Deutsche Märkte öffnen in 21 Minuten

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Optimismus nach Aussagen im Handelsstreit

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt zeigen sich die Anleger am Freitag weiter optimistisch. Ein Grund sind die wachsende Hoffnungen auf eine Wiederbelebung der weltweiten Wirtschaftsaktivität durch Lockerungsmaßnahmen in der Corona-Krise. Wichtiger aber ist die Bekräftigung der beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China, trotz der Spannungen über den Auslöser der Pandemie, an den Teilvereinbarungen im Handelskrieg festhalten zu wollen. Zugleich allerdings schwebt wie ein Damoklesschwert der anstehende US-Arbeitsmarktbericht für April über der positiven Börsenstimmung.

Der Dax <DE0008469008> kletterte im frühen Handel um 1,27 Prozent auf 10 896,52 Punkte. Für den MDax <DE0008467416> ging es um 0,76 Prozent auf 23 925,57 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gewann 0,95 Prozent auf 2907,84 Punkte. Für die zu Ende gehende Börsenwoche zeichnen sich damit keine sonderlich großen Veränderungen ab.

Händler verwiesen angesichts der weiteren Erholungsgewinne an diesem Morgen vor allem auf die Mut machenden Aussagen aus China zum Thema Handelskrieg. Zudem nimmt "das weltweite große Wiedereröffnen Gestalt an", wie Analyst Stephen Innes vom Broker Axicorp schrieb, denn immer mehr Staaten lockerten die Restriktionen, die sie wegen der Pandemie erlassen hatten. Betont wurde jedoch erneut, dass die Börsengewinne zuletzt nicht von allzu großen Handelsumsätzen unterfüttert wurden. Viele Anleger stünden wegen der hohen Unsicherheiten noch an der Seitenlinie und warteten ab.

Einer der Gründe dafür sind die infolge der Corona-Krise extrem schwachen Konjunkturdaten. Auch an diesem Tag steht mit den monatlichen Jobdaten aus den Vereinigten Staaten wieder Wichtiges an. "Nach Aussagen Neel Kashkari, dem Chef des Fed-Bezirks Minneapolis, wird der Arbeitsmarktbericht nicht das gesamte Ausmaß der Misere abbilden", sagte dazu etwa Marktanalyst Christian Schmidt von der Helaba. Kashkari, so gab Schmidt zu bedenken, vertrete die Meinung, dass die offiziellen Zahlen auf eine Arbeitslosenquote von 17 Prozent hinausliefen, diese eigentlich aber bei 23 Prozent liegen dürfte.

Weiter ging es gleich am Morgen wieder mit Quartalsberichten. Im Dax zogen die Aktien von Siemens <DE0007236101> an der Index-Spitze um 5,4 Prozent an. Händler verwiesen vor allem darauf, dass der Industriekonzern für sein am 30, September endendes Geschäftsjahr nur von einem moderaten Umsatzrückgang ausgeht und zudem einen weiteren Teilbereich an die Börsen bringen will. So soll die Antriebstochter Flender bis Ende September abgespalten werden. Dabei will Siemens den Bereich Wind Energy Generation in Flender integrieren. Das neue Unternehmen kommt auf einen Pro-forma-Umsatz von rund zwei Milliarden Euro.

Die Lufthansa-Papiere <DE0008232125> zählten mit minus 0,8 Prozent unterdessen zu den schwächsten Werten. Der Zwischenstand zu den laufenden Rettungsverhandlungen mit der Bundesregierung kam unter anderem beim Analysehaus Bernstein nicht gut an. Die Ankündigungen seien düster gewesen, allerdings versteckt in den technischen Details, urteilte Analyst Daniel Roeska. Seines Erachtens laufen die Rettungsgespräche nicht rasch genug. Abgesehen davon sieht er beträchtliche Risiken für die Aktionäre. Andere Unternehmen wie Tui oder Adidas hätten rascher und ohne größere Hindernisse Zugriff auf Finanzierungsmittel sowie Garantien von der Förderbank KfW bekommen.

In der zweiten Reihe öffnen zudem Bechtle <DE0005158703>, Rheinmetall <DE0007030009> oder auch Jungheinrich <DE0006219934> ihre Bücher. Die Aktien des IT-Dienstleisters Bechtle und des Rüstungsunternehmens und Autozulieferers Rheinmetall legten daraufhin um 2 Prozent zu. Im SDax zeigte sich der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich indes mit plus 0,2 Prozent wenig verändert. Bei Bechtle hieß es allgemein, dass das Quartal "stark" gewesen sei. Bei Rheinmetall wurde vor allem die Rüstungssparte als "exzellent" und der Ausblick auf 2020 als "positiv" bezeichnet. Jungheinrich hatte nur noch Details bekannt gegeben und wagt für 2020 wegen der Corona-Krise keine Prognose mehr.

Talanx <DE000TLX1005> wird ex Dividende gehandelt. Der Versicherer schüttet für das vergangene Jahr 1,50 Euro je Aktie aus.