbau sei dabei in sämtlichen Regionen des Unternehmens erfolgt, "um der veränderten Marktlage Rechnung zu tragen", erklärte der Konzern.

Unter dem Strich entfiel auf die Anteilseigner im dritten Quartal ein Gewinn von knapp 6,1 Millionen Euro Gewinn, nachdem im vorangehenden zweiten Jahresviertel noch rund 7 Millionen Euro Verlust angefallen waren. Auch gegenüber dem Vorjahreswert von minus 4,2 Millionen Euro konnte sich SAF-Holland deutlich verbessern. Im dritten Quartal 2019 hatten allerdings Abschreibungen auf Firmenwerte in China belastet.

Entspannung vermerkte SAF-Holland im dritten Quartal auch auf der Umsatzseite. Der Rückgang der Erlöse schwächte sich im Vergleich zum Vorquartal deutlich ab, dabei entwickelte sich die Region Emea (Europa, Naher Osten, Afrika) noch am besten. Allerdings liegt der Umsatz nach neun Monaten wie bereits bekannt mit knapp 709 Millionen Euro noch fast ein Drittel unter dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr geht der Vorstand unverändert von einem Rückgang der Erlöse um 20 bis 30 Prozent aus.

Die Analysten der Commerzbank teilen daher die Euphorie des Marktes nicht. Sie bestätigten am Mittwoch ihre Verkaufsempfehlung für das Papier und geben unverändert ein Kursziel von 4 Euro aus. Die Experten vermerkten zwar, dass die angehobene Margenprognose und der vom Unternehmen ausgewiesene starke Barmittelfluss sich an der Börse zunächst positiv auf den Aktienkurs auswirken dürfte, allerdings sei die Qualität der Ergebnisse gemessen an den Bereinigungen deutlich schlechter als beim Konkurrenten Jost Werke. Zudem bleibe der 2018 übernommene Trailerachsen-Hersteller York hinter den Erwartungen zurück - hier sehen die Experten Abschreibungen drohen.

Warburg-Experte Mustafa Hidir lobte hingegen das Zahlenwerk und rechnet damit, dass SAF-Holland auch im Schlussquartal solide abschneiden dürfte, da er mit einer anhaltenden Erholung der weltweiten Lkw- und Anhängermärkte rechnet. Er bestätigte seine Kaufempfehlung für die Aktie mit einem Kursziel von 11,10 Euro.