Deutsche Märkte schließen in 7 Stunden 10 Minuten
  • DAX

    15.306,68
    +136,70 (+0,90%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.109,25
    +29,10 (+0,71%)
     
  • Dow Jones 30

    34.580,08
    -59,72 (-0,17%)
     
  • Gold

    1.780,80
    -3,10 (-0,17%)
     
  • EUR/USD

    1,1297
    -0,0020 (-0,18%)
     
  • BTC-EUR

    42.654,57
    -1.099,90 (-2,51%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.231,05
    -210,71 (-14,61%)
     
  • Öl (Brent)

    68,18
    +1,92 (+2,90%)
     
  • MDAX

    33.978,94
    +267,82 (+0,79%)
     
  • TecDAX

    3.785,29
    +26,27 (+0,70%)
     
  • SDAX

    16.148,89
    +94,18 (+0,59%)
     
  • Nikkei 225

    27.927,37
    -102,20 (-0,36%)
     
  • FTSE 100

    7.188,61
    +66,29 (+0,93%)
     
  • CAC 40

    6.815,66
    +50,14 (+0,74%)
     
  • Nasdaq Compositive

    15.085,47
    -295,83 (-1,92%)
     

ROUNDUP 3: Eon plant Milliarden-Investitionen in Energienetze - Aktie fällt

·Lesedauer: 4 Min.

(neu: Aussagen aus Pressekonferenz, Kurs)

ESSEN (dpa-AFX) - Der Energiekonzern Eon <DE000ENAG999> will mit milliardenschweren Investitionen Wachstum und Digitalisierung seines Geschäfts beschleunigen. Bis 2026 sollen rund 22 Milliarden Euro in die Netze investiert werden, um die Energiewende voranzutreiben, wie Eon am Dienstag in Essen im Zusammenhang mit einem Kapitalmarkttag mitteilte. Mehr als die Hälfte davon soll in Deutschland investiert werden. Weitere fünf Milliarden Euro sollen in den Ausbau der Geschäfte mit Kundenlösungen fließen.

Den Investoren gefiel der Plan am nicht, die Aktie rutschte zuletzt um fast fünf Prozent auf 10,55 Euro ab und war damit der größte Verlierer im schwächelnden Dax <DE0008469008>. Insgesamt erlaubten die Ziele keine starke Fantasie und hinzu komme der steigende Zins, sagte ein Händler. In einem Umfeld anziehender Renditen am Anleihemarkt mit womöglich bald steigenden Leitzinsen tun sich Versorger-Aktien gemeinhin schwer. Höhere Zinsen verteuern die Finanzierungskosten etwa ihrer Kraftwerke, aber auch ihrer Verbindlichkeiten. Zuletzt notierte die Aktie bei rund 10,61 Euro.

Auf die Frage, ob die geplanten Investitionen eine Kapitalerhöhung nötig machten, gab sich Finanzchef Marc Spieker im Gespräch mit Journalisten zuversichtlich: Der Cashflow sowie die Erlöse in Folge der Umstrukturierung des Portfolios würden die Investitionsbedarfe und auch die Dividendenpolitik vollständig abdecken. Bereits am Montagabend hatte Eon sich Gewinnziele gesteckt und die Fortführung der bisherigen Dividendenpolitik bis 2026 zugesagt.

In den nächsten fünf Jahren will Eon zusätzliche 35 bis 40 Gigawatt Alternative Energien an die Netze anschließen. Der Ergebnisbeitrag der Netze werde durch die Investitionen pro Jahr um drei bis vier Prozent bis 2026 wachsen. Geld verdienen will Eon auch mit nachhaltigen Energiesystemen in Häusern und bei der E-Mobilität. Das Unternehmen kündigte den Bau von rund 5000 Schnellladepunkten bis 2026 an.

Weiteres Wachstumspotenzial sieht Eon in der Wasserstoffwirtschaft. Hierfür werde eine eigene Einheit aufgebaut, teilte das Management in der Telefonkonferenz mit. Zudem setzt Eon auch auf europäische Projekt-Partnerschaften. Im Blick soll hierbei vor allem der industrielle Mittelstand stehen.

Zudem will Eon sein Portfolio umstrukturieren. Dabei sei die Veräußerung von nicht mehr passenden Geschäften genauso enthalten wie Partnerschaften, hieß es. Durch die Optimierung des Portfolios rechnet Eon in den nächsten fünf Jahren mit Erlösen von zwei bis vier Milliarden Euro. Durch verschiedene Maßnahmen will das Management zudem bis 2026 Einsparungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro pro Jahr erreichen. Ein Stellenabbau sei dabei nicht geplant, teilte das Management auf Nachfrage mit.

Eon werde in der kommenden Dekade von der Energiewende in Europa profitieren, kündigte der seit April amtierende Chef Leonhard Birnbaum an. Er bewertete den Trend in der Politik als positiv für Eon und forderte "keine grüne Ampel, aber eine konkrete". Klare Regeln und Reformen beispielsweise in Bezug auf Genehmigungsverfahren könnten Eon das Geschäft erleichtern. Das Unternehmen ist in Deutschland der größte Strom- und Gasanbieter und der mit Abstand größte Verteilnetz-Betreiber. In Europa zählte der Konzern Ende Juni mehr als 52 Millionen Kunden, 14 Millionen davon in Deutschland.

Die Gesamtinvestitionen in Höhe von 27 Milliarden Euro in das Kerngeschäft hatte der Dax-Konzern bereits am Montagabend mitgeteilt. Das Kerngeschäft von Eon umfasst die Geschäftsaktivitäten ohne die auslaufende Kernenergie. Zudem wurden neue Zielmarken unter anderem für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) im Kerngeschäft veröffentlicht.

Dieses soll bis 2026 auf 7,8 Milliarden Euro wachsen und entspricht laut Eon einer jährlichen durchschnittlichen Wachstumsrate von rund vier Prozent. Für 2021 peilt das Unternehmen im Kerngeschäft einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 6,3 bis 6,5 Milliarden Euro an. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll laut den neuen Zielen um acht bis zehn Prozent jährlich wachsen und so bis 2026 auf 90 Cent zulegen.

Laut Goldman-Sachs-Analyst Alberto Gandolfi stimmen die "hochgesteckten Ziele" des Energieversorgers zwar ergebnisseitig mit dem Konsens für 2026 überein. Es gebe aber noch viele Unbekannte, etwa was das Thema Kapitalstruktur oder mögliche Veräußerungen betreffe. Sein Kollege Sam Arie von der UBS <CH0244767585> vermutet genau da den Grund für die negative Kursreaktion: Es fehle ein aggressiveres Kostenprogramm und die Investitionen fielen höher aus als erwartet, um Erträge zu erzielen, die dem Konsens entsprächen.

Zudem hat Eon die Dividendenpolitik von bis zu fünf Prozent Wachstum pro Jahr bis 2026 verlängert. Bislang war sie bis 2023 festgeschrieben. Für das laufende Geschäftsjahr plant Eon, eine Dividende von 49 Cent zu zahlen. Experten wie der Jefferies-Analyst Ahmed Farman stuften die Gewinnprognosen und Aussagen zur Dividendenprognose als wenig überraschend ein. So liegt das für 2026 in Aussicht gestellte Gewinnziel genau im Rahmen der Durchschnittsschätzung der von Bloomberg erfassten Experten.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.